Elitenherrschaft wird oft als eine vielköpfige Hydra der Berufspolitiker bezeichnet, die mit ihren zahlreichen Köpfen den großen Corpus des Volkes leitet. Die Gliedmaßen des Körpers haben zwar die Voraussetzung zur Bewegung, sind aber träge und erhalten erst durch Impulse der Gehirne, die alle eingehenden Informationen verarbeiten, die Aufforderung zur Bewegung und deren Richtung. Die Köpfe sind der Hydra gewachsen. Sie können nicht ausgetauscht werden, sondern bleiben immer die bestimmende Zentrale.
Ist das Bild der Hydra als Sagengestalt auf die Form der Elitenherrschaft übertragbar? Anhand Schumpeters demokratietheoretischen Ansatzes der Elitendemokratie soll der Frage in dieser Hausarbeit auf den Grund gegangen werden und die Vorstellungen seiner Theorie diskutiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Ursprung: Die klassische Elitedemokratie
3. Die Theorie demokratischer Elitenherrschaft – Moderne Elitedemokratie
4. Die Ansichten Joseph Schumpeters (Theorieinhalt)
5. Kritik an Schumpeters Elitedemokratie
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den demokratietheoretischen Ansatz der Elitendemokratie von Joseph A. Schumpeter. Ziel ist es, die Vorstellungen seiner Theorie kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit das Bild einer "Hydra aus Berufspolitikern" auf sein Modell der Elitenkonkurrenz anwendbar ist.
- Entwicklung und Grundlagen der klassischen Elitentheorie.
- Übergang zur modernen Theorie der demokratischen Elitenherrschaft.
- Detaillierte Analyse des Schumpeterschen Modells der Elitendemokratie.
- Kritische Diskussion des Bürgerleitbildes und der normativen Voraussetzungen.
- Bewertung der Stabilität und Partizipation innerhalb der Elitendemokratie.
Auszug aus dem Buch
Die Ansichten Joseph A. Schumpeters (Theorieinhalt)
Nach dem Überblick zur Elitenherrschaft soll im Folgenden auf Schumpeters Elitetheorie eingegangen werden. Der Ansatz von Joseph A. Schumpeters Theorie ist bei der klassischen Elitetheorie und modernen Elitedemokratie sowie bei Max Weber zu finden.
Die Kritik der klassischen Demokratietheorie bildet den Ausgangspunkt für Schumpeters demokratietheoretische Überlegungen. Er legte folgende Zusammenfassung zu Grunde: „Die demokratische Methode ist jene institutionelle Ordnung zur Erzielung politischer Entscheide, die das Gemeinwohl dadurch verwirklicht, dass sie das Volk selbst die Streitfragen entscheiden lässt und zwar durch die Wahl von Personen, die zusammenzutreten haben, um seinen Willen auszuführen.“
Für diese Definition wurde Schumpeter heftig kritisiert. Ihm ist sogar vorgeworfen worden, dass er den klassischen Demokratiebegriff verfälsche. Seine Überspitzung zeigt allerdings die Schwächen direktdemokratischer Konzeptionen auf und dient ihm dazu, seine eigene Theorie zu untermauern und als die einzige sinnvolle darzustellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Elitenherrschaft ein und stellt das Ziel der Hausarbeit sowie die verwendete Literatur vor.
2. Der Ursprung: Die klassische Elitedemokratie: Hier werden die Wurzeln der Elitentheorie bei Vertretern wie Mosca, Pareto und Michels erläutert, die Demokratie oft als Herrschaftsinstrument einer Minderheit betrachteten.
3. Die Theorie demokratischer Elitenherrschaft – Moderne Elitedemokratie: Dieses Kapitel beschreibt den Wandel hin zu einer moderneren Sichtweise, in der Eliten nicht mehr abgeschlossen sind, sondern durch Konkurrenz und Heterogenität gekennzeichnet werden.
4. Die Ansichten Joseph Schumpeters (Theorieinhalt): Dieser Abschnitt analysiert Schumpeters Kritik an der klassischen Demokratietheorie sowie sein eigenes Konzept der "demokratischen Methode" durch Elitenwettbewerb.
5. Kritik an Schumpeters Elitedemokratie: Hier werden die Schwächen des Modells, insbesondere der Widerspruch zwischen Bürgerrolle und normativen Voraussetzungen, kritisch diskutiert.
6. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und beantwortet die Einleitungsfrage zur Übertragbarkeit des Hydra-Bildes auf die Schumpetersche Elitedemokratie.
Schlüsselwörter
Elitendemokratie, Joseph A. Schumpeter, Elitenkonkurrenz, Demokratie, Politische Theorie, Elite, Oligarchie, Wahl, Massendemokratie, Gemeinwohl, politische Führung, Partizipation, politische Methode, Elitentheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Demokratietheorie von Joseph A. Schumpeter und hinterfragt die Elitendemokratie kritisch.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die klassische Elitentheorie, den Wandel zur modernen Elitendemokratie und die spezifische Theorie von Schumpeter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine kritische Auseinandersetzung mit Schumpeters Elitedemokratie und die Beantwortung der Frage, ob diese als "Hydra aus Berufspolitikern" bezeichnet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, basierend auf einer fundierten Auswertung klassischer und moderner demokratietheoretischer Standardwerke.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung der Elitentheorie, die Vorstellung von Schumpeters Modell sowie eine kritische Reflektion dieser Theorie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Elitendemokratie, Konkurrenz, Elite, Demokratie und politische Führung.
Wie bewertet Schumpeter die Rolle des Bürgers?
Schumpeter zeichnet ein eher skeptisches Bild des Bürgers, den er als anfällig für irrationale Impulse und wenig kompetent bei komplexen politischen Entscheidungen beschreibt.
Wird das Modell der Elitendemokratie heute noch als aktuell angesehen?
Ja, die Arbeit zeigt auf, dass Schumpeters Ideen zur Elitenkonkurrenz weiterhin ein wichtiger Bezugspunkt für die aktuelle Diskussion über Demokratietheorien sind.
- Arbeit zitieren
- Peter Kögler (Autor:in), 2006, Ist die Elitedemokratie eine Hydra aus Berufspolitikern? -Joseph A. Schumpeter: Elitendemokratie , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/69520