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Die Faszination des Kruden - Heiner Müllers Bearbeitung von Shakespeares "Titus Andronicus"

Titel: Die Faszination des Kruden - Heiner Müllers Bearbeitung von Shakespeares "Titus Andronicus"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 32 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Mario Fesler (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das hinterfragende Spiel mit literarischen Traditionen und deren wichtigsten Vertretern, ist ein Aspekt, der sich in auffälligem Maße durch das Schaffen Heiner Müllers zieht. Insbesondere in seinen dramatischen Werken wird der Leser und Zuschauer mit einer Vielzahl von intertextuellen Verweisen konfrontiert, die es schwermachen, alle Bezüge einzuordnen. In Müllers kreativer Beschäftigung mit Literatur lassen sich, trotz ihrer Vielfalt, dennoch einige Schwerpunkte entdecken. Neben dem Schaffen Brechts ist auch William Shakespeare und sein Werk einer dieser Schwerpunkte, zu denen Heiner Müller immer wieder zurückkehrt. Das künstlerische Spektrum reicht hierbei von reinen Übertragungen (Wie es Euch gefällt) über übersetzende Neukonstruktionen (Macbeth) bis hin zum verstörenden Reduzieren und Verändern des Prätextes (Hamletmaschine). Im Mittelpunkt dieser Arbeit soll die letzte „große“ Bearbeitung eines Shakespeare–Stückes stehen, die wiederum durch einen völlig neuen Umgang mit der Vorlage gekennzeichnet ist: Müllers Anatomie Titus Fall of Rome, welches sich dem umstrittenen Titus Andronicus annimmt, einem Werk, das die Literaturwissenschaft nur mit einigem Zaudern dem großen Dramatiker zuordnen wollte. Ein verständliches Zaudern, ist doch der Titus auf den ersten Blick nur schwerlich mit der Genialität des späteren Shakespeare in Einklang zu bringen und trägt den Makel der „Unreife“. Es soll untersucht werden, inwieweit gerade die Mängel, die spezifische Problemhaftigkeit des Titus Ansatzpunkte für Müller sind, wie es ihm gelingt, aus den Schwächen des Stückes Kapital für sein eigenes dramatisches Schaffen zu schlagen. Hierzu soll zunächst der Text Shakespeares betrachtet und dabei die geläufigsten Kritikpunkte an diesem herausgearbeitet werden, die im Folgenden an Müllers Bearbeitung herangetragen werden. Sind die angegriffenen Mängel durch Müllers Bearbeitung ausgemerzt? Ergeben die Eingriffe „etwas anderes“, wie Müller es als Impetus zur Auseinandersetzung angegeben hat? Inwieweit nutzt Müller vorhandene Anlagen des Shakespeare–Textes zur Umsetzung der eigenen dramatischen Vision? Um die spezifischen Leistungen von Müllers Arbeit schärfer zu profilieren, soll eine andere Bearbeitung des shakespearschen Titus durch einen renommierten deutschen Dramatiker des 20. Jahrhunderts immer wieder mit ins Blickfeld rücken: Friedrich Dürrenmatts Version aus dem Jahre 1970.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. TITUS ANDRONICUS – DER UNGELIEBTE SHAKESPEARE

3. SHAKESPEARES „SCHWÄCHEN“ IN MÜLLERS ANATOMIE TITUS FALL OF ROME EIN SHAKESPEAREKOMMENTAR

3.1. DRAMATURGISCHE SCHWÄCHEN

3.2. GEWALT

3.2.1 GEWALT ALS SPEKTAKEL

3.2.2 GEWALT ALS PRODUKT DES KÜNSTLERS

3.2.3 GEWALT ALS SIGNUM DER GESCHICHTE

3.3. DIE CHARAKTERE

3.3.1 DIE GENERELLE PROBLEMATIK DER CHARAKTERE IN TITUS ANDRONICUS

3.3.2 TITUS ANDRONICUS

3.3.3. TAMORA

3.3.4. LAVINIA

3.3.5 AARON

4. SCHLUSSBEMERKUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Heiner Müller die als mangelhaft kritisierten Aspekte von Shakespeares „Titus Andronicus“ in seiner Bearbeitung „Anatomie Titus Fall of Rome“ aufgreift, transformiert und für seine eigene dramatische Vision nutzt, wobei Friedrich Dürrenmatts Version als vergleichende Referenz dient.

  • Analyse der sogenannten „Schwächen“ des Shakespeare-Prätextes
  • Die Funktion von Gewalt als Spektakel und geschichtliches Signum
  • Transformation der Charakterzeichnung bei Müller im Vergleich zu Shakespeare
  • Rolle des Kommentars zur Aufbrechung der klassischen Dramenstruktur
  • Gegenüberstellung von Müllers und Dürrenmatts Bearbeitungsansätzen

Auszug aus dem Buch

3.1. Dramaturgische Schwächen

Da es im Rahmen dieser Arbeit kaum möglich ist, eine detaillierte Analyse aller dramaturgischen „Fehler“ des Prätextes vorzunehmen und an Müllers Bearbeitung heranzutragen, sollen an dieser Stelle die bereits angesprochenen Merkmale und die dafür angeführten Beispiele als „Stichproben“ genommen werden. Der erste Akt des Shakespeare–Stückes wurde bereits als besonders misslungen angeführt und dieser ist es auch, der in Müllers Anatomie besondere Bearbeitungsaufmerksamkeit erfährt. Sicherlich wurden auch aus „Zeitgründen...die Kommentare immer kürzer und immer mehr Shakespeare–Text blieb erhalten“, dennoch bedarf gerade der erste Akt der Überholung.

