Wer in der heutigen Zeit auf der Suche nach einer Arbeit ist, muss meist eine wichtige Eigenschaft besitzen um in Unternehmen Fuß zu fassen: man muss teamfähig sein. Teamfähigkeit wird groß geschrieben, es klingt fortschrittlich, jung und dynamisch.
Warum suchen Unternehmen teamfähige Mitarbeiter? In welchen Gruppenformen beschäftigt man Angestellte und Arbeiter und wie sind diese Gruppenformen entstanden?
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Gruppenarbeit und soll ihre Entwicklung beschreiben, sowie auf die verschiedenen Formen des gemeinschaftlichen Arbeitens eingehen. Anschließend werden die betrieblichen und sozialen Interessen an der Einführung von Gruppenarbeit verdeutlicht und gegenübergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gruppenarbeit
2.1 Merkmale der Gruppenarbeit
2.2. Ziele der Gruppenarbeit
3. Führung in der Gruppenarbeit
4. Formen von Gruppenarbeit
4.1 Teilautonome Gruppenarbeit
4.2 Fertigungsteams – Teamarbeit
4.3 Qualitätszirkel
5. Die Entwicklung von Gruppenarbeit und ihren Formen
5.1 Deutschland in den goldenen 20er Jahren – erste Ideen der Gruppenarbeit
5.2 Skandinavien in der 60er Jahren: Arbeitsgruppen
5.3 Schwedische Automobilwerke führen in den 70er Jahren teilautonome Gruppenarbeit ein
5.4 Die deutsche Humanisierung der Arbeit in den 70er Jahren
5.5 In den 80ern wird Japan wirtschaftliches Vorbild
5.6 Anfang der 90er: teilautonome Gruppenarbeit gewinnt in Deutschland an Bedeutung
5.7 Perspektive
6. Soziale und betriebliche Interessenlagen der Gruppenarbeit
7. Schlusspunkt
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die verschiedenen Ausprägungsformen der Gruppenarbeit in Unternehmen, um betriebliche Produktivitätsinteressen den sozialen Bedürfnissen der Arbeitnehmer gegenüberzustellen.
- Grundlagen und Definition der Gruppenarbeit
- Führungsstrukturen und deren Wandel in Gruppen
- Typologien (teilautonome Gruppen, Fertigungsteams, Qualitätszirkel)
- Historische Evolution der Arbeitsorganisation (von den 20er Jahren bis heute)
- Analyse betrieblicher vs. sozialer Interessenlagen
Auszug aus dem Buch
4.2 Fertigungsteams – Teamarbeit
Im Gegensatz zur teilautonomen Gruppenarbeit, welche betrieblichen und sozialen Interessen gerecht wird, stehen die Fertigungsteams (Teamarbeit), auch eingeschränkte Gruppenarbeit genannt. Diese Arbeitsorganisationsform wurde nach japanischem Vorbild entwickelt, um das Ziel der hohen Nachfrageflexibilität und folglich der Produktivitätssteigerung zu erreichen.
Die Gruppenarbeit geschieht weitgehend am Fließband. Hier wird die Produktion auf die einzelnen Arbeiter aufgeteilt, die im Just-in-Time-Prinzip, also nach Auftragslage, Waren produzieren. Sie können den Ablauf der Produktion nicht mitbestimmen, dieser wird streng von Vorgesetzten vorgegeben.
Trotzdem ist Teamarbeit auch eine Form von Gruppenarbeit. Die Mitarbeiter müssen fähig sein jede Station ihres Teams qualitativ hervorragend zu beherrschen, und so Job-Rotation zu ermöglichen. Mitarbeiter sind demnach sehr gut austauschbar, Personalengpässen kann das Unternehmen leichter ausweichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit von Teamfähigkeit in modernen Unternehmen und skizziert die Fragestellungen hinsichtlich Entstehung und Formen der Gruppenarbeit.
2. Gruppenarbeit: Es werden die grundlegenden Merkmale, das Wir-Gefühl und die Zielsetzungen wie Flexibilität und Kostenreduktion innerhalb von Arbeitsgruppen erläutert.
3. Führung in der Gruppenarbeit: Das Kapitel beschreibt den Wandel der Führungskraft vom Kontrolleur zum Koordinator, der Gruppen in zentralen oder dezentralen Strukturen unterstützt.
4. Formen von Gruppenarbeit: Eine detaillierte Vorstellung der wichtigsten Organisationsformen, unterteilt in teilautonome Gruppen, Fertigungsteams und Qualitätszirkel.
5. Die Entwicklung von Gruppenarbeit und ihren Formen: Eine chronologische Analyse der historischen Entwicklung, beginnend bei den 20er Jahren über die skandinavischen Experimente bis hin zum japanischen Einfluss und der heutigen Situation in Deutschland.
6. Soziale und betriebliche Interessenlagen der Gruppenarbeit: Gegenüberstellung der betriebswirtschaftlichen Vorteile wie Produktivitätssteigerung und der sozialen Aspekte wie Humanisierung der Arbeit und erhöhte Zufriedenheit.
7. Schlusspunkt: Resümee über den Erfolg der Gruppenarbeit als heute etablierte Normalität in der modernen Wirtschaftswelt.
Schlüsselwörter
Gruppenarbeit, Teamarbeit, Teilautonome Gruppen, Qualitätszirkel, Fertigungsteams, Arbeitsorganisation, Industrialisierung, Humanisierung der Arbeit, Produktivität, Führung, Just-in-Time, Job-Rotation, Betriebliche Interessen, Soziale Interessen, Arbeitszufriedenheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung, die verschiedenen Organisationsformen sowie die betrieblichen und sozialen Aspekte der Gruppenarbeit in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Formen der Gruppenarbeit, der Wandel von Führungsaufgaben, die historische Entwicklung in verschiedenen Ländern und die Interessenkonflikte zwischen Management und Mitarbeitern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu verdeutlichen, warum Unternehmen Gruppenarbeit einführen und wie diese Arbeitsform sowohl betriebswirtschaftliche Effizienzziele als auch soziale Bedürfnisse der Arbeitnehmer beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene Konzepte, Erfahrungen und Perspektiven der Gruppenarbeit sowie historische Fallbeispiele vergleichend gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Erörterung der Arbeitsformen, eine historische Einordnung der Entwicklungsstadien seit den 1920er Jahren sowie eine Analyse der unterschiedlichen Interessenlagen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Gruppenarbeit, Arbeitsorganisation, Produktivität, Humanisierung der Arbeit und teilautonome Gruppen.
Wie unterscheiden sich teilautonome Gruppen von Fertigungsteams?
Während teilautonome Gruppen einen hohen Handlungsspielraum besitzen und zur Humanisierung beitragen, sind Fertigungsteams meist streng taktgebunden und primär auf Produktivitätssteigerung nach japanischem Vorbild ausgerichtet.
Warum spielt das "Wir-Gefühl" eine so wichtige Rolle?
Das Wir-Gefühl dient als zentrales Merkmal der Arbeitsgruppe, um gemeinsame Ziele zu erreichen, die Zusammenarbeit zu stärken und die Identifikation mit dem Produkt zu erhöhen.
Was ist der Zweck von Qualitätszirkeln?
Qualitätszirkel dienen dazu, Mitarbeiter auf freiwilliger Basis an der Lösung betrieblicher Problemstellungen zu beteiligen, um Produktivität und Qualität ohne komplette Neuorganisation der Arbeit zu steigern.
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- Carina Dutschmann (Author), 2006, Zur Entwicklung bzw. ökonomischen und sozialen Funktion von Gruppenarbeit im Unternehmen , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/61651