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Lessing und die französische klassizistische Tragödie

Titel: Lessing und die französische klassizistische Tragödie

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Janine Kapol (Autor:in)

Französische Philologie - Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Meine nun folgende Arbeit hat das Verhältnis Lessings zur französisch klassizistischen
Tragödie, im Besonderen zu Corneille, zum Thema. Vor allem mit Bezug auf Aristoteles übte
Lessing scharfe Kritik an Corneille. Ich möchte zunächst den Kontext beider Autoren
erläutern und die jeweilige Dramentheorie in groben Zügen umreißen. Mein Augenmerk liegt
dabei auf Lessing, der im Mittelpunkt dieser Darstellung steht. Danach werde ich im
Einzelnen auf die Kritikpunkte Lessings eingehen. Dabei beschäftigen mich auch die Fragen,
inwieweit Lessing ‚Recht hat’ mit seinen Vorwürfen, beziehungsweise einen Schritt weiter
gedacht, ob diese Frage überhaupt legitim oder zu beantworten ist. Oder auch ob es gar
notwendig ist, eine Antwort zu finden, das heißt, ob es nicht vielmehr kritisch zu beurteilen
ist, sich einem Vorbild so sehr zu verschreiben, das es als alleiniger ästhetischer Maßstab für
die ‚wahre’ Tragödie gilt.
Letztlich noch eine wichtige Begriffsklärung, die ich der Hausarbeit voranstellen möchte,
nämlich die Unterscheidung von ‚Klassik’ und ‚Klassizismus’. Literaturwissenschaftlich
gesehen bezeichnet die Klassik die Epoche eines Landes, in der das literarische Schaffen als
mustergültig und normbildend angesehen wird. Der Klassizismus hingegen ist „jeder
antikisierende Kunststil[…], der durch Überwiegen der rezeptiven, mehr epigonalen
Einstellung über die produktive von der Klassik selbst geschieden wird.“1 Das Besondere ist,
dass beide im Frankreich des 17.Jahrhunderts zusammenfallen. Es findet sowohl eine starke
Orientierung an der Antike, vor allem an Aristoteles, statt, als auch das Herausbilden eines
„solche[n] Maß[es] an Vollkommenheit und Eigenständigkeit […], daß […] selbst wiederum
späteren Generationen als Modell dienen kann.“2 Da es in meiner Arbeit vorwiegend um den
Aspekt des Bezugs auf die antiken Vorbilder geht, werde ich von dem ‚französischen
Klassizismus’ sprechen.

==
1Wilpert, Gero von: Sachwörterbuch der Literatur. 8., verbesserte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Kröner
2001, S. 415.
2Französische Literaturgeschichte. Hrsg. von Jürgen Grimm. 3., um die frankophone Literatur außerhalb
Frankreichs erweiterte Auflage. Stuttgart: Metzler 1994, S. 136.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lessing und seine Zeit

3. Lessings Theorie

4. Corneilles Theorie

5. Kritikpunkte Lessings an der französischen klassizistischen Tragödie im Allgemeinen und Corneille im Besonderen

5.1 die Affekte

5.2 die Reinigung der Leidenschaften

5.3 der Held

5.4 die drei Einheiten

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das kritische Verhältnis Gotthold Ephraim Lessings zur französischen klassizistischen Tragödie, mit einem besonderen Fokus auf die Dramentheorie von Pierre Corneille. Dabei wird analysiert, inwieweit Lessings Auseinandersetzung mit aristotelischen Vorgaben und seine Forderung nach einer authentischen, moralisch prägenden Bühnenkunst die Abgrenzung zum französischen Modell begründeten.

  • Lessings literaturkritische Position und seine Theorie der Tragödie
  • Die theoretischen Grundlagen und Regelwerke von Pierre Corneille
  • Vergleichende Analyse der Konzepte von Wahrscheinlichkeit, Notwendigkeit und den "drei Einheiten"
  • Kritik an der Darstellung von Leidenschaften und Heldenfiguren
  • Die historische Bedeutung der Lessingschen Polemik für das deutsche Theater

Auszug aus dem Buch

5.1 die Affekte

Ich beginne mit dem Abschnitt zu den Affekten, die Aristoteles als eleos und phobos bezeichnet.

Über die Jahrhunderte hinweg findet man die unterschiedlichsten Übersetzungen und damit auch Interpretationen dieser zwei Emotionen, deren Erregung laut Aristoteles vornehmliches Ziel der Tragödie darstellt.

