Ziel meiner Hausarbeit ist es, das natürliche Erlernen und Vergessen von Zweitsprachen zu erläutern. In diesem Zusammenhang möchte ich in erster Linie auf den Erwerb von Sprachen verweisen. Welche biologischen Voraussetzungen braucht ein Mensch um eine Sprache zu erlernen? Welche Richtungen und Theorien gab es in Laufe der Zeit im Bereich der Sprachforschung?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Erlernen einer Sprache
2.1 Die Muttersprache
2.2 Zweisprachigkeit – Eine Definition
2.3 Das Aneignen der Zweitsprache
2.4 Sprachverteilung / Sprachwechsel / Sprachmischung/ Interferenzen
3 Das Vergessen
3.1 Die Regressionshypothese
3.2 Die Linguistic-Feature- Hypothese
3.3 Die Hypothese der affektiven Variablen
4 Strategien der Erinnerung
5 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen und biologischen Prozesse, die dem natürlichen Spracherwerb und dem Sprachverlust (Attrition) bei Zweitsprachen zugrunde liegen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich Spracherwerbsphasen gestalten, welche anatomischen Voraussetzungen existieren und welche theoretischen Erklärungsansätze für das Vergessen einer Zweitsprache in der aktuellen Forschung existieren.
- Biologische und kognitive Voraussetzungen des Spracherwerbs
- Phasen der Sprachentwicklung in der Muttersprache
- Definition und Herausforderungen der Zweisprachigkeit
- Interferenzphänomene und Sprachmischung
- Theoretische Hypothesen zum Sprachvergessen (Regression, Linguistic-Feature, affektive Variablen)
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Regressionshypothese
Die erste Hypothese basiert auf psychopathologischen Untersuchungen im 19. Jahrhundert. Sprachverlust verläuft umgekehrt wie die Erwerbsreihenfolge des kindlichen Erstspracherwerbes, d.h. grammatisch schwierigere/komplexere Strukturen, welche während des kindlichen Erstspracherwerbes später gelernt werden, gehen während des Sprachverlustes zuerst verloren, wohingegen grammatisch einfachere/weniger komplexe grammatische Strukturen, welche während des kindlichen Erstspracherwerbes zuerst gelernt werden, während des Sprachverlustes später verloren gehen.
Diese Theorie wird von Roman Jakobson in seinem Buch: „Kindersprache, Aphasie und allgemeine Lautgesetze“ dargestellt. Es sieht den Sprachverlust als genaues Spiegelbild des Spracherwerbsprozesses. Mit anderen Worten, „die Progression, die bei der Arbeit mit einem bestimmten Lehrwerk durchlaufen wurde wird allmählich wieder spiegelbildlich rückgängig gemacht.“ (Müller, 1995, S. 20)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die wissenschaftliche Fragestellung zum Ursprung der Sprache ein und skizziert das Ziel der Hausarbeit, den natürlichen Erwerb und das Vergessen von Zweitsprachen zu erläutern.
2 Das Erlernen einer Sprache: Dieses Kapitel behandelt verschiedene theoretische Ansätze zum Spracherwerb, von behavioristischen bis hin zu nativistischen und interaktionistischen Modellen, sowie die anatomischen Voraussetzungen.
2.1 Die Muttersprache: Hier werden die komplexen Stufenmodelle des Erstspracherwerbs von der pränatalen Wahrnehmung bis zur grammatischen Entwicklung im Kindesalter dargestellt.
2.2 Zweisprachigkeit – Eine Definition: Dieses Kapitel grenzt den Begriff der Zweisprachigkeit ein und beleuchtet die Schwierigkeiten und Formen (nebengeordnet/gemischt) bei der Beherrschung zweier Sprachen.
2.3 Das Aneignen der Zweitsprache: Hier werden Theorien zum Zweitspracherwerb wie die Kontrastiv- und Interlanguagehypothese vorgestellt sowie Faktoren der natürlichen Zweisprachigkeit in der Kindheit diskutiert.
