Die Arbeit beschäftigt sich mit der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Mittelmeerregion. Diese Wechselbeziehung thematisiert Fernand Braudel in den ersten drei Kapiteln seines 1987 herausgegebenen Werkes "Die Welt des Mittelmeeres". Außerdem beschäftigt sich der aus dem Französischen übersetzte Dokumentarfilm "Mittelmeer in Gefahr" (2018) mit diesem Thema. Beim Vergleich der jeweiligen Standpunkte, die in den genannten Quellen vertreten werden, wird deutlich, dass sich die Darstellungen der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Mittelmeerregion durchaus voneinander unterscheiden. Dies wirft die Frage auf, wie die angesprochene Wechselbeziehung letztendlich charakterisiert werden kann. Ist sie tatsächlich von einer gegenseitigen Einflussnahme geprägt oder beeinflusst doch eher nur eine die andere Seite, sodass das Verhältnis zueinander unausgeglichen ist?
Es folgt ein Vergleich der beiden Standpunkte und schließlich der Versuch, anhand weiterer Quellen eine Antwort auf die Frage zu finden. Hierbei wird auch das Konzept des Anthropozän berücksichtigt, welches die menschliche Einflussnahme auf die Umwelt in den Fokus nimmt. Diese Arbeit untersucht eine Wechselbeziehung, die letztlich stellvertretend für alle Wechselbeziehungen zwischen dem Menschen und anderen Ökosystemen steht.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Welt des Mittelmeeres in Fernand Braudels Herausgeberwerk
1.1 Braudels Definition des Mittelmeerraumes
1.2 Menschen auf dem Wasser – Schifffahrt, Wellen und Wetterverhältnisse
1.3 Fischerei und Landwirtschaft im Mittelmeerraum
1.3.1 Großfischerei und mangelnde Artenvielfalt
1.4 Landschaftliche Gegebenheiten rund um das Mittelmeer
1.5 Zwischenfazit zu Braudels Text
2. „Mittelmeer in Gefahr“ – Ein mahnender Dokumentarfilm
2.1 Fischerei und Tourismus im Mittelmeerraum
2.1.1 Die Kreuzfahrt im Mittelmeer und ihre Folgen
2.2 Weitere Einflussfaktoren im Mittelmeerraum
2.3 Zwischenfazit zum Dokumentarfilm
3. Die Darstellung der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Mittelmeerraum in anderen literarischen Quellen
3.1 Das Anthropozän
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen dem Menschen und der Mittelmeerregion durch einen vergleichenden Blick auf Fernand Braudels Werk „Die Welt des Mittelmeeres“ und den Dokumentarfilm „Mittelmeer in Gefahr“. Das primäre Ziel ist es zu ergründen, ob diese Beziehung als gegenseitige Einflussnahme charakterisiert werden kann oder ob sie einseitig durch menschliches Handeln und dessen negative Konsequenzen geprägt ist.
- Analyse der Mensch-Umwelt-Wechselwirkung bei Fernand Braudel
- Kritische Auseinandersetzung mit dem menschlichen Einfluss auf das Ökosystem
- Vergleich zwischen historischer Darstellung und moderner Dokumentation
- Berücksichtigung des Anthropozän-Konzepts
- Untersuchung von Faktoren wie Tourismus, Schifffahrt und Überfischung
Auszug aus dem Buch
1.2 Menschen auf dem Wasser – Schifffahrt, Wellen und Wetterverhältnisse
Braudels Beschreibung der mediterranen Welt beginnt folgendermaßen: „In diesem Buch fahren Schiffe übers Meer; Wellen nehmen ihren Gesang auf […]“ (Braudel, 1987, S. 7). Bereits hier zeigt sich die Wechselbeziehung zwischen Mittelmeer(-raum) und Mensch. Einerseits befahren Schiffe das Meer – sie wurden und werden vom Menschen erbaut, um sich auf dem Wasser fortbewegen zu können. Mittlerweile gilt das Mittelmeer nicht mehr als „Hindernis“ (ebd., S. 44), „Begrenzung“ (ebd. S. 37) oder „bis zum Horizont reichende Schranke“ (ebd.). Im Gegenteil – heutzutage wird meist problemlos mit Schiffen „übers Meer“ (ebd., S. 7) gefahren, es dient als „Verbindung“ (ebd., S. 44) und ist im Laufe der Zeit Teil eines „vollständig[en] Verkehrsnetz[es]“ (ebd., S. 57) geworden. Der gesamte Mittelmeerraum stellt laut Braudel „ein[en] Bewegungsraum“ (ebd.) dar, in dem es „Straßen zu Land und zu Wasser“ (ebd.) gibt. Es ist den Menschen gelungen, sich das Meer als Verkehrsweg zunutze zu machen. Die Aussage des Autors, dass „jeder das Meer befahren, es sich unterjochen“ (ebd., S. 47) will, weist auf eine Veränderung des Verhältnisses zwischen Mensch und Mittelmeer hin. Es scheint, als würde das Meer an Stärke und Einfluss verlieren und sich nur noch dem durch menschliche Aktivitäten bestimmten Geschehen unterordnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Welt des Mittelmeeres in Fernand Braudels Herausgeberwerk: Dieses Kapitel analysiert Braudels Sicht auf die Mittelmeerwelt, wobei er den Menschen sowohl als beeinflussenden als auch als reagierenden Faktor in einem komplexen Ökosystem darstellt.
2. „Mittelmeer in Gefahr“ – Ein mahnender Dokumentarfilm: Der Dokumentarfilm wird als kritische Quelle untersucht, die den Menschen primär als Bedrohung für das Mittelmeer durch Faktoren wie Tourismus und Industrie thematisiert.
3. Die Darstellung der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Mittelmeerraum in anderen literarischen Quellen: Hier werden ergänzende Perspektiven, wie die industriellen Auswirkungen und das Konzept des Anthropozäns, herangezogen, um die einseitige Belastung des Mittelmeeres weiter zu untermauern.
Schlüsselwörter
Mittelmeer, Wechselbeziehung, Fernand Braudel, Anthropozän, Mensch-Umwelt-Beziehung, Tourismus, Fischerei, Schifffahrt, Ökosystem, Umweltschutz, Dokumentarfilm, Überfischung, Luftverschmutzung, Nachhaltigkeit, Mittelmeerregion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das vielschichtige Verhältnis zwischen dem Menschen und der Mittelmeerregion anhand unterschiedlicher Quellen aus Literatur und Film.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die maritime Schifffahrt, Fischerei, Tourismus, industrielle Umwelteinflüsse sowie die geologischen und klimatischen Rahmenbedingungen des Mittelmeerraums.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur im Mittelmeer ausgewogen ist oder ob eine einseitige, vom Menschen verursachte Beeinträchtigung dominiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Text- und Medienanalyse der Quellen von Fernand Braudel, Alexis Marrant sowie ergänzender literarischer Fachquellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Braudels historischer Perspektive, die Analyse des modernen Dokumentarfilms und die Einordnung aktueller Bedrohungslagen unter dem Begriff des Anthropozäns.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mittelmeer, Anthropozän, Wechselbeziehung, menschlicher Einfluss, Ökosystem und Nachhaltigkeit.
Wie unterscheidet sich Braudels Sichtweise von der im Dokumentarfilm „Mittelmeer in Gefahr“?
Braudel stellt das Verhältnis als weitgehend ausgeglichen dar, in dem sich Mensch und Meer beeinflussen, während der Film den Menschen einseitig als zerstörerischen Akteur definiert.
Warum spielt das Konzept des Anthropozäns eine wichtige Rolle?
Es dient dazu, das aktuelle Zeitalter zu definieren, in dem der Mensch zum entscheidenden geologischen und biologischen Einflussfaktor geworden ist, was die negative Beeinflussung des Mittelmeers wissenschaftlich unterstreicht.
- Arbeit zitieren
- Sarah Meister (Autor:in), 2018, Fernand Braudels "Die Welt des Mittelmeeres" und Alexis Marrants "Mittelmeer in Gefahr". Die Wechselbeziehung von Mensch und Mittelmeerregion, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/507097