Betrachten wir eleos, so scheint dies dem gerade Gesagten auf den ersten Blick zu widersprechen. Die Übersetzung durch ‚Mitleid’ beziehungsweise ‚pitié’ findet sich sowohl bei Corneille als auch bei Lessing. Nur in der zeitgenössischen Aristoteles-Interpretation, die auch Manfred Fuhrmann vertritt, wird von ‚Jammer’ gesprochen, doch soll dies nur eine Erwähnung bleiben und ist nicht Inhalt dieser Hausarbeit. Wichtig ist in dem Zusammenhang zu sagen, dass das Mitleid bei Corneille und Lessing inhaltlich zu unterscheiden ist. Ganz eng damit verbunden ist die Beschaffenheit des Helden, für den wir Mitleid empfinden sollen. Für Lessing steht die Identifikation mit einem uns ähnlichen Helden im Vordergrund, was dazu führt, das wir als Zuschauer das Gefühl bekommen, dass sozusagen ‚einer von uns’ leidet und unser Mitleid dadurch soweit geht, dass wir das ihm widerfahrene Unglück selbst spüren. Bei Corneille hingegen haben wir es mit einem außergewöhnlichen Helden zu tun, der keine unmittelbare Identifikation ermöglicht und so kommt Corneille „zu der Auffassung [, dass] das Mitleid eine moralische Anteilnahme an dem Geschick der dargestellten Personen ist“, also ein Mitleid von ‚außen’ bleibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition des Themenbereichs sowie Klärung der Begriffe „Klassik“ und „Klassizismus“ als theoretische Basis für die Untersuchung der Lessingschen Kritik.

2. Lessing und seine Zeit: Darstellung des biografischen und kulturellen Hintergrunds Lessings, geprägt durch die Aufklärung und das Streben nach einer eigenständigen deutschen Nationalliteratur.

3. Lessings Theorie: Analyse von Lessings literaturtheoretischem Fundament, das sich maßgeblich auf eine spezifische Auslegung der aristotelischen Poetik stützt.

4. Corneilles Theorie: Untersuchung von Corneilles dramaturgischem Regelwerk, insbesondere seiner Konzepte zu Wahrscheinlichkeit (vraisemblance) und Notwendigkeit (nécessaire).

5. Kritikpunkte Lessings an der französischen klassizistischen Tragödie im Allgemeinen und Corneille im Besonderen: Detaillierte Gegenüberstellung der ästhetischen und moralischen Vorstellungen beider Dichter in Bezug auf zentrale dramaturgische Kategorien.

5.1 die Affekte: Vergleich der Konzepte von Mitleid (eleos) und Furcht (phobos) bei Lessing und Corneille.

5.2 die Reinigung der Leidenschaften: Erläuterung der unterschiedlichen Interpretationen der Katharsis als Mittel zur moralischen Veredelung des Zuschauers.

5.3 der Held: Untersuchung des Bedeutungswandels der tragischen Heldenfigur, weg von der Ständeklausel hin zum bürgerlichen Charakter.

5.4 die drei Einheiten: Diskussion der unterschiedlichen Herangehensweise an Ort, Zeit und Handlung im Drama.

6. Schluss: Zusammenfassende Würdigung der Polemik Lessings und deren historische Rolle bei der Emanzipation des deutschen Theaters.

Schlüsselwörter

Lessing, Corneille, französische Tragödie, Dramentheorie, Aristoteles, Aufklärung, Mitleid, Furcht, Katharsis, Wahrscheinlichkeit, drei Einheiten, Klassizismus, Bürgerliches Trauerspiel, Literaturkritik, Dramaturgie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das kritische Verhältnis Gotthold Ephraim Lessings zur französischen klassizistischen Tragödie und insbesondere zu Pierre Corneille.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Dramentheorien des 17. und 18. Jahrhunderts, die Interpretation von Aristoteles' Poetik sowie die Konzepte von Tragik, Mitleid und Furcht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für Lessings scharfe Kritik am französischen Vorbild aufzuzeigen und zu verstehen, wie diese Polemik zur Entwicklung einer eigenständigen deutschen Dramatik beitrug.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primäre Dramentheorien der behandelten Autoren mit zeitgenössischer Fachliteratur kontrastiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet detailliert die theoretischen Differenzen zwischen Lessing und Corneille hinsichtlich der Affektlehre, des Heldenbegriffs und der dramatischen Einheiten.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Klassizismus, Katharsis, Identifikation, Wahrscheinlichkeit (vraisemblance) und die moralische Veredelung durch das Drama.

Wie unterscheidet sich Lessings Verständnis der "Reinigung" von dem Corneilles?

Während Corneille die Katharsis oft als Befreiung von einem Übermaß an Leidenschaften versteht, sieht Lessing darin einen Prozess, durch den der Zuschauer mittels Mitleid und Furcht zu moralischer Integrität geführt wird.

Warum lehnte Lessing die strikte Einhaltung der "drei Einheiten" ab?

Lessing sah in der Einhaltung von Ort und Zeit oft eine mechanische Regelbefolgung, die dem Geist der antiken Vorbilder widersprach und die naturgetreue Darstellung der Handlung behinderte.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lessing und die französische klassizistische Tragödie
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
1,3
Autor
Janine Kapol (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
23
Katalognummer
V71975
ISBN (eBook)
9783638689854
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lessing Tragödie Corneille
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janine Kapol (Autor:in), 2007, Lessing und die französische klassizistische Tragödie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/71975
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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