Betrachtet man das Phänomen Erwerbstätigkeit und Mutterschaft, so ist es auch immer interessant, zu beobachten, wie sich die Rolle und somit die Stellung der Frau in der Gesellschaft im Laufe der Geschichte verändert hat. Denn in dem komplexen Thema der Erwerbstätigkeit spielen immer auch das Rollenverständnis und die Erwartungen, die an die Frau gerichtet sind eine wichtige Rolle.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Frau und Beruf in der sozialhistorischen Betrachtung
2. Erwerbstätigkeit und Mutterschaft
2.1. Frau im Beruf vor der Geburt eines Kindes
2.2. Unterbrechung der Erwerbstätigkeit aus familiären Gründen
2.3. Die Frage der Rückkehr in den Beruf
2.3.1. Soziale und familiale Rahmenbedingungen
2.3.2. Betriebliche Rahmenbedingungen
3. Probleme bei der Erwerbstätigkeit von Müttern aus persönlicher Sicht
4. Schlussbetrachtung: Sonderfall der Erwerbstätigkeit von Müttern behinderter Kinder
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Mutterschaft. Dabei liegt der Fokus auf den historischen Entwicklungen der Frauenrolle, den verschiedenen Lebensphasen hinsichtlich der Berufstätigkeit sowie den spezifischen familiären und betrieblichen Rahmenbedingungen, die eine Rückkehr in den Beruf beeinflussen.
- Historischer Wandel der Frauenrolle und gesellschaftliche Erwartungen
- Herausforderungen der Berufsunterbrechung aus familiären Gründen
- Einfluss sozialer und betrieblicher Rahmenbedingungen auf den Wiedereinstieg
- Persönliche Perspektive auf Probleme im Berufsalltag von Müttern
- Sonderfall der Erwerbstätigkeit von Müttern behinderter Kinder
Auszug aus dem Buch
2.3.1. Soziale und familiale Rahmenbedingungen
Die Frage wann die Frau in den Beruf zurückkehrt hängt von familiärer Seite her zum einen von der eben bereits erwähnten Bereitschaft des Partners ab, den Erziehungsurlaub voll oder zum Teil zu übernehmen. Oder aber, sollte der Mann dazu nicht beriet sein bzw. es nicht mit seinem Beruf vereinbaren können, dann ist die Frau auf andere Kinderbetreuungseinrichtungen angewiesen. Erklärt sich beispielsweise eine Großmutter oder eine andere Person bereit, die Betreuung des Kindes zu übernehmen, so ist es der Frau unter Umständen relativ früh wieder möglich erwerbstätig zu sein, unter Umständen sogar wieder Vollzeit.
Ist sie jedoch darauf angewiesen ihr Kind in einer Kindertagesstätte oder im Kindergarten unterzubringen, so ist es ihr vorläufig erst einmal nicht möglich, wieder voll in den Beruf einzusteigen, da die Öffnungszeiten in der Betreuungseinrichtung nur selten mit den Arbeitszeiten eines Vollzeit beschäftigten Arbeitnehmers vereinbar sind. Und außerdem ist es nicht immer einfach, sofort einen Tagesstättenplatz für sein Kind zu bekommen, denn die Nachfrage ist laut Bundesministerium vor allem in Westdeutschland größer als das Angebot. 9
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Frau und Beruf in der sozialhistorischen Betrachtung: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der Frauenrolle von der traditionellen Hausmutter bis hin zum modernen Selbstverständnis der Frau in der Erwerbswelt.
2. Erwerbstätigkeit und Mutterschaft: Hier werden die verschiedenen Phasen der Erwerbstätigkeit im Kontext der Mutterschaft beleuchtet, einschließlich der Situation vor der Geburt, der Unterbrechung und der Rückkehr.
2.1. Frau im Beruf vor der Geburt eines Kindes: Es wird analysiert, welchen Stellenwert der Beruf für Frauen vor der Geburt einnimmt und welche Bedeutung Selbstbewusstsein und Leistungsbestätigung dabei spielen.
