Chinas Aufstieg vom maoistischen Sorgenkind zur künftigen Weltmacht im anbrechenden 21. Jahrhundert wird die künftige Weltordnung entscheidend verändern. Dank gigantischer Devisenrücklagen und weltweitem Wirtschaftsinteresse schwingt sich China von einer Regionalmacht Asiens zur wirtschaftlichen und politischen Großmacht auf. Der immense Rohstoffhunger treibt die Volksrepublik dabei hinaus auf die begehrten Rohstoffmärkte im Nahen Osten, in Lateinamerika und besonders auf den Krisenkontinent Afrika. Leidgeprüfte Menschen, korrupte Regierungen und daraus häufig resultierende wirtschaftliche Sanktionen machen es China leicht, im rohstoffreichen Afrika Fuß zu fassen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. CHINAS WEG NACH AFRIKA – DIE KAISERLICHE ARMADA DES ZHENG HE
3. CHINAS RÜCKKEHR NACH AFRIKA - HINTERGRÜNDE DES HEUTIGEN ENGAGEMENTS
4. DIE AFRIKAPOLITIK DER VOLKSREPUBLIK CHINA
4.1 Chinas Interessen in Afrika
4.2 Chinas Engagement in Afrika
5. WAS IST DRIN FÜR AFRIKA? – WIRTSCHAFTLICHE CHANCEN UND POLITISCHE GEFAHREN
6. FOLGEN FÜR DIE WESTLICHE AFRIKAPOLITIK UND ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT
7. FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das verstärkte politische und wirtschaftliche Engagement der Volksrepublik China in Afrika im Kontext einer sich wandelnden Weltordnung. Dabei wird insbesondere analysiert, inwiefern dieses Handeln neue Chancen für den afrikanischen Kontinent bietet, gleichzeitig jedoch westliche Strategien der Entwicklungszusammenarbeit herausfordert und politische Abhängigkeiten schafft.
- Historische Einordnung der chinesisch-afrikanischen Beziehungen
- Analyse der chinesischen Außenpolitik und geostrategischer Interessen
- Bewertung der wirtschaftlichen Chancen und politischen Risiken für afrikanische Staaten
- Konsequenzen für die westliche Afrika- und Entwicklungspolitik
- Zukünftige Rolle Chinas in einer multipolaren Weltordnung
Auszug aus dem Buch
4.1 Chinas Interessen in Afrika
Mit dem Ende des Kalten Krieges und dem von Francis Fukuyama prophezeiten Ende der Geschichte gingen die USA als einzig verbliebene Supermacht einer neuen politischen Weltordnung hervor. Besonders die aufstrebende Macht China fürchtete damals eine weltweite „amerikanische“ Hegemonie, die Chinas außenpolitischen Handlungsspielraum nachhaltig einzuengen drohte und den weltpolitischen Aufstieg hindern könnte (vgl. Tull 2005: 9). Als zentrales geostrategisches und außenpolitisches Ziel hat sich in China daher die Idee der Multipolarität durchgesetzt (vgl. Heberer/ Senz 2006: 38). Sie stellt sich gegen die unipolare Sichtweise der USA und zielt auf die Herstellung eines internationalen Gleichgewichtes, indem jede Form von Hegemonie oder hegemonialer Bestrebung mit Hilfe mehr oder weniger flexibler Allianzen (in Form von Gegenpolen) eingedämmt wird.
Bei Chinas Bestreben nach einer multipolaren Weltordnung spielten die Entwicklungsländer auf Grund ihres numerischen Gewichts bei internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen und innerhalb von Gremien eine strategisch wichtige Rolle. Den Staaten Afrikas, die mehr als ein Viertel aller UN-Mitgliedsstaaten stellen, kommt in der chinesischen Außenpolitik auf der Suche nach Verbündeten eine zentrale Rolle zu. Diese komplexen Allianzen mit afrikanischen Ländern werden meist mit einer „Dritte-Welt-Rhetorik“ geführt, in den vergangenen Jahren zu beiderseitigem Nutzen. So verfolgt China mit seiner Afrikapolitik das Interesse, Japans Bemühungen um einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat zu behindern. Dank der fehlenden Stimmen afrikanischer Länder für die benötigte Zweidrittelmehrheit konnte das Vorhaben Japans zusammen mit Deutschland, Brasilien und Indien (so genannte G4-Staaten) 2005 nicht umgesetzt werden. Neben dem Erfolg gegen den Erzfeind Japan galt der politische Angriff Chinas auch den USA, die den ständigen Sitz Japans im Sicherheitsrat massiv unterstützt hatten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage von Chinas Aufstieg und Vorstellung der Gliederung sowie Forschungsfragen der Arbeit.
