1.1 Problemstellung
Regionale Handelsabkommen liegen im Trend der Zeit. Seit Beginn der 90er Jahre ist die Anzahl der regionalen Handelsabkommen sprunghaft angestiegen. Zwischen einzelnen Ländern oder Ländergruppen haben sich neue und vielfältige Formen regionaler Integration gebildet. Die Diskussion über die Tendenz der zunehmenden Blockbildung in der Welt-wirtschaft wirft viele Fragen, insbesondere in Bezug auf die daraus resultierenden Folgen für den voranschreitenden Globalisierungsprozess auf. Bei der Suche nach möglichen Antworten zeigt sich die Wissenschaft sehr gespalten. Auf der einen Seite werden Schre-ckensszenarien über den Zerfall der Weltwirtschaft in gegeneinander abgeschottete Blöcke prognostiziert, die andere Seite wiederum bekundet im zunehmenden Regionalismus die Vorstufe der Globalisierung.
1.2 Zielsetzung
Im Fokus dieser Arbeit steht die Betrachtung der Regionalismustendenzen in der globalen Weltwirtschaft. Dabei soll insbesondere das Spannungsverhältnis zwischen regionaler Integration und Globalisierung sowie die Auswirkungen ihres komplexen Einflusses aufeinander untersucht werden. Hierbei wird kritisch beurteilt, ob eine verstärkte Bildung von Handelsblöcken im Zuge des Globalisierungsprozesses eher als „Building Blocks (Baustein) oder Stumbling Blocks (Stolperstein)“ verstanden werden muss.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitende Betrachtung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Regionalismus in der Weltwirtschaft
2.1 Definition Regionalismus
2.2 Entwicklung des Regionalismus
2.3 Erscheinungsformen des Regionalismus
2.3.1 Präferenzzone
2.3.2 Freihandelszone
2.3.3 Zollunion
2.3.4 Gemeinsamer Markt
2.3.5 Wirtschaftsunion
3 Auswirkungen des Regionalismus auf den Globalisierungsprozess
3.1 Definition Globalisierungsprozess
3.2 Theoretische Betrachtungsweise
3.2.1 Statische Effekte
3.2.2 Dynamische Effekte
3.2.3 Kritische Einordnung der Theoretischen Auswirkungen
3.3 Zusammenführung der theoretischen Effekte mit Kontext der gegenwärtigen Globalisierungspolitik der WTO
3.3.1 Positive Auswirkungen
3.3.2 Negative Auswirkungen
3.4 Kritische Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Tendenzen des Regionalismus in der globalen Weltwirtschaft und analysiert das Spannungsverhältnis zwischen regionaler Integration und Globalisierung. Dabei wird kritisch beurteilt, ob Handelsblöcke den Globalisierungsprozess eher fördern oder behindern.
- Entwicklung und Erscheinungsformen des Regionalismus
- Statische und dynamische Effekte regionaler Handelsabkommen
- Wechselwirkung zwischen regionalen Handelsblöcken und der WTO-Politik
- Risiken und Chancen der fortschreitenden Weltmarkt-Tripolarisierung
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Statische Effekte
Der Abbau von Einfuhrzöllen bedingt durch die regionale Integration, zieht handelsschaffende und -umlenkende Effekte mit sich. Dieser Effekt soll anhand eines Beispiels erläutert werden. Betrachtet werden der Importmarkt A sowie die importierenden Länder B und C. In der Ausgangssituation stellen AB und AC das Angebot der Länder B und C dar. Unter Berücksichtigung des Einfuhrzolls in das Land A, sind die Angebotskurven entsprechend der Zollhöhe nach oben zu verschieben. Daraus ergibt sich in diesem Fall die additive Angebotsfunktion A1 auf dem Markt A. Das Gleichgewicht des Marktes stellt sich im Gleichgewichtspunkt (X0/P0) ein, dass bedeutet, Land B liefert bei diesem Preis die Menge XB0, Land C die Menge XC0.
Kommt es nun zur Bildung einer Zollunion zwischen A und B, kann Land B zollfrei in den Markt A importieren. Dies hat zur Folge, dass sich die Gasamtangebotskurve des Marktes A nach A2 verschiebt. Der Gleichgewichtspreis sinkt dadurch auf (P1). Die importierte Menge steigt auf (X1) an. Als Resultat stellt sich ein neues Gleichgewicht ein. Hinsichtlich der Zusammensetzung der Importmenge lässt sich nun feststellen, dass sich der Anteil des Landes B gegenüber der Ausgangssituation ohne Zollunion erhöht und der Anteil des Landes C reduziert hat. Durch die Zollunion wurde also für das Land B ein handelsschaffender Effekt ausgelöst, da es für das Land A attraktiver war, die von B günstiger angebotenen, zollfreien Güter zu importieren, anstatt die mit einem Einfuhrzoll belasteten und dadurch meist teureren Güter von C.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitende Betrachtung: Einführung in die Problemstellung des zunehmenden Regionalismus und die Zielsetzung der Arbeit unter Darlegung der methodischen Vorgehensweise.
2 Regionalismus in der Weltwirtschaft: Definition, historische Entwicklung und die verschiedenen Integrationsstufen vom Regionalismus, von der Präferenzzone bis zur Wirtschaftsunion.
3 Auswirkungen des Regionalismus auf den Globalisierungsprozess: Detaillierte Analyse der theoretischen Effekte (statisch/dynamisch) sowie eine kritische Verknüpfung mit der aktuellen Globalisierungspolitik der WTO.
4 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung, ob Regionalismus als „Building Block“ oder „Stumbling Block“ für den globalen Handel zu verstehen ist.
Schlüsselwörter
Regionalismus, Globalisierung, Weltwirtschaft, Handelsabkommen, Freihandelszone, Zollunion, Wirtschaftsunion, WTO, Handelsschaffung, Handelsumlenkung, Wohlfahrtseffekte, Terms of Trade, Marktmacht, Integration, Protektionismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von Regionalismus in der Weltwirtschaft und untersucht dessen Einfluss auf den globalen Globalisierungsprozess.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Erscheinungsformen des Regionalismus, den statischen und dynamischen ökonomischen Effekten von Handelsblöcken und deren Verhältnis zur multilateralen WTO-Politik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll kritisch beurteilt werden, ob regionale Handelsblöcke den weltweiten Globalisierungsprozess eher vorantreiben oder als Hemmnis wirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse wirtschaftswissenschaftlicher Konzepte, ergänzt durch eine kritische Betrachtung aktueller Handelsströme und realwirtschaftlicher Fallbeispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung von Integrationseffekten sowie eine kritische Diskussion der positiven und negativen Auswirkungen auf die WTO-Politik und die aktuelle wirtschaftliche Weltlage.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Regionalismus, Handelsabkommen, Globalisierung, Zollunion, Handelsschaffung und Marktvergrößerung.
Was unterscheidet eine Freihandelszone von einer Zollunion?
Während in einer Freihandelszone lediglich Zölle zwischen den Mitgliedern abgebaut werden, verfügt eine Zollunion zusätzlich über einen gemeinsamen Außenzoll gegenüber Drittländern.
Welche Rolle spielt die „Triade“ bei der Analyse der aktuellen Wirtschaftslage?
Die Triade (EU, NAFTA, AFTA) dominiert mit etwa 85% des weltweiten Handelsvolumens das Geschehen, was die Sorge vor einer Aufspaltung der Weltwirtschaft in abgeschottete Blöcke nährt.
- Quote paper
- Stephanie Paul (Author), 2007, Regionalismus in der Weltwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/88078