Die Forschungsfrage dieser Arbeit lautet: „Wird der Kinderwunsch von homosexuellen Paaren von der Gesellschaft toleriert und welche rechtlichen Möglichkeiten haben sie im 21. Jahrhundert in Deutschland?“
Die Jahreseinschränkung und Ortsbegrenzung wurden vorgenommen, da viele neue Gesetze seit dem Jahr 2000 in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft getreten sind, welche die Gleichberechtigung von homosexuellen Paaren als Zielsetzung haben. So ist es interessant, wie sich mit den neuen Gesetzgebungen und einer neuen Begrifflichkeit, die Toleranz zu dem Kinderwunsch von homosexuellen Partnern in der Gesellschaft wandelt und welche neuen Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen. Die Begriffe „Toleranz“ und „tolerieren“ werden in dieser Arbeit definiert als eine „Bewegung von beiden Seiten, eine Aufeinandereinlassen von Heterosexuellen und Homosexuellen“.
Die gesellschaftliche Relevanz dieser Arbeit liegt darin, dass Homosexualität in Deutschland kein Tabuthema mehr ist, aber es dennoch eine ablehnende Haltung gibt, wenn es zu der Frage kommt, ob homosexuelle Paare Kinder aufziehen sollen. Es gibt einige Möglichkeiten für homosexuelle Paare eine Familie zu gründen, jedoch haben sie mehr rechtliche Hürden zu bewältigen, als heterosexuelle Paare. Die wissenschaftliche Relevanz der Arbeit liegt darin, dass nicht nur die soziologischen, sondern auch rechtswissenschaftlichen Aspekte eine Rolle für das Thema der Arbeit spielen. Außerdem ist die Arbeit wissenschaftlich und gesellschaftlich relevant, da sie Probleme und Veränderungen in unserer Gesellschaft aufweist und aufzeigt, dass auch zukünftige Familienmodelle von der gleichen Problematik betroffen sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Definition Regenbogenfamilie
1.2 Definition Homosexualität
2 Forschungsfrage
3 Forschungsstand
3.1 Aktuelle Rechtslage für Regenbogenfamilien
3.2 Gesellschaftliche Vorurteile
3.3 Einstellung zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften
4 Methode
5 Theoretische Rahmen und Analyse
5.1 Konflikt-Tradition
5.1.1 DARSTELLUNG DER KONFLIKTTRADITION
5.1.2 ANALYSE
5.2 Rational/Utilitarian-Tradition
5.2.1 DARSTELLUNG DER RATIONAL/UTILITARIAN-TRADITION
5.2.2 ANALYSE
5.3 Durkheim’sche Tradition
5.3.1 DARSTELLUNG DER DURKHEIM`SCHE TRADITION
5.3.2 ANALYSE
5.4 Mikrointeraktionistische Tradition
5.4.1 DARSTELLUNG DER MIKROINTERAKTIONISTISCHE TRADITION
5.4.2 ANALYSE
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Kinderwunsch gleichgeschlechtlicher Paare in der deutschen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts toleriert wird und welche rechtlichen Rahmenbedingungen dabei eine Rolle spielen.
- Soziologische Analyse von Regenbogenfamilien und gesellschaftlicher Diskriminierung
- Darstellung und Anwendung der vier soziologischen Theorietraditionen nach Randall Collins
- Untersuchung der rechtlichen Entwicklung für gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland
- Auseinandersetzung mit Vorurteilen und der Einstellung der Bevölkerung zu homosexuellen Eltern
Auszug aus dem Buch
3.2 Gesellschaftliche Vorurteile
Gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern sehen sich immer noch mit homophoben Vorurteilen konfrontiert und stehen unter Rechtfertigungs- und Erklärungsdruck. Ein Vorbehalt gegenüber Regenbogenfamilien ist, dass Kinder von schwulen oder lesbischen Paaren selbst homosexuell werden. Doch ist die genetische Bedingung keine Ursache für Homosexualität und kann wissenschaftlich nicht begründet werden. Studien belegen, dass mehr als 90% der Söhne schwuler Väter zu heterosexuellen Erwachsenen heranwachsen.
Gegner von Regenbogenfamilien argumentieren damit, dass den Kindern ein gegengeschlechtlicher Elternteil fehlen würde und verstärkt diskriminiert werden in der Gesellschaft. Auch dieses Vorurteil wurde durch die BMJ- Studie (Studie Benachteiligung gleichgeschlechtlich orientierter Personen und Paare) wiederlegt. Die Studie fand bei der Befragung von Kindern aus Regenbogenfamilien heraus, dass weniger als die Hälfte von den Kindern Erfahrungen mit Diskriminierung durch ihr soziales Umfeld erlebt haben. Diese Vorurteile gegenüber Regenbogenfamilien konnten durch Studien wiederlegt werden, dennoch bleibt die Voreingenommenheit gegenüber Regenbogenfamilien in der Gesellschaft bestehen und das Ansehen gleichgeschlechtlicher Paare mit Kindern ist negativ behaftet (Clajus & Hermann 2013, S. 6).
Auch das Vorurteil, dass lesbische und schwule Paare nicht in der Lage seien Kinder zu erziehen, wird in US-amerikanischen Studien wiederlegt. Sie haben herausgefunden, dass je offener homosexuelle Eltern mit ihrer sexuellen Orientierung umgehen, desto besser ist ihr psychisches Wohlbefinden, welches sich positiv auf ihre Kinder überträgt. Das Erziehungsverhalten von lesbischen oder schwulen Eltern unterscheidet sich überwiegend nicht von dem Erziehungsverhalten von heterosexuellen Eltern. Homosexuelle Eltern bemühen sich mehr um ein stabiles Familienleben und eine gute Beziehung zu ihren Kindern, weil ihre Kinder in der Regel Wunschkinder sind (Kläser,2010, S.121).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definiert zentrale Begriffe wie Regenbogenfamilie und Homosexualität und führt in die gesellschaftliche und wissenschaftliche Relevanz der Thematik ein.
2 Forschungsfrage: Formuliert die zentrale Untersuchungsfrage nach der gesellschaftlichen Toleranz gegenüber dem Kinderwunsch von homosexuellen Paaren in Deutschland.
3 Forschungsstand: Gibt einen Überblick über die rechtliche Entwicklung, Diskriminierungserfahrungen und die Einstellung der Bevölkerung zu Regenbogenfamilien.
4 Methode: Erläutert die literarische Analyse basierend auf den vier soziologischen Theorietraditionen von Randall Collins.
5 Theoretische Rahmen und Analyse: Wendet die vier Traditionen (Konflikt, Rational-Utilitaristisch, Durkheim, Mikrointeraktionistisch) systematisch auf die Forschungsfrage an.
6 Fazit: Fasst die Ergebnisse der theoretischen Analyse zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige weitere Forschung.
Schlüsselwörter
Regenbogenfamilie, Homosexualität, Soziologie, Randall Collins, Diskriminierung, Gleichberechtigung, Kinderwunsch, Rechtslage, Ehe für alle, Gesellschaft, Theorie, Toleranz, Familienform, Vorurteile, Sozialisation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche Akzeptanz und die rechtlichen Rahmenbedingungen für homosexuelle Paare mit Kinderwunsch in der Bundesrepublik Deutschland im 21. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Gleichstellung, dem Abbau gesellschaftlicher Vorurteile gegenüber Regenbogenfamilien und der theoretischen Einordnung mittels soziologischer Traditionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Anwendung soziologischer Theorien zu verstehen, wie sich die Toleranz gegenüber homosexuellen Elternmodellen entwickelt hat und welche Hürden noch bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literarische Analyse und vergleicht vier soziologische Theorietraditionen nach Randall Collins, um das Forschungsthema aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der vier Traditionen (Konflikt-, Rational-Utilitaristische-, Durkheim’sche- und Mikrointeraktionistische Tradition) und deren anschließende Anwendung auf das Thema Regenbogenfamilien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Regenbogenfamilie, Soziologie, Diskriminierung, Gleichberechtigung, Kinderwunsch und gesellschaftlicher Wandel.
Wie unterscheidet sich die rechtliche Situation von Regenbogenfamilien zu der heterosexueller Paare laut der Arbeit?
Die Arbeit weist darauf hin, dass trotz der "Ehe für alle" weiterhin Unterschiede im Abstammungsrecht bestehen, die insbesondere nicht-biologische Elternteile bei der rechtlichen Absicherung ihrer Kinder benachteiligen.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die gesellschaftliche Toleranz?
Der Autor stellt eine Zunahme der Toleranz fest, betont jedoch, dass sich die Meinungen bei der spezifischen Frage des Kindeswohls in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften weiterhin stark spalten.
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- Anonym (Author), 2020, Der Kinderwunsch homosexueller Paare in Deutschland im 21. Jahrhundert. Toleranz und rechtliche Möglichkeiten sogenannter "Regenbogenfamilien", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/935507