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Die innenpolitische Bedeutung des türkischen Militärs

Title: Die innenpolitische Bedeutung des türkischen Militärs

Term Paper , 2001 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Elisabeth Falgner (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient

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Summary Excerpt Details

Drei erfolgreiche Interventionen in den letzten vierzig Jahren, zwei gescheiterte und
etliche geplante Putschversuche, indirekte Lenkung – so lautet die Bilanz der
innenpolitischen Einflussnahme des Militärs. Angesichts der Schwäche des kranken
Premiers Bülent Ecevit fragt man sich, ob der nächste Regierungssturz bevorsteht
und inwiefern das Militär seine Finger im Spiel hatte, damit Neuwahlen am 3.
November 2002 letztendlich doch festgesetzt wurden.1 Immerhin war es eine von
Ecevits Amtshandlungen, die Kompetenzen des Militärs einzuschränken.2 Diese
unsichere Situation verleiht der Frage nach der innenpolitischen Stellung des Militärs
in der Türkei besondere Aktualität. Um die heutige Rolle zu verstehen, ist es sinnvoll,
zu untersuchen, wie das Militär in sie hineinwuchs und über Jahrzehnte Macht
anhäufte. Darauf baut das heutige Selbstverständnis der Streitkräfte auf, nur so kann
man die aktuelle Bedeutung nachvollziehen, mögliche Handlungen prognostizieren
und Lösungsansätze bieten. Das sind die Hauptziele dieser politikwissenschaftlichen
Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 RÜCKBLICK: INNENPOLITISCHE BEDEUTUNG DES TÜRKISCHEN MILITÄRS

2.1 DAS 1. MILITÄRREGIME 1960-1961

2.2 DAS 2. MILITÄRREGIME 1970-1971

2.3 DAS 3. MILITÄRREGIME 1980-1983

2.4 ZWISCHENFAZIT

3 VON 1983 BIS HEUTE: AKTUELLE BEDEUTUNG DES TÜRKISCHEN MILITÄRS

3.1 ÜBERBLICK

3.2 ZWISCHENFAZIT

4 FAZIT

5 LITERATUR

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die innenpolitische Rolle und Machtstellung des türkischen Militärs seit dem Ende des Osmanischen Reiches bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. Dabei liegt das primäre Ziel darin, die historischen Hintergründe und das Selbstverständnis der Streitkräfte zu analysieren, um ihr wiederholtes Eingreifen in das politische System der Türkei nachzuvollziehen sowie zukünftige Handlungsoptionen und Stabilisierungsansätze für das Land kritisch zu beleuchten.

  • Historische Entwicklung des militärischen Selbstverständnisses als „Hüter der Republik“.
  • Analyse der drei erfolgreichen Militärinterventionen (1960, 1971, 1980).
  • Untersuchung der indirekten politischen Einflussnahme des Militärs in der Zeit nach 1983.
  • Spannungsfeld zwischen Laizismus, Islamismus und Demokratisierungsprozessen.
  • Bedeutung der EU-Integration und internationaler Rahmenbedingungen für die zivile Suprematie.

Auszug aus dem Buch

2.1 Das 1. Militärregime 1960-1961

Am 14.05.1950 errang die DP einen erneuten Wahlsieg, Adnan Menderes wurde Ministerpräsident, Celal Bayar Staatspräsident. Zwischen 1950 – 53 waren auch zwei ehemalige Offiziere, Fahri Belen und der Reformer Seyfi Kurtbek, der eine Modernisierung des Militärs forderte, Mitglieder der DP. Menderes aber neigte dazu, den konservativeren Teil der Armeeführung zu unterstützten und erstickte die Reformbewegungen im Keim. Dies hatte Austritte von Offizieren aus der Politik zur Folge und eine Radikalisierung organisierten der jüngeren Offiziere. Durch die Ausbildung in NATO-Militärschulen und durch Kontakte mit NATO-Offizieren waren sie unterrichtet über die Veränderungen des Militärwesens in fortschrittlicheren Ländern. Ihrer Meinung nach waren die türkischen Hierarchien veraltet und die finanziellen Mittel wurden in die Rüstung investiert, anstatt in ihre Gehälter, die weit hinter dem Durchschnittseinkommen in der “zivilen” Gesellschaft lagen. Der Status des Offiziers begann, an „Glanz” zu verlieren. Neben diesen Entwicklungen auf militärisch-politischer Ebene, vollzog sich ein ebenso radikaler gesellschaftlich kultureller Wandel. Der Anti-Kemalismus verbreitete sich im Land, Reislamisierungs Maßnahmen wurden durchgeführt. Aber auch die Zuflucht im Islam konnte die Unzufriedenheit der Bevölkerung nicht auf Dauer dämpfen. Die DP-Regierung unter Menderes bekam die Wirtschaftskrise nicht in den Griff. Zudem wurden Gerüchte über Wahlmanipulationen laut. Die Opposition, die daraufhin den Rücktritt der Regierung forderte, wurde dafür mit Presseverbot und Untersuchungen gestraft. Um so lauter waren die Rücktrittsforderungen, vor allem der Studenten, Unruhen in verschiedenen Großstädten nahmen bedrohliche Ausmaße an. Das Militär, das längst nicht mehr hinter der DP-Regierung stand, bekam die Aufgabe, die wütende Menge unter Kontrolle zubringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die historische Bilanz militärischer Interventionen in der Türkei und begründet das Ziel der Untersuchung, das heutige Selbstverständnis der Streitkräfte angesichts instabiler Regierungsphasen zu verstehen.

