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Die Wandervogelbewegung im Konflikt mit der Gesellschaft des Deutschen Kaiserreiches

Title: Die Wandervogelbewegung im Konflikt mit der Gesellschaft des Deutschen Kaiserreiches

Seminar Paper , 2000 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Torsten Halling (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism

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Summary Excerpt Details

Die Wandervogelbewegung in der Zeit von seiner Gründung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges stellt ein besonderes und einmaliges Phänomen dar. Die Jugend nutzte diese Bewegung, um sich auf die Suche nach einer neuen Identität zu begeben und in Opposition zu einer Gesellschaft, die von einer aufkommenden kalten industriellen Großstadtkultur und dem Festhalten an überkommenen Traditionen geprägt war, zu treten.

Meine erkenntnisleitende Fragestellung ist hierbei die Frage, ob der Wandervogel eher als rückwärts gewandte oder als fortschrittliche Bewegung zu betrachten ist, d.h., ob die Bewegung sich in erster Linie von lange zurückliegenden Traditionen oder von völlig neuen Denkansätzen leiten ließ. In der vorliegenden Arbeit werde ich mich anhand von Sekundärliteratur und einigen wenigen Quellentexten mit dieser Frage beschäftigen, indem ich zunächst das Verhältnis des Wandervogels zur Moderne untersuche. Im Anschluss daran werde ich mich mit dem Verhältnis des Wandervogels zu bürgerlichen Institutionen und Wertvorstellungen befassen, um dann ein Fazit zu formulieren, in dem ich einen Rückbezug zu meiner Fragestellung herstellen werde. Weitere Aspekte, die in diesem Zusammenhang von Bedeutung sind, welche aber den Rahmen dieser Arbeit übersteigen würden, sind das Verhältnis des Wandervogels zur Kirche1 oder zu anderen Jugendbewegungen.2

Bei meiner Untersuchung werde ich die Geschichte des Wandervogels in der Zeit nach 1914 vernachlässigen, da die Bewegung in dieser Zeit von ihren ursprünglichen Idealen abwich und immer mehr in die starken politischen Auseinandersetzungen jener Zeit hineingezogen wurde, wobei sie sich vor allem für völkisch-nationales Gedankengut anfällig zeigte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Das Verhältnis zur Moderne

2.1.1 Kulturkritik im wilhelminischen Bildungsbürgertum

2.1.2 Die Gegenkultur des Wandervogels

2.2 Das Verhältnis zu bürgerlichen Institutionen und Wertvorstellungen

2.2.1 Familie und Schule

2.2.2 Geschlechterverhältnis und Sexualität

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Wandervogelbewegung und der wilhelminischen Gesellschaft. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob der Wandervogel als rückwärtsgewandte oder als fortschrittliche Bewegung zu klassifizieren ist, wobei insbesondere das Verhältnis zur Moderne sowie zu etablierten bürgerlichen Institutionen analysiert wird.

  • Kulturkritik des wilhelminischen Bildungsbürgertums
  • Bildung einer jugendlichen Gegenkultur
  • Kritik an Familie und Schule
  • Geschlechterrollen und Sexualmoral
  • Ambivalenz zwischen Reform und Tradition

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Die Gegenkultur des Wandervogels

Die Wandervogelbewegung, die im Jahr 1896 vom Berliner Studenten Hermann Hoffmann ins Leben gerufen und 1901 unter der Führung von Karl Fischer als Verein anerkannt wurde, war also stark von der bildungsbürgerlichen Kulturkritik geprägt. Obwohl der Wandervogel keine homogene Einheit darstellte, sondern von konkurrierenden Meinungen, die im Laufe der Zeit zu zahlreichen Abspaltungen führten, geprägt war, so fühlten sich doch alle Mitglieder bestimmten Wertvorstellungen verpflichtet und waren sich auch in der Ablehnung anderer Wertvorstellungen einig. So wurden Freundschaft, Kameradschaft, Gemeinschaft, Wärme, Offenheit, Verlässlichkeit, Treue, Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, Natürlichkeit, Vaterlandsliebe, Toleranz und Freiheit als wesentliche Ideale hochgehalten und den Werten der kapitalistischen Großstadtkultur mit ihrer zwischenmenschlichen Entfremdung, ihren starren Konventionen und ihrer oberflächlichen Form von Geselligkeit entgegengestellt. Dabei verinnerlichte man zwar einen Teil des konservativen Wertesystems der Elterngeneration, grenzte sich aber gleichzeitig von den Eltern ab, indem man sich eine eigene, abgesonderte Realität schuf, in der man einen neuen, unkonventionellen Lebensstil durchsetzen und eine neue jugendliche Identität entwickeln konnte. Dabei strebten die Wandervögel eine neue Definition des Begriffes „Jugend“, den sie nicht mehr als biologisch bedingte Altersphase, sondern als eine Frage des individuellen Selbstverständnisses betrachtet haben wollten, an.

