Das Wort 'Excellence’ hielt Einzug in den Managementsprachgebrauch in den frühen 80ern, als das Buch 'In Search of Excellence’ von Peters und Watermann populär wurde, die sich darin mit 'excellent companies’ auseinandersetzten und untersuchten, worauf diese 'Excellence’ beruht. In ihrem Modell spielten u. a. Kundenähe, Produktivität aber auch die Strukturen der Belegschaft eine Rolle. Einige der darin genannten Firmen haben sich jedoch in den letzten 20 Jahren als doch nicht so erfolgreich erwiesen (vgl. Vittal, N. 2001). Dies verdeutlicht, dass 'Excellence’ also kein statischer Zustand ist, sondern - dem sog. 'Zahn der Zeit’ unterworfen - ständiger Anstrengung bedarf. In den späten 80ern und frühen 90ern wurde der Erfolg eines Unternehmens - ausgehend vom damaligen Erfolg japanischer Unternehmen - mehr über den Begriff 'Qualität’ definiert und das Modell des 'Total Quality Managements (TQM)' hielt Einzug. Auch hier spielte Kundennähe sowie Kundenzufriedenheit, Innovation und - als ein weiteres Element - die Firmenkultur eine entscheidende Rolle. In diesem ganzheitlichen Ansatz wurde deutlich herausgestellt, dassjederMitarbeiter in der Firma für den Erfolg mitverantwortlich ist, also nicht nur - wie bisher üblich - das Management. Diese und viele andere theoretische Ansätze dienten dem Ziel, den Erfolg eines Unternehmens zu untersuchen und herauszufinden, welche Faktoren dafür verantwortlich sein können, dass einige Firmen erfolgreicher sind als ihre direkte Konkurrenz. Allen gemein ist jedoch die Erkenntnis, dass es ständiger Innovation und damit einhergehend ständigen Wandels bedarf, um 'Excellence’ zu erreichen bzw. dort zu verbleiben. "Im Gelingen dieser Transformationsprozesse zeigt sich die Exzellenz von Unternehmungen. Sie erfordert die professionelle Handhabung tief greifender Veränderungen sowie die Umgestaltung von beharrungsmächtigen Unternehmungen zu flexiblen, entwicklungsfähigen Einheiten, verlangt also 'Excellence in Change’.“ Im Change Management liegt also "der Schlüssel zu Business Process Excellence".
Inhaltsverzeichnis
1. Theoretische Einführung
2. Modelle für 'Excellence'
3. Projektarbeit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der unternehmerischen Exzellenz und dessen Übertragbarkeit auf den öffentlichen Dienst. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie durch strategisches Change Management und eine gezielte kulturelle Neuausrichtung ein moderner und flexiblerer Verwaltungsapparat geschaffen werden kann.
- Evolutionäre Betrachtung von 'Excellence'-Modellen
- Bedeutung der Unternehmenskultur für den Wandel
- Herausforderungen im öffentlichen Dienst (Beispiel Landratsamt Erding)
- Methoden der beteiligungsorientierten Projektarbeit
- Verknüpfung von Change Management und Mitarbeiterzufriedenheit
Auszug aus dem Buch
2. Modelle für 'Excellence'
Seither hat sich die Forschung intensiv mit diesem Thema beschäftigt und es wurden viele Modelle zum Thema 'Excellence' entwickelt. Je nach Ansatz haben diese Modelle unterschiedliche Ausrichtung. Manche betrachten ganzheitlich die gesamte Bandbreite eines Unternehmens, andere sehen es aus einem bestimmten Blickwinkel bzw. beschäftigen sich lediglich mit einem bestimmten Aspekt. Exemplarisch sei hier nur das 'Center of Excellence' von Frey bzw. das 'The Excellence Model' von Ch. Werner und J. Schmidt genannt.
