Das betriebswirtschaftliche Managementkonzept des Shared Services dient seit den 90er Jahren als neue Möglichkeit zur Organisation interner Dienstleistungsprozesse, um den Servicegrad von Unterstützungsprozessen, zu möglichst geringen, bzw. wettbewerbsfähigen Kosten dem Unternehmen zur Verfügung zu stellen und so die Hauptprozesse eines Industriebetriebes möglichst effektiv und effizient zu unterstützen. Das Thema Shared Services und die damit verbundende Herausforderung der Zentralisierung von Supportprozessen, ist seitdem immer wieder Bestandteil wissenschaftlicher Ausarbeitungen
Der Konzern Birne AG ist unter anderem mit der Produktion von Notebooks, Smartphones und Tablet-Computern in der Sparte der Unterhaltungselektronik weltweit erfolgreich. Die Aktiengesellschaft ist insbesondere durch Akquisitionen in den letzten Jahren stark gewachsen und hat auch im Rahmen der aktuellen Unternehmensstrategie den Wunsch nach weiteren Wachstum fest verankert. Da in den letzten Jahren verstärkt konzerninterne Probleme aufgrund unterschiedlicher Strukturen in den einzelnen Gesellschaften auftraten, möchte die Geschäftsleitung die Auswirkungen der Organisationsentwicklung zum Shared Service Center, hinsichtlich der Chancen, Risiken und Herausforderungen mithilfe einer wissenschaftlichen Ausarbeitung besser beurteilen können. Zentralisiert werden sollen die Mitarbeiter-, die Gehalts- und die Rentenversicherungsverwaltung, sowie die Finanzbuchhaltung, die derzeit dezentral von insgesamt ca. 350 Mitarbeiter weltweit betreut werden. Das Shared Service Center soll in der tschechischen Stadt Prag eröffnet werden und führt aufgrund der Aufgabenbündelung zu Synergieeffekten, die zusätzlich zu den allgemeinen Herausforderungen des gesamten Change Management Prozesses, auch eine Personalfreisetzung innehat, welche unter rechtlichen Aspekten berücksichtigt werden muss.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Anlass und Problemstellung der Arbeit
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen zu organisatorischen Begrifflichkeiten
2.1 Definition der Aufbauorganisation und der Stellenbildung
2.2 Definition der Prozessorganisation und die Beschreibung von Prozessarten
2.3 Changemanagement als Form der Organisationsentwicklung
2.3.1 Definition des Change Managements
2.3.2 Widerstandsformen im Change Management
2.3.3 Ausdrucksformen von Widerständen
2.4 Begriffsdefinition Shared Service Center
3 Konzeptentwicklung über die Organisationsentwicklung zum SSC
3.1 Situationsbeschreibung
3.2 Chancen und Risiken der Organisationsentwicklung zum SSC
3.2.1 Chancen durch die Organisationsentwicklung zum SSC
3.2.2 Risiken durch die Organisationsentwicklung zum SSC
3.3 Herausforderungen durch die Organisationsentwicklung zum SSC
3.4 Möglichkeit der Umsetzung
4 Kritische Reflexion
4.1 Kritische Reflexion zum Aufbau der Arbeit
4.2 Kritische Reflexion zum Inhalt und Ergebnis
5 Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein Konzept für die Birne AG zu entwickeln, welches die Chancen und Risiken der Organisationsentwicklung hin zu einem Shared Service Center (SSC) analysiert und Handlungsoptionen für den Vorstand aufzeigt. Dabei werden insbesondere die Herausforderungen des Change Managements, der Umgang mit Mitarbeiterwiderständen und die notwendigen Schritte zur Personalfreisetzung unter rechtlichen Aspekten adressiert.
- Organisatorische Grundbegriffe (Aufbau- und Prozessorganisation)
- Change Management und der Umgang mit Widerständen
- Analyse von Chancen und Risiken der SSC-Implementierung
- Rechtliche und prozessuale Herausforderungen bei der Aufgabenverlagerung
- Methoden zur Umsetzung und Steuerung von Veränderungsprozessen
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Widerstandsformen im Change Management
Entschließt sich ein Unternehmen einige Geschäfts- oder Supportprozesse zu verändern, ist es mit dem bloßen Entschluss aus der Managementebene nicht erledigt. Denn oftmals mangelt es in Unternehmen nicht an neuen Visionen, Ideen oder Strategien, sondern um die entsprechende Realisierungskompetenz. So ist ein wesentliches Merkmal des Change Managements, das richtige Einbeziehen der Mitarbeiter in die organisatorischen Veränderungsprozesse, damit nicht nur der strukturbezogene Wandel, sondern auch der Wandel in den Köpfen der Mitarbeiter stattfindet.