2. CHINAS WEG NACH AFRIKA – DIE KAISERLICHE ARMADA DES ZHENG HE: Historische Rückschau auf die frühen chinesischen See-Expeditionen und den kulturellen Kontext der Beziehungen.
3. CHINAS RÜCKKEHR NACH AFRIKA - HINTERGRÜNDE DES HEUTIGEN ENGAGEMENTS: Analyse der Ursachen für das verstärkte Engagement nach der internationalen Isolation Pekings und dem Bedarf an Rohstoffen.
4. DIE AFRIKAPOLITIK DER VOLKSREPUBLIK CHINA: Untersuchung der offiziellen Leitlinien, bilateralen Interessen und des konkreten wirtschaftlichen Engagements.
5. WAS IST DRIN FÜR AFRIKA? – WIRTSCHAFTLICHE CHANCEN UND POLITISCHE GEFAHREN: Bewertung der Auswirkungen chinesischer Präsenz auf afrikanische Volkswirtschaften, Industrie und soziale Bedingungen.
6. FOLGEN FÜR DIE WESTLICHE AFRIKAPOLITIK UND ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT: Diskussion der Herausforderungen für westliche Akteure und die Notwendigkeit einer kohärenten europäischen Strategie.
7. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung von Chinas Rolle als globaler Akteur und Ausblick auf die Auswirkungen für das Schicksal Afrikas.
Schlüsselwörter
China, Afrika, Außenpolitik, Weltordnung, Rohstoffhunger, Entwicklungszusammenarbeit, Multipolarität, Handel, Investitionen, Neokolonialismus, Geostrategie, Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Ressourcen, Süd-Süd-Handel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die moderne chinesische Afrikapolitik, deren historische Wurzeln, ökonomische Hintergründe und die daraus resultierenden globalpolitischen Auswirkungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Kernbereichen zählen die Sicherung von Rohstoffmärkten durch China, die diplomatische Allianzbildung, der Einfluss auf afrikanische Wirtschaftssysteme sowie die Konkurrenz zu westlichen Industrienationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es zu klären, welche Absichten China mit seinem Afrika-Engagement verfolgt und ob sich daraus für die afrikanischen Länder eher Chancen oder Gefahren ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Untersuchung, die auf einer Analyse von Wirtschaftsdaten, offiziellen Regierungsdokumenten und bestehender Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der chinesischen Interessen, die ökonomischen Handelsbeziehungen, die Auswirkungen auf die afrikanische Lokalindustrie sowie die Folgen für die westliche Entwicklungspolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Chinas Afrikapolitik, Rohstoffsicherung, Multipolarität, wirtschaftlicher Aufstieg, Süd-Süd-Handel und geopolitischer Wandel.
Wie unterscheidet sich Chinas Vorgehen in Afrika von den westlichen Kolonialmächten des 16. bis 20. Jahrhunderts?
Der Autor betont, dass China keine Völker unterwarf und mit einem pragmatischen, diplomatischen Ansatz agiert, der sich von den häufig militärischen Lösungen westlicher Akteure unterscheidet.
Warum wird Chinas Afrikapolitik als ein „zweischneidiges Schwert“ bezeichnet?
Während einige Staaten von Milliardenkrediten und dem Handel profitieren, unterwandert China oft Demokratisierungsprozesse und sorgt durch ausbeuterische Geschäftspraktiken sowie ökologischen Raubbau für erhebliche Probleme vor Ort.
- Arbeit zitieren
- Lukas Peuckmann (Autor:in), 2007, Die chinesische Afrikapolitik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/87055