Die Bewegung war also von einem starken Freiheitsdrang geprägt und schuf sich dabei eine eigene jugendliche Subkultur, die von der romantischen Naturerfahrung des Wanderns geprägt war. Unter Wandern verstand man dabei nicht die bei Touristen übliche Jagd nach der spektakulären Aussicht, sondern ein tiefes Erkennen der Zusammenhänge der Natur und eine intensive Wahrnehmung der deutschen Landschaft und der Menschen, wobei durchaus eine patriotische Heimatliebe, nicht aber der in weiten Teilen der Gesellschaft verbreitete nationalistische Hurra-Patriotismus gepflegt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird der Untersuchungszeitraum definiert und die zentrale Fragestellung zur Einordnung des Wandervogels als fortschrittliche oder rückwärtsgewandte Bewegung vorgestellt.

2. Hauptteil: Dieses Kapitel analysiert das Verhältnis der Bewegung zur Moderne, ihre Kulturkritik sowie ihre kritische Auseinandersetzung mit Institutionen wie Familie und Schule sowie dem Geschlechterverhältnis.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Bewegung durch eine Mischung aus fortschrittlichen Impulsen und traditionalistischen Elementen geprägt war.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen für die vorliegende Arbeit.

Schlüsselwörter

Wandervogel, Jugendbewegung, wilhelminische Gesellschaft, Kulturkritik, Bildungsbürgertum, Reformpädagogik, Gegenkultur, Identitätskrise, Geschlechterverhältnis, Sexualmoral, Kameradschaft, Antimodernismus, Tradition, Adoleszenz, Freideutsche Jugend.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Wandervogelbewegung im Deutschen Kaiserreich und beleuchtet ihr komplexes Verhältnis zur damaligen Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die Kulturkritik des Bildungsbürgertums, die Ablehnung der industriellen Moderne, den Wandel von Erziehungsformen und die Dynamik der Geschlechterverhältnisse.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Autorin oder der Autor fragt, ob der Wandervogel primär als eine rückwärtsgewandte Bewegung oder als ein fortschrittlicher Reformansatz zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine historische Arbeit, die auf der Analyse von Sekundärliteratur und Quellentexten basiert.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Modernitätsverhältnisses und die kritische Distanz zu bürgerlichen Institutionen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Wandervogel, Kulturkritik, Reformpädagogik, Jugendkultur und Kameradschaftsideal.

Welche Rolle spielte das Wandern für die Identitätsbildung?

Das Wandern fungierte als Gegenentwurf zur großstädtischen, materialistischen Zivilisation und ermöglichte Naturerfahrung sowie individuelle Selbsterfahrung.

Wie stand der Wandervogel zu den Geschlechterrollen?

Trotz der Aufbrüche durch das Mädchenwandern blieb die Bewegung weitgehend in traditionellen Rollenbildern verhaftet und tabuisierte Sexualität zugunsten eines asexuellen Kameradschaftsideals.

Gibt es einen Zusammenhang zum Nationalsozialismus?

Die Arbeit weist auf eine gewisse Anfälligkeit für die Ideologie der extremen Rechten in der späteren Weimarer Zeit hin, betont jedoch die Distanz der frühen Phase zur NS-Ideologie.

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Details

Title
Die Wandervogelbewegung im Konflikt mit der Gesellschaft des Deutschen Kaiserreiches
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Poltitikwissenschaft)
Course
Proseminar "Soziale Bewegungen in Deutschland 1848-1933"
Grade
1,7
Author
Torsten Halling (Author)
Publication Year
2000
Pages
16
Catalog Number
V55995
ISBN (eBook)
9783638508056
ISBN (Book)
9783638848749
Language
German
Tags
Wandervogelbewegung Konflikt Gesellschaft Deutschen Kaiserreiches Proseminar Soziale Bewegungen Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Torsten Halling (Author), 2000, Die Wandervogelbewegung im Konflikt mit der Gesellschaft des Deutschen Kaiserreiches, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/55995
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