Nachfolgend soll die These der Abhängigkeit von Demokratisierung in Relation zu der politischen Einflussnahme seiner Bürger und Bürgerinnen beleuchtet werden. Dies erfolgt in einer Analyse und Offenlegung empirischer und theoretischer Grundannahmen, basierend auf den Schriften der „Politik“ von Aristoteles.
Hierbei sollen die Auszüge aus dem Werk erläutert und veranschaulicht werden. Schlussfolgernd soll die Frage, ob die heutige indirekte Demokratie eine Demokratie im Sinne des Aristoteles ist und sich dadurch die politische Einflussnahme signifikant beeinflusst hat, betrachtet werden. Zu Beginn soll auf das Politik- und Staatsverständnis Aristoteles eingegangen werden, hierbei mit Blickrichtung zu dessen Grundbedingungen und Definitionen. Anschließend auf die unterschiedlichen Staatsformen mit einer analysierenden Zusammenfassung und einem abschließenden Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Fragestellung
2. Einführung
3. Politik Aristoteles
4. Staatsformenlehre I
5. Staatsformenlehre II
6. Zusammenfassung
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Demokratisierung und der tatsächlichen politischen Einflussmöglichkeit von Bürgerinnen und Bürgern, basierend auf einer Analyse der politischen Philosophie von Aristoteles. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage aufgeworfen, ob unsere moderne indirekte Demokratie den Anforderungen an eine Demokratie im aristotelischen Sinne gerecht wird oder ob die politische Teilhabe dadurch signifikant eingeschränkt ist.
- Politik- und Staatsverständnis bei Aristoteles
- Die aristotelische Lehre der Staatsformen
- Vergleich zwischen der antiken Politie und modernen Demokratien
- Analyse der Machtlegitimation und Partizipation
- Kritische Würdigung der repräsentativen Demokratie
Auszug aus dem Buch
3. Politik Aristoteles
Aristoteles gilt mitunter als bedeutender Vordenker unseres heutigen Demokratieverständnisses und hat dessen Prägung ermöglicht. In seinen Werk Politika stellt er in acht Büchern grundlegende, noch heute anerkannte Thesen auf. Diese gründen sich in der Summe in folgende Annahmen auf. Der Mensch an sich sei ein soziales auf Gemeinschaft angelegtes Wesen. Dieser ist somit eine Gemeinschaft bildendes Wesen. Der Staat, die Polis, stellt eine vollkommene und natürliche Gemeinschaft dar. Die Gesellschaft stellt naturgemäß das Ziel der Individuen dar.
Zudem werden Aristoteles hier drei unterschiedlichen Basistheoreme mit zugeschrieben. Erstens, der Staat, die Polis existiert von Natur aus. Dies begründet, da der Mensch nur lebt, um den seinen Plan zu erreichen, die sogenannte Eudamonia. Folglich existiert der Staat vom ersten Moment menschlicher Existenz an fort. Zweitens sei der Mensch ein politisches Lebewesen, ein Tier. Dies unterteilt den Menschen in ein politisches Herdentier, einerseits vergleichbar mit schwärmen von Bienen oder Ameisen. Andererseits jedoch ist der Mensch bei Aristoteles in der Lage sich vom Tier durch Sprache und der Erkenntnis zwischen Gerechtem und Ungerechtem unterscheiden zu können.
Drittens der Staat, die Polis sei früher als das Individuum. Hierzu lassen sich unterschiedliche Deutungen finden. Der Staat ist gegenüber dem Einzelnen vorrangig, wenn dieser eine höhere Bestimmung und Entwicklung als der Einzelne darstellt. Mit diesen Grundannahmen legen vor allem die Bücher I, III und IV seines Werkes eine Basis für die Staatsentstehung, Definition politischer Grundbegriffe, Verfassungen und Demokratie.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Fragestellung: Definition des zentralen Untersuchungsschwerpunkts zur demokratischen Partizipation und Einflussnahme.
2. Einführung: Darstellung der methodischen Vorgehensweise und Einordnung der Fragestellung in den Kontext aristotelischer Schriften.
3. Politik Aristoteles: Erläuterung der anthropologischen und staatstheoretischen Grundannahmen des Aristoteles, insbesondere zum Wesen des Menschen und der Polis.
4. Staatsformenlehre I: Systematische Analyse der antiken Regierungsformen und Abgrenzung von guten Verfassungen zu ihren korrupten Verfallsformen.
5. Staatsformenlehre II: Detaillierte Untersuchung der Demokratie-Varianten und Abgrenzung der Politie zur extremen Demokratie.
6. Zusammenfassung: Synthese der aristotelischen Konzepte im Hinblick auf die heutige repräsentative Demokratie.
7. Fazit: Kritische Bewertung der modernen indirekten Demokratie im Lichte des aristotelischen Demokratieverständnisses.
Schlüsselwörter
Aristoteles, Politik, Staatsformenlehre, Demokratie, Politie, Partizipation, Bürgerrechte, Machtlegitimation, Polis, indirekte Demokratie, Herrschaftsformen, antike Philosophie, Gerechtigkeit, Staatsbürger, Gemeinwohl
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die politische Partizipation von Bürgern in Demokratien und stellt diese der klassischen Staatstheorie von Aristoteles gegenüber.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf dem aristotelischen Staatsverständnis, der Typologie der Staatsformen sowie der Bewertung heutiger repräsentativer Demokratieformen.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit hinterfragt, ob die heutige indirekte Demokratie als eine Demokratie im Sinne des Aristoteles gelten kann und inwiefern sie die politische Einflussnahme der Bürger tatsächlich ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse und Offenlegung empirischer Grundannahmen auf Basis der Schriften „Politik“ von Aristoteles vorgenommen.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der aristotelischen Politik-Grundlagen, die systematische Unterteilung der Staatsformen (I und II) sowie eine vergleichende Einordnung moderner Demokratiestrukturen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Untersuchung charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Staatsformenlehre, Politie, demokratische Partizipation, Gemeinwohl, Machtlegitimation und der Vergleich zwischen antiker und moderner Demokratietheorie.
Was versteht Aristoteles unter der „Politie“?
Aristoteles beschreibt die Politie als eine Mischform zwischen Oligarchie und Demokratie, die er als eine der besten und stabilsten Staatsformen bewertet.
Warum sieht Aristoteles die direkte Partizipation als so entscheidend an?
Für ihn ist ein System umso demokratischer, je gleichmäßiger die Möglichkeiten zur politischen Einflussnahme verteilt sind, was er in seiner Lehre der verschiedenen demokratischen Stufen ausarbeitet.
Wie steht die Arbeit zur heutigen repräsentativen Demokratie?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die heutige indirekte Demokratie im aristotelischen Sinne keine „endgültige“ Demokratie darstellt, da gewählte Repräsentanten das Risiko bergen, sich von der Basis zu entfernen.
- Arbeit zitieren
- Hans-Peter Nowak (Autor:in), 2020, Die Demokratie des Aristoteles, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/535499