Die Ostasienkrise wird als eines der bedeutendsten wirtschaftlichen Ereignisse in jüngster Zeit betrachtet. Sie wird dabei keineswegs nur als eine der vielen Krisen in Entwicklungsländern, die in der Vergangenheit stattgefunden haben angesehen, sondern nimmt eine bedeutende Stellung unter den weiteren Finanz- oder Währungskrisen in den neunziger Jahren, wie Mexiko 1995, Russland 1998 oder Brasilien 1998-1999, ein. Dies kann insbesondere der Tatsache zugeschrieben werden, dass durch die Krise nicht nur ein Land sondern weitere wirtschaftlich verbundene Länder, denen nicht unbedingt eine kritische wirtschaftliche Lage zugeschrieben wurde, ebenfalls davon betroffen waren. Während die Auswirkungen der Krise auf die weltwirtschaftliche Situation eindeutig sind, so findet man in der Literatur geteilte Meinungen in Bezug auf die Gründe, die zu dieser Krise führten, sowie auf die Maßnahmen, die hätten getroffen werden müssen, um die Krise zu bewältigen und eine Basis für zukünftiges Wachstum zu legen. Generell lassen sich diesbezüglich zwei Sichtweisen herausstellen: Die eine Seite betrachtet die Ostasienkrise als eine logische Konsequenz aus dem Ungleichgewicht der makroökonomischen Grundlagen, während die andere Seite hingegen argumentiert, dass die Krise das Resultat sich ändernder Erwartungen der Bevölkerung und einer Finanzpanik war.
Das Ziel des vorliegenden Arbeitspapiers besteht darin, auf Basis der bestehenden Literatur die verschiedenen Sichtweisen bezüglich der Ursachen, die zur Krise führten darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Gang der Untersuchung
- Die krisenanfällige Situation vor dem Ausbruch der Krise
- Hohe kurzfristige Verschuldungen im Ausland
- Schwaches Bankensystem
- Überblick über die wichtigsten Ereignisse der Krise
- Erklärungsansätze für die Krise
- Anwendbarkeit der bisherigen Modelle von Währungskrisen
- Modelle der ersten Generation
- Modelle der zweiten Generation
- Alternative Erklärungsansätze
- Moral Hazard
- Finanzmarktpanik
- Anwendbarkeit der bisherigen Modelle von Währungskrisen
- Schlussbetrachtungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieses Arbeitspapier analysiert die Ursachen der Ostasienkrise anhand bestehender Literatur und stellt verschiedene Sichtweisen gegenüber. Es zielt darauf ab, die Faktoren zu beleuchten, die zu der Krise führten und die Rolle der makroökonomischen Grundlagen sowie der veränderten Erwartungen der Bevölkerung und einer Finanzpanik zu untersuchen.
- Die krisenanfällige Situation der betroffenen Länder vor dem Ausbruch der Krise
- Die Rolle der hohen kurzfristigen Verschuldungen im Ausland
- Die Bedeutung des schwachen Bankensystems in Ostasien
- Die Anwendbarkeit bestehender Modelle von Währungskrisen auf die Ostasienkrise
- Alternative Erklärungsansätze, wie z.B. Moral Hazard und Finanzmarktpanik
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Die Einleitung stellt die Ostasienkrise als ein bedeutendes wirtschaftliches Ereignis dar und verdeutlicht die unterschiedlichen Meinungen in Bezug auf die Ursachen und die notwendigen Maßnahmen zur Bewältigung der Krise.
Kapitel 2: Dieser Abschnitt beleuchtet die krisenanfällige Situation der am schwersten betroffenen Länder vor dem Ausbruch der Krise. Die hohen kurzfristigen Verschuldungen im Ausland und das schwache Bankensystem werden als zentrale Faktoren für die Krisenanfälligkeit herausgestellt.
Kapitel 3: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse der Krise und beleuchtet besonders die Finanzmarktaspekte. Dieser Abschnitt dient als Grundlage für das Verständnis der Erklärungsmodelle in Kapitel 4.
Kapitel 4: In diesem Kapitel werden bestehende Erklärungsmodelle von Währungskrisen auf ihre Anwendbarkeit hinsichtlich der Geschehnisse in Ostasien überprüft. Anschließend werden alternative Erklärungsansätze, wie Moral Hazard und Finanzmarktpanik, vorgestellt.
Schlüsselwörter
Ostasienkrise, Währungskrise, Finanzkrise, kurzfristige Auslandverschuldung, Bankensystem, Moral Hazard, Finanzmarktpanik, makroökonomische Grundlagen, Erwartungen der Bevölkerung, IWF.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Besondere an der Ostasienkrise im Vergleich zu anderen Krisen?
Die Krise betraf nicht nur ein einzelnes Land, sondern breitete sich schnell auf mehrere wirtschaftlich verbundene Länder aus, die zuvor als stabil galten.
Welche wirtschaftlichen Faktoren begünstigten den Ausbruch der Krise?
Zentrale Faktoren waren hohe kurzfristige Verschuldungen im Ausland sowie ein schwach reguliertes und instabiles Bankensystem in den betroffenen Regionen.
Welche zwei Hauptsichtweisen auf die Krisenursachen gibt es?
Die eine Seite sieht die Ursache in einem Ungleichgewicht makroökonomischer Grundlagen, während die andere Seite eine Finanzpanik und veränderte Erwartungen der Bevölkerung verantwortlich macht.
Was versteht man unter "Moral Hazard" im Kontext der Ostasienkrise?
Es beschreibt ein riskantes Verhalten von Marktteilnehmern, die darauf vertrauen, dass sie im Krisenfall (z. B. durch den Staat oder den IWF) gerettet werden.
Welche Rolle spielen Währungskrisenmodelle der ersten und zweiten Generation?
Das Arbeitspapier prüft, inwieweit diese klassischen Modelle auf die spezifischen Ereignisse in Ostasien anwendbar sind oder ob alternative Ansätze nötig sind.
Welche Rolle spielte der IWF?
Der IWF wird im Kontext der Diskussion um Bewältigungsmaßnahmen und die wirtschaftliche Stabilisierung der Region nach dem Krisenausbruch erwähnt.
- Quote paper
- Anne Roemer (Author), 2005, Die Ostasien-Krise - Eine Analyse der Ursachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/54406