Diese mit einem Semesterpreis der Universität Zürich ausgezeichnete Seminararbeit setzt sich mit den kanonistischen Wurzeln des Souveränitätsgedankens, dem Souveränitätsbewusstsein weltlicher Herrscher im 13.-15. Jh., der Wiederaufnahme und Weiterentwicklung des Souveränitätsgedankens sowie dem Konziliarismus mit seiner Forderung nach einer Überordnung des Konzils über den Papst als Keim für die Forderungen des Parlamentarismus und der Entstehung des Parlamentarismus als weltliche Entfaltung des konziliaristischen Gedankens auseinander.
Diese Arbeit zeigt damit eindrücklich die Wechselwirkung zwischen kirchlichen und staatlichen Entwicklungen im Mittelalter und der frühen Neuzeit am Beispiel der Souveränität und des Parlamentarismus auf.
INHALTSVERZEICHNIS
I. LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS
II. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
A. Einleitung
B. Souveränität
1. Definition des Begriffs ‚Souveränität’
2. Die kanonistischen Wurzeln des Souveränitätsgedankens – der entschei- dende Beitrag durch Papst Innocenz III
2.1 Der Herrschaftsanspruch von Papst Gregor VII. als Grundlage des An- spruchs Innocenz III
2.2 Der Anspruch von Papst Innocenz III. auf umfassende Herrschaft
2.3 Die Bedeutung des durch Innocenz III. begründeten Herrschaftsanspruchs auf die weitere kanonistische „Souveränitätsdebatte“
3. Souveränitätsbewusstsein weltlicher Herrscher im 13.-15. Jhd.: Aufkom- men und Verschwinden
4. Die Wiederaufnahme und Weiterentwicklung des Souveränitätsgedankens
4.1 Der Beitrag Jean Bodins
4.2 Die post-bodin’sche Entwicklung des Souveränitätsgedankens
C. Parlamentarismus
1. Der Konziliarismus mit seiner Forderung nach Überordnung des Konzils über den Papst als Keim für die Forderungen des Parlamentarismus
1.1 Definition der Begriffe ‚Konziliarismus’ und ‚Parlamentarismus’
1.2 Die Entstehung der konziliaren Theorie und ihre Antwort auf die Superioritätsfrage
1.3 Die Umsetzung konziliaristischer Forderungen auf dem Konzil von Kon- stanz (1414-1418)
1.4 Die Verfestigung konziliaristischer Herrschaftsansprüche auf dem Konzil von Basel und die Gegenreaktion des Papsttums
2. Die Entstehung des Parlamentarismus als weltliche Entfaltung des konziliaristischen Gedankens
2.1 Die ersten Parlamente und ihre Machtbefugnisse im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit bis ins 19. Jhd
2.1.1 Allgemeine europäische Entwicklung
2.1.2 Entwicklung im deutschen Raum
2.2 Die langsam erfolgende Umsetzung der parlamentaristischen Theorie
2.2.1 Allgemeine europäische Entwicklung
2.2.2 Entwicklung im deutschen Raum
THESEN
Häufig gestellte Fragen
Was sind die kanonistischen Wurzeln des Souveränitätsgedankens?
Der moderne Souveränitätsbegriff hat seine Wurzeln im kirchlichen Recht (Kanonistik), insbesondere im Herrschaftsanspruch von Päpsten wie Innocenz III. im 13. Jahrhundert.
Was versteht man unter Konziliarismus?
Konziliarismus ist die im Spätmittelalter aufgekommene Theorie, nach der das allgemeine Konzil über dem Papst steht und die höchste Autorität in der Kirche darstellt.
Wie hängen Konziliarismus und Parlamentarismus zusammen?
Die Forderung nach einer Überordnung des Konzils über das Kirchenoberhaupt gilt als Keimzelle für die spätere weltliche Forderung nach parlamentarischer Kontrolle über den Herrscher.
Welchen Beitrag leistete Jean Bodin zur Souveränität?
Jean Bodin definierte Souveränität als die höchste, unteilbare und dauerhafte Gewalt eines Staates, was die Grundlage für das moderne Staatsverständnis bildete.
Was war die Bedeutung des Konzils von Konstanz (1414-1418)?
Auf diesem Konzil wurden konziliaristische Forderungen erstmals praktisch umgesetzt, um das Abendländische Schisma zu beenden und die Macht des Papsttums zu begrenzen.
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- Andrea G. Röllin (Author), 2005, Der Beitrag des ius commune zur Tradition des Staatsdenkens: Souveränität - Parlamentarismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202572