2.4 Sprachverteilung / Sprachwechsel / Sprachmischung/ Interferenzen: Dieses Kapitel untersucht Phänomene des Sprachgebrauchs, wie Interferenzen und Sprachmischungen bei Zweisprachigen, und bewertet die Rolle funktionaler Sprachtrennung.
3 Das Vergessen: Es werden die neurologischen Grundlagen des Erinnerns und die Mechanismen des Vergessens von Zweitsprachen unter Bezugnahme auf Ebbinghaus analysiert.
3.1 Die Regressionshypothese: Vorstellung der Theorie, dass Sprachverlust spiegelbildlich zur Erwerbsreihenfolge verläuft.
3.2 Die Linguistic-Feature- Hypothese: Diskussion der Hypothese, dass Sprachkenntnisse anhand ihrer Häufigkeit und funktionalen Wertigkeit behalten oder vergessen werden.
3.3 Die Hypothese der affektiven Variablen: Analyse des Einflusses von Motivation und Einstellung auf den Zweitspracherwerb und die Vergessensrate.
4 Strategien der Erinnerung: Vorstellung von Lernstrategien und Mnemotechniken, die den Abruf vergessener Vokabeln oder Sprachinhalte erleichtern können.
5 Resümee: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse zur Sprachentstehung, zum Erwerb und zum Sprachvergessen sowie Ausblick auf den heutigen Stand der Wissenschaft.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, Zweisprachigkeit, Sprachvergessen, Sprachentwicklung, Muttersprache, Zweitsprache, Regressionshypothese, Linguistic-Feature-Hypothese, Affektive Variablen, Mnemotechniken, Interferenz, Sprachwechsel, Sprachmischung, Language-Attrition, Kognition
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen Prozessen des natürlichen Spracherwerbs und den Mechanismen, die zu einem Vergessen von bereits erlernten Zweitsprachen führen.
Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Erwerbsstadien der Muttersprache, den Theorien zur Zweisprachigkeit, den Interferenzphänomenen sowie der Analyse wissenschaftlicher Hypothesen zum Sprachverlust.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das natürliche Erlernen und das Vergessen von Zweitsprachen anhand aktueller theoretischer Ansätze und wissenschaftlicher Erkenntnisse zu erläutern und zu systematisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender psychologischer und linguistischer Forschungsergebnisse sowie auf die Diskussion bekannter Hypothesen und Fallstudien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der Theorien zum Spracherwerb, eine Definition der Zweisprachigkeit, eine Analyse der Interferenzerscheinungen und eine Diskussion der Theorien zum Sprachvergessen (Regression, Feature-Hypothese, affektive Variablen).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Spracherwerb, Zweisprachigkeit, Sprachvergessen, Interferenz und die verschiedenen Erklärungsmodelle wie die Regressionshypothese.
Welche Rolle spielt das Gehirn beim Spracherwerb laut dieser Arbeit?
Es werden die anatomischen Voraussetzungen wie die funktionelle Differenzierung der Gehirnhälften (Broca- und Wernicke-Zentrum) und die Bedeutung des Hippocampus für das Erinnern hervorgehoben.
Was besagt die Regressionshypothese konkret?
Sie postuliert, dass beim Sprachverlust Strukturen in umgekehrter Reihenfolge verloren gehen, wie sie ursprünglich erlernt wurden – also komplexe, zuletzt erworbene Strukturen zuerst.
Welche Bedeutung haben Mnemotechniken bei der Sprachreaktivierung?
Sie dienen als kognitive Hilfsmittel, um durch Assoziationen und Abrufreize den Zugang zu Wörtern zu ermöglichen, die im mentalen Lexikon zwar gespeichert, aber aktuell nicht direkt abrufbar sind.
- Arbeit zitieren
- Andreea Feierstein (Autor:in), 2004, Spracherwerb und Sprachvergessen - Prozesse in der Zweitsprache, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/82477