2.2. Unterbrechung der Erwerbstätigkeit aus familiären Gründen: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen und sozialen Aspekte der Berufsunterbrechung, insbesondere durch die Reform des Eherechts und die Einführung des Erziehungsurlaubs.
2.3. Die Frage der Rückkehr in den Beruf: Dieser Abschnitt thematisiert die vielfältigen Möglichkeiten und Herausforderungen, die für Mütter bei der Gestaltung ihres beruflichen Wiedereinstiegs relevant sind.
2.3.1. Soziale und familiale Rahmenbedingungen: Der Fokus liegt hier auf den Einflüssen durch den Partner, alternative Betreuungsmöglichkeiten sowie den finanziellen Notwendigkeiten für die Entscheidung zur Berufsrückkehr.
2.3.2. Betriebliche Rahmenbedingungen: Hier wird untersucht, welche Bedeutung flexible Arbeitszeiten und Teilzeitmodelle für Mütter haben und wie Arbeitgeber die Rückkehr in den Beruf beeinflussen.
3. Probleme bei der Erwerbstätigkeit von Müttern aus persönlicher Sicht: Dieses Kapitel diskutiert die Schwierigkeiten, die sich aus dem technischen Fortschritt, fehlenden Fortbildungen und den Nachteilen geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse ergeben.
4. Schlussbetrachtung: Sonderfall der Erwerbstätigkeit von Müttern behinderter Kinder: Den Abschluss bildet eine Untersuchung der speziellen, erschwerten Bedingungen für Mütter von Kindern mit Behinderungen im beruflichen Kontext.
Schlüsselwörter
Erwerbstätigkeit, Mutterschaft, Vereinbarkeit, Berufsunterbrechung, Wiedereinstieg, Erziehungsurlaub, Teilzeitbeschäftigung, Familienidyll, Rahmenbedingungen, Führungspositionen, Kindertagesstätte, Alleinerziehende, behinderte Kinder, Selbstverwirklichung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Situation von Müttern, die Erwerbstätigkeit und Mutterschaft vereinbaren möchten, und analysiert dabei sowohl historische als auch aktuelle Rahmenbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Frauenrolle, die Phasen der Berufsunterbrechung, die Herausforderungen bei der Rückkehr in den Beruf sowie die spezifischen betrieblichen und familiären Einflussfaktoren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die verschiedenen Faktoren aufzuzeigen, die beeinflussen, ob und wie Mütter nach der Geburt eines Kindes in den Beruf zurückkehren, und dabei die persönlichen sowie strukturellen Probleme zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von Studien, gesetzlichen Regelungen und die Einbeziehung eigener Erfahrungen aus dem privaten Umfeld, um das Phänomen ganzheitlich zu betrachten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Erwerbstätigkeit vor der Geburt, die Gründe für die Berufsunterbrechung, die Rahmenbedingungen der Rückkehr sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Problemen wie Arbeitsintensivierung und mangelnder Vereinbarkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Erwerbstätigkeit, Mutterschaft, Vereinbarkeit, Berufsunterbrechung, Erziehungsurlaub und betriebliche Rahmenbedingungen.
Welche Rolle spielt die gesetzliche Situation für Mütter?
Gesetzliche Regelungen wie die Reform des Eherechts 1977 und die Einführung des Erziehungsurlaubs werden als wichtige Meilensteine in Richtung Gleichberechtigung und freierer Lebensgestaltung für Frauen hervorgehoben.
Warum ist die Situation für Mütter behinderter Kinder als Sonderfall beschrieben?
Dieser Fall wird als Sonderfall hervorgehoben, da hier eine deutlich höhere psychische Belastung, ein größerer Zeitaufwand und ein Mangel an spezialisierten Betreuungseinrichtungen den Wiedereinstieg in den Beruf massiv erschweren oder unmöglich machen.
- Quote paper
- M.A. Simone Nuß (Author), 2002, Erwerbstätigkeit und Mutterschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/5455