Im Titus Andronicus ist dieser von einer auffälligen Behäbigkeit, in der ohne besondere Raffinesse der Grundkonflikt – der Streit von Bassianus und Saturnin um den Rang als Kaiser des ehrenvollen Roms – exponiert wird, aus dem sich alle weiteren Konflikte und deren Konsequenzen entwickeln. Brav nacheinander erscheinen nahezu alle im weiteren Verlauf des Stückes wichtigen Charaktere und werden in ihrem Status vorgestellt: Neben den Konkurrenten um den Kaiserthron Saturnin und Bassianius der erfolgreiche Feldherr Titus Andronicus, seine Tochter Lavinia, seine Söhne, sein Bruder Marcus, die gefangene Gotenkönigin Tamora mit ihren Söhnen und der Mohr Aaron.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Arbeitsweise Heiner Müllers und Vorstellung des Untersuchungsgegenstands sowie der Leitfragen bezüglich der Bearbeitung von Shakespeares "Titus Andronicus".

2. TITUS ANDRONICUS – DER UNGELIEBTE SHAKESPEARE: Darstellung der Rezeptionsgeschichte des Stückes und Analyse der Gründe für die langjährige Ablehnung sowie die handwerklichen Kritikpunkte.

3. SHAKESPEARES „SCHWÄCHEN“ IN MÜLLERS ANATOMIE TITUS FALL OF ROME EIN SHAKESPEAREKOMMENTAR: Detaillierte Untersuchung von Müllers Umgang mit den dramaturgischen Schwächen, der Darstellung von Gewalt und der psychologischen Dimension der Charaktere.

4. SCHLUSSBEMERKUNG: Fazit über Müllers originären Umgang mit dem Stoff und Zusammenfassung der Erkenntnisse im Vergleich zu Dürrenmatts Bearbeitung.

Schlüsselwörter

Heiner Müller, William Shakespeare, Titus Andronicus, Anatomie Titus Fall of Rome, Friedrich Dürrenmatt, Dramaturgie, Gewalt, Charakterzeichnung, Shakespeare-Rezeption, Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Adaption, Textkommentar, Geschichte, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Heiner Müller das als „krude“ kritisierte Shakespeare-Stück „Titus Andronicus“ in seiner Bearbeitung „Anatomie Titus Fall of Rome“ umgestaltet, um es für zeitgenössische Fragestellungen zu nutzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören der Umgang mit dramaturgischen Mängeln, die Funktion von expliziter Gewalt sowie die Transformation der Charakterzeichnung und des Geschichtsbildes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es herauszuarbeiten, wie Müller aus den Schwächen der Vorlage Kapital für sein eigenes dramatisches Schaffen schlägt, anstatt diese lediglich zu „auszubügeln“.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse von Müllers Bearbeitung mit dem Shakespeare-Original sowie einen wertenden Vergleich mit Friedrich Dürrenmatts Version von 1970.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil untersucht dramaturgische Schwächen, verschiedene Aspekte der Gewalt (als Spektakel, Produkt des Künstlers, Signum der Geschichte) und die Modifikation der Hauptcharaktere.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Heiner Müller, Shakespeare, Titus Andronicus, Anatomie Titus, Gewalt, Charakter, Adaption, Dürrenmatt und Geschichtsbild.

Wie geht Müller mit dem dramaturgischen Problem des ersten Akts um?

Müller kürzt den langatmigen Einstieg und verwendet Kommentartexte, die den Dramenkörper durchschneiden, um die Konfrontation des Materials mit seiner eigenen Wirklichkeit zu ermöglichen.

Wie unterscheidet sich Müllers Aaron von der Shakespeare-Figur?

Während Aaron bei Shakespeare ein reiner Bösewicht ist, wird er bei Müller zum „Regisseur“ und Identifikationspunkt für eine globale Nord-Süd-Problematik, ohne seine teuflischen Züge zu verlieren.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Faszination des Kruden - Heiner Müllers Bearbeitung von Shakespeares "Titus Andronicus"
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Theaterwissenschaft)
Veranstaltung
Heiner Müller
Note
2,0
Autor
Mario Fesler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
32
Katalognummer
V65158
ISBN (eBook)
9783638577946
ISBN (Buch)
9783638670418
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Faszination Kruden Heiner Müllers Bearbeitung Shakespeares Titus Andronicus Heiner Müller
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mario Fesler (Autor:in), 2004, Die Faszination des Kruden - Heiner Müllers Bearbeitung von Shakespeares "Titus Andronicus", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/65158
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  32  Seiten
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