2 RÜCKBLICK: INNENPOLITISCHE BEDEUTUNG DES TÜRKISCHEN MILITÄRS: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen und Folgen der drei direkten Putschinterventionen zwischen 1960 und 1983 als Ausdruck eines krisenorientierten Selbstverständnisses der Armee.

2.1 DAS 1. MILITÄRREGIME 1960-1961: Beleuchtet wird der Sturz der DP-Regierung, die Machtübernahme durch das „Komitee der Nationalen Einheit“ und der Beginn der institutionellen Absicherung militärischer Macht.

2.2 DAS 2. MILITÄRREGIME 1970-1971: Behandelt das Memorandum der Armeeführung von 1971, welches als Reaktion auf innenpolitische Anarchie und das Scheitern ziviler Regierungen erfolgte.

2.3 DAS 3. MILITÄRREGIME 1980-1983: Analysiert den einschneidendsten Eingriff des Militärs, der mit einer radikalen politischen Neuordnung und massiven Verfassungsänderungen einherging.

2.4 ZWISCHENFAZIT: Eine vergleichende Analyse zeigt, dass das Militär jeweils als Krisenregulator auftrat, jedoch die Demokratisierung langfristig eher behinderte als förderte.

3 VON 1983 BIS HEUTE: AKTUELLE BEDEUTUNG DES TÜRKISCHEN MILITÄRS: Dieses Kapitel beschreibt die Verlagerung von direkten Putschen hin zu indirekten, aber dennoch massiven Einflussnahmen auf die Politik.

3.1 ÜBERBLICK: Untersucht die Zeit nach 1983, in der das Militär durch den Nationalen Sicherheitsrat und politischen Druck die Regierungsgeschicke maßgeblich lenkte.

3.2 ZWISCHENFAZIT: Festhaltung der anhaltend engen Verflechtung von Militär und Staat, die grundlegende demokratische Prinzipien wie Pressefreiheit und Minderheitenschutz untergräbt.

4 FAZIT: Das Fazit stellt die künstlich aufrechterhaltene Ordnung durch das Militär in Frage und warnt vor einer langfristigen Destabilisierung durch fehlende tiefgreifende Demokratisierung.

5 LITERATUR: Auflistung der politikwissenschaftlichen und zeitgeschichtlichen Quellen, die der Arbeit zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Türkei, Militär, Putsch, Politik, Demokratisierung, Nationale Sicherheit, Verfassung, Säkularismus, Islamismus, Zivile Regierung, Krisenmanagement, Politische Reformen, Menschenrechte, Minderheitenpolitik, Machtstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die dauerhafte und einflussreiche Rolle des türkischen Militärs in der Innenpolitik der Türkei von 1945 bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Analyse militärischer Interventionen (Putsche), die historische Entwicklung der Streitkräfte, ihr Selbstverständnis als Staatsgarant sowie die daraus resultierenden Auswirkungen auf Demokratie und Grundrechte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die Analyse der Vergangenheit zu erklären, wie das Militär zum "Hüter des Staates" wurde und warum sein Handeln – auch wenn es heute meist indirekt erfolgt – weiterhin die politische Entwicklung blockiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die historische Fakten, Verfassungsentwicklungen und politisches Agieren in den Kontext theoretischer Ansätze zu Militärregimen setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Rückblick auf die Putschregime von 1960, 1971 und 1980 sowie eine detaillierte Betrachtung der "indirekten" Machtausübung des Militärs zwischen 1983 und 2002.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Militärherrschaft, Säkularisierung, Demokratisierung, türkische Politik und Krisenregulator charakterisieren.

Warum hat das Militär nach Ansicht der Autorin eine so dominante Rolle?

Die Autorin führt dies auf ein unerschütterliches Selbstverständnis zurück, das eine enge, historisch gewachsene Verknüpfung von Armee und Staat propagiert, wobei das Militär das Parlament als instabil betrachtet.

Welchen Einfluss hat das Militär auf den EU-Beitrittsprozess der Türkei?

Laut der Arbeit behindert das Militär diesen Prozess, da es eine schnelle Demokratisierung fürchtet, die nach seiner Ansicht zu Instabilität und zum Verlust der eigenen Machtposition führen könnte.

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Details

Title
Die innenpolitische Bedeutung des türkischen Militärs
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut München)
Course
Ausgewählte Politische Systeme des Nahen Ostens: Türkei, Israel u. Syrien
Grade
1,7
Author
Elisabeth Falgner (Author)
Publication Year
2001
Pages
22
Catalog Number
V9056
ISBN (eBook)
9783638158664
Language
German
Tags
Bedeutung Militärs Ausgewählte Politische Systeme Nahen Ostens Türkei Israel Syrien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elisabeth Falgner (Author), 2001, Die innenpolitische Bedeutung des türkischen Militärs, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/9056
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