Das 'The Excellence Modell' gliedert sich in 4 Säulen (Belegschaft, Kunden, Produkte, Partnerschaften) und betrachtet dort das Streben nach 'Excellence' unter Zuhilfenahme der Bereiche Innovation, Marketing, Führung und Kommunikation. Dieser 'technische' Ansatz ist eine sehr umfassende Betrachtungsweise, die darauf abzielt, die einzelnen Bereiche durch gezielte Maßnahmen weiter zu entwickeln. Im Bereich Personal also z.B. durch Schulung im Bereich Kommunikation, Zeitmanagement, Stressmanagement (soft skills) bzw. durch Weiterentwicklung der fachlichen Fähigkeiten (hard skills). Im Bereich 'Produkte' konzentriert sich der Ansatz darauf, wie man am besten neue Produkte entwickelt, Produktionsprozesse verbessert, die Qualität der Produkte steigert etc.
Dieses Modell findet sich z.B. in der strategischen Ausrichtung von Kraft Foods Inc. wieder (vgl. Deromedi, R.; Holden, B. 2004). In diesem 5-Punkte-Plan zur Entwicklung des Konzerns geht es primär um die 'technische Seite' der Unternehmensentwicklung mit den Schwerpunkten Marketing und Produktentwicklung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoretische Einführung: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung des Begriffs 'Excellence' und betont die Notwendigkeit von ständigem Wandel und Change Management für den nachhaltigen Unternehmenserfolg.
2. Modelle für 'Excellence': Hier werden verschiedene Ansätze zur Messung und Erreichung von Exzellenz gegenübergestellt, wobei insbesondere auf die Diskrepanz zwischen rein technischen Modellen und einer mitarbeiterzentrierten Unternehmenskultur eingegangen wird.
3. Projektarbeit: Dieses Kapitel transferiert die theoretischen Erkenntnisse in die Praxis und entwirft ein konkretes Handlungskonzept für einen beteiligungsorientierten Change-Prozess in der Verwaltung.
Schlüsselwörter
Excellence, Change Management, Unternehmenskultur, Strategische Personalarbeit, Verwaltung, Innovation, Führung, Mitarbeiterbefragung, Transformation, Public Management, Leitbild, Change, Wandlungsbereitschaft, Personalentwicklung, Organisationskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der 'Excellence' (Exzellenz) in Unternehmen und analysiert, wie dieses auf den öffentlichen Dienst, speziell am Beispiel des Landratsamtes Erding, angewendet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Entwicklung von Exzellenz-Modellen, die Bedeutung der Unternehmenskultur, die Notwendigkeit von Change Management und die Herausforderungen bei der Modernisierung öffentlicher Verwaltungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erarbeitung eines strategischen Handlungskonzepts, um eine moderne, flexible und mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur in einem öffentlichen Amt zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Managementmodelle sowie auf eine fallstudienartige Untersuchung der Organisationsstrukturen und des Personalmanagements im Landratsamt Erding.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert bestehende Modelle, identifiziert deren Lücken hinsichtlich externer Faktoren und Unternehmenskultur und entwickelt daraus ein eigenes Modell für den öffentlichen Dienst inklusive einer konkreten zeitlichen Projektplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Excellence, Change Management, Unternehmenskultur, Wandlungsbereitschaft und Personalentwicklung definiert.
Warum ist eine "Bottom-Up"-Strategie für das Landratsamt Erding wichtig?
Da frühere "Top-Down"-Leitbildprozesse im Freistaat Bayern zu einer sehr geringen Akzeptanz führten, ist ein beteiligungsorientierter Ansatz notwendig, um die Mitarbeiter einzubinden und Widerstände abzubauen.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur bei der Erreichung von Exzellenz?
Die Unternehmenskultur dient als stabiles Fundament, auf dem Veränderungen gedeihen können; sie bestimmt, wie Mitarbeiter mit Fehlern umgehen und ob sie bereit sind, aktiv am Innovationsprozess mitzuwirken.
- Arbeit zitieren
- Dipl.Verwaltungswirt (FH) Michael Korff (Autor:in), 2005, Promoting Excellence, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/57043