Was ist eigentlich genau Familie? Eine Frage, auf der jeder auf den ersten Blick eine Antwort zu wissen vermag. Doch setzt man sich mit dieser Frage erst einmal auseinander und sucht nach einer spezifischen Antwort, stellt sich heraus, dass dies in der heutigen Zeit gar nicht so einfach ist. Besteht eine Familie aus Vater, Mutter und Kind? Oder aus allen blutsverwandten Menschen? Oder auch allen Menschen, die man gerne hat? Wird eine alleinerziehende Mutter mit ihrem Kind auch als Familie bezeichnet? Allgemein gehalten besteht eine Familie immer aus einer bestimmten Gruppe von Menschen, doch welche?
Mit der Zeit hat sich die Geschichte der Familie verändert und es existieren immer mehr nichtfamiliäre Lebensformen. Ehe und Familie haben eine Wertverschiebung durchlaufen, die durch den demografischen Wandel beeinflusst wurden. Doch was sind die Gründe für einen derartigen Wandel? Diesen Fragen möchte ich in meiner Hausarbeit auf den Grund gehen. Einleitend definiere ich zunächst das Wort Familie sowie den demografischen und sozialen Wandel, um ein einheitliches Verständnis dieser Hausarbeit vorauszusetzen, um dann tiefer in diese Thematiken einzusteigen. Dabei werden der soziale Wandel sowie die besondere Rolle der Frau im sozialen Wandel, die wiederum zu einem Wandel von Familienformen geführt haben, verdeutlicht.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFSKLÄRUNGEN
2.1 FAMILIE
2.2 DER WANDEL
2.2.1 DEMOGRAFISCHER WANDEL
2.2.3 SOZIALER WANDEL
3. DER BEGRIFF DER FAMILIE
3.1 FAMILIENFORMEN
3.2 FUNKTIONEN DER FAMILIE
4. DER SOZIALE WANDEL
4.1 DIE ROLLE DER FRAU IM SOZIALEN WANDEL
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel von Familienformen in der modernen Gesellschaft und analysiert dabei insbesondere die veränderte Rolle der Frau sowie die Ursachen für die Destabilisierung des traditionellen Familienleitbildes.
- Historische Entwicklung und Bedeutung der Ehe
- Pluralisierung von Lebensformen und Familienmodellen
- Soziologische Definitionen und Funktionen der Familie
- Einfluss des demografischen und sozialen Wandels
- Die Transformation der weiblichen Geschlechterrolle
Auszug aus dem Buch
3.1 Familienformen
Die klassische Kernfamilie sieht wie in Neidhardts (1995) Beschreibung aus und besteht aus einem Vater, einer Mutter und mindestens einem Kind.
Das klassische Familienbild hat sich jedoch heutzutage verändert und findet in unserer heutigen Gesellschaft keine allgemeine Gültigkeit, wie damals in den 1950er Jahren. Fällt ein Elternteil zum Beispiel durch Scheidung weg, da das Kind in nur einem Haushalt aufwächst, ist von Alleinerziehenden die Rede (Knittel, 2019).
„Patchwork bedeutet, dass etwas aus vielen verschiedenen Teilen zusammengenäht ist“ (Knittel, 2019). So lässt sich die Patchworkfamilie auch beschreiben, denn in dieser Familienform kommen mehrere Teile zusammen. So haben beispielsweise, wie oben benannt, zwei Alleinerziehende, oder einer ist alleinerziehend und der andere ledig, eine neue Partnerschaft gegründet, bringen eventuell beide Kinder aus erster Ehe mit und bekommen noch gemeinsame. „In Patchworkfamilien kommen alle möglichen [...] Kombinationen vor“ (Unverzagt, 2002, S. 37) und verlangen ein erhöhtes Maß an Toleranz, Freundlichkeit und Fairness. „Die Patchworkfamilie ist ganz normal anders – keine Erstfamilie, aber sie entwickelt sich