Geht das Management nicht auf die eigene Belegschaft ein, kommt es aufgrund von persönlichen Unsicherheiten, psychologischen Abwehrreaktionen und Missverständnissen in der Kommunikation, zu Widerständen in der Belegschaft. Grundsätzlich kann zwischen rationalen, politischen und emotionalen Widerstand unterschieden werden. Der rationale Widerstand besteht aus logischen Argumenten des Mitarbeiters, die z.B. aus einem Konflikt zwischen persönlichen Interessen und den Unternehmenszielen bestehen.
Dieser Konflikt kann durch einen gemeinsamen Kompromiss gelöst werden. Der emotionale Widerstand resultiert aus den allgemeinen Befürchtungen vor etwas neuem. Er lässt sich weder sachlich noch logisch Argumentieren und ist kaum objektiv nachvollziehbar. Dennoch ist dieser Widerstand vorhanden und lässt sich mittels offener Kommunikation zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfolgreich behandeln. Der politische Widerstand besteht aus der Angst des Mitarbeiters, Einfluss oder Macht im Unternehmen zu verlieren. So kann davon ausgegangen, dass bei einer Zentralisierung hierarchische Stellungen verloren gehen und deshalb die Führungskräfte der mittleren Managementebene politische Widerstände aufbauen.
Dieser Widerstand lässt sich nur schwer in den Griff bekommen. Wenn die offene Kommunikation und die damit verbundene Einsicht fehlschlagen, bleibt dem Unternehmen nichts übrig, als sich von diesem Mitarbeiter zu trennen, bevor er andere Mitarbeiter dauerhaft negativ beeinflusst. Da der Widerstand eine selbstverständliche Begleiterscheinung des organisatorischen Wandels ist, darf er nicht umgangen oder übergangen werden. Stattdessen müssen die Ursachen erforscht und mit einem Konzept entgegengewirkt werden. Nur so kann die ablehnende Haltung eines Mitarbeiters erfolgreich bekämpft und eine erfolgreiche Organisationsentwicklung garantiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Zentralisierung von Supportprozessen in Shared Service Centern ein und beschreibt die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit im Kontext der Birne AG.
2 Theoretische Grundlagen zu organisatorischen Begrifflichkeiten: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen zur Aufbau- und Prozessorganisation erarbeitet und das Konzept des Change Managements sowie die Definition eines Shared Service Centers theoretisch hergeleitet.
3 Konzeptentwicklung über die Organisationsentwicklung zum SSC: Hier wird der praktische Teil der Konzeptentwicklung bearbeitet, wobei die Chancen, Risiken und Herausforderungen bei der Umsetzung eines SSC sowie die notwendigen Schritte zur Personalfreisetzung und Projektsteuerung aufgezeigt werden.
4 Kritische Reflexion: Dieses Kapitel enthält eine rückblickende Bewertung der Arbeit, sowohl hinsichtlich des strukturellen Aufbaus als auch in Bezug auf die inhaltlichen Ergebnisse und die gewählte Methodik.
5 Schlussbetrachtung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche weiterführende Schritte für das Unternehmen.
Schlüsselwörter
Shared Service Center, Change Management, Organisationsentwicklung, Aufbauorganisation, Prozessorganisation, Personalfreisetzung, Widerstand, Zentralisierung, Supportprozesse, Birne AG, Projektorganisation, Leistungsoptimierung, Restrukturierung, Unternehmensstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der organisatorischen Verlagerung von internen Supportprozessen in ein Shared Service Center bei der Birne AG.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Kerngebiete umfassen Change Management, Prozessoptimierung durch Zentralisierung sowie rechtliche und personelle Aspekte bei der Organisationsentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung einer Konzeption für den Vorstand der Birne AG, die Chancen und Risiken bei der Implementierung eines Shared Service Centers beleuchtet.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Literaturrecherche, um theoretische Grundlagen auf die praktische Fallstudie des Unternehmens anzuwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Situation der Birne AG, bewertet Chancen und Risiken für die Belegschaft, erläutert die Herausforderungen des Personalabbaus und schlägt ein Umsetzungsmodell vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Shared Service Center, Change Management, Organisationsentwicklung, Zentralisierung und Personalfreisetzung.
Wie geht die Arbeit mit den Widerständen der Mitarbeiter um?
Die Arbeit identifiziert verschiedene Widerstandsformen (rational, politisch, emotional) und betont die Notwendigkeit offener Kommunikation sowie den Einsatz von Change Managern, um Akzeptanz zu schaffen.
Welche Rolle spielt die Projektorganisation bei der Umsetzung?
Die Arbeit empfiehlt eine dreistufige Projektstruktur mit einem Lenkungsausschuss, einem Kernteam und Projektteams, um den Veränderungsprozess ganzheitlich und strukturiert zu steuern.
- Arbeit zitieren
- Fabian Franke (Autor:in), 2019, Aufgabenverlagerung in ein Shared Service Center, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/538181