Während der Einzelabschluss nach HGB unter anderem dem Zweck der Feststellung des Jahresergebnisses und des Leitmotives des Gläubigerschutzes dient, gilt die Informationsvermittlung des Konzernabschlusses als wesentliches Ziel. So basiert die Steuerbilanz auf den Einzelabschlüssen nach HGB und nicht auf dem Konzernabschluss.
Neben der Vollkonsolidierung, Quotenkonsolidierung und der einfachen Behandlung von Beteiligungen als Anlagevermögen stellt die Equity-Methode ein besonderes System der Beteiligungsbewertung mit bestimmten Konsolidierungsschritten dar. Ausschlaggebend für die Einbeziehung eines (Tochter-)Unternehmens ist die jeweilige Intensität des Einflusses des Mutterunternehmens auf das (Tochter-)Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung - Fragestellung und Ziel der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen und Anwendungsbereich
2.1 Übersicht der Beteiligungsformen
2.2 Merkmale assoziierter Unternehmen
3 Anwendung der Equity-Methode
3.1 Grundkonzept der Equity-Methode
3.2 Erstmalige Anwendung
3.2.1 Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung
3.2.2 Bewertungsmethode
3.3 Fortschreibung
3.4 Beendigung der Equity-Methode
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit der Equity-Methode als Instrument der Beteiligungsbewertung im Konzernabschluss nach HGB. Ziel der Arbeit ist es, das Verfahren der Equity-Methode theoretisch herzuleiten, die praktischen Anwendungsschritte von der Erstbewertung bis zur Fortschreibung zu erläutern und die bilanzielle Behandlung im Kontext der Konzernrechnungslegung kritisch zu würdigen.
- Grundlagen der Konzernbeteiligungsformen und Stufenkonzeption
- Kriterien für die Einbeziehung assoziierter Unternehmen
- Methodik der erstmaligen Anwendung und Bewertung nach der Buchwertmethode
- Systematik der laufenden Equity-Fortschreibung
- Beendigung der Equity-Methode bei veränderten Beteiligungsverhältnissen
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Bewertungsmethode
Die Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen ist gemäß § 312 I S.1 HGB nach der Buchwertmethode mit dem Buchwert aus dem Einzelabschluss des beteiligten Unternehmens in der Konzernbilanz anzusetzen. In der Konzernbilanz wird diese Beteiligung unter dem Posten „Anteile an assoziierten Unternehmen“ geführt. Weiter wird vorgegeben, dass der „…Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert und dem anteiligen Eigenkapital des assoziierten Unternehmens sowie der darin enthaltene Geschäfts- und Firmenwert oder ein passiver Unterschiedsbetrag sind im Konzernanhang anzugeben, § 312 I S. 2 HGB.“ Der Unterschiedsbetrag resultiert aus einer Differenz zwischen dem Eigenkapitalanteil am assoziierten Unternehmen und den Anschaffungskosten der Beteiligung.
Der Unterschiedsbetrag wird gemäß § 312 II S. 1 den jeweiligen Vermögensgegenständen und Schulden des assoziierten Unternehmens zugeordnet. Ziel ist es, stille Reserven und Lasten aufzudecken. Hierzu werden bei den einzelnen Vermögensgegenständen und Schulden die jeweiligen Buchwerte mit den entsprechenden beizulegenden Zeitwerten gegenübergestellt. Diese Gegenüberstellung erfolgt in einer Nebenrechnung, bei der die stillen Reserven anteilig reduziert und die stillen Lasten anteilig erhöht werden.
Der verbleibende Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- und Firmenwert bzw. als Goodwill und Badwill bezeichnet und ist ebenfalls wie der Unterschiedsbetrag im Konzernanhang auszuweisen. Ergibt sich nach der Aufdeckung der stillen Reserven ein negativer Unterschiedsbetrag, so bilden die Anschaffungskosten eine Grenze, über die die Beteiligung nicht zugeschrieben werden darf.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung - Fragestellung und Ziel der Arbeit: Einführung in die gesetzlichen Grundlagen der Konzernrechnungslegung nach HGB und die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Equity-Methode.
2 Theoretische Grundlagen und Anwendungsbereich: Darstellung der Beteiligungsformen und Einordnung der Equity-Methode anhand der Stufenkonzeption.
2.1 Übersicht der Beteiligungsformen: Differenzierung der vier Konzernbeteiligungsformen basierend auf dem Einfluss des Mutterunternehmens.
2.2 Merkmale assoziierter Unternehmen: Definition der Anforderungen an assoziierte Unternehmen, insbesondere die maßgebliche Einflussnahme.
3 Anwendung der Equity-Methode: Erläuterung des operativen Einbezugs assoziierter Unternehmen in den Konzernabschluss.
3.1 Grundkonzept der Equity-Methode: Beschreibung des Prinzips, den Beteiligungswert unter Verzicht auf eine Vollkonsolidierung der Einzelpositionen in die Bilanz zu übernehmen.
3.2 Erstmalige Anwendung: Definition des Zeitpunkts und der methodischen Erstbewertung der Beteiligung.
3.2.1 Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung: Regelung der zeitlichen Bestimmung beim Übergang zu einem assoziierten Unternehmen.
3.2.2 Bewertungsmethode: Detaillierte Beschreibung der Buchwertmethode und der Aufdeckung stiller Reserven.
3.3 Fortschreibung: Verfahren der laufenden Anpassung des Beteiligungswerts um Eigenkapitalveränderungen.
3.4 Beendigung der Equity-Methode: Analyse der Gründe für das Ausscheiden aus der Equity-Bewertung, etwa durch Verwässerung oder Stufenaufstieg.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Equity-Methode als Instrument der Konzernrechnungslegung und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Equity-Methode, HGB, Konzernabschluss, Assoziierte Unternehmen, Beteiligungsbewertung, Stufenkonzeption, Buchwertmethode, Eigenkapital, Konzernrechnungslegung, Stille Reserven, Goodwill, Badwill, Konsolidierung, Maßgeblicher Einfluss, Bilanzpolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit erläutert die Funktionsweise der Equity-Methode nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) und deren Rolle bei der Bewertung von Beteiligungen in einem Konzernabschluss.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Einordnung von Beteiligungsformen, die Kriterien für assoziierte Unternehmen, die Erst- und Folgebewertung im Konzernabschluss sowie die Gründe für eine Beendigung der Equity-Bewertung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die systematische Anwendung der Equity-Methode darzulegen und aufzuzeigen, wie sie sich von anderen Konsolidierungsformen (Voll- oder Quotenkonsolidierung) unterscheidet.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der einschlägigen HGB-Vorschriften, Fachliteratur und Standards zur Konzernrechnungslegung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, das Grundkonzept der Methode, die Details zur erstmaligen Anwendung (Zeitpunkt und Bewertung), die laufende Fortschreibung des Buchwertes sowie die Beendigungsgründe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Equity-Methode, HGB, Konzernabschluss, Buchwertmethode und maßgeblicher Einfluss.
Was unterscheidet ein assoziiertes Unternehmen von einer Tochtergesellschaft?
Ein assoziiertes Unternehmen unterliegt einem maßgeblichen Einfluss des Mutterunternehmens, während bei einer Tochtergesellschaft in der Regel eine Beherrschung vorliegt, die eine Vollkonsolidierung erforderlich macht.
Warum kann die Equity-Methode bilanziell vorteilhaft sein?
Sie ermöglicht eine bilanzpolitische Gestaltung, die unter anderem mit einem geringeren Konsolidierungsaufwand einhergeht, da nicht alle Einzelpositionen der Bilanz des Beteiligungsunternehmens übernommen werden müssen.
Wie wird mit negativen Unterschiedsbeträgen verfahren?
Ergibt sich nach der Aufdeckung stiller Reserven ein negativer Unterschiedsbetrag, dürfen die Anschaffungskosten als Obergrenze nicht überschritten werden (keine Zuschreibung über die Anschaffungskosten).
Was versteht man unter der "Equity-Fortschreibung"?
Dies bezeichnet die Anpassung des Beteiligungsbuchwertes in den Folgeperioden, um Änderungen im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens (z.B. durch Gewinne oder Dividenden) abzubilden.
- Quote paper
- Agatino Puglisi (Author), 2019, Darlegung der Equity-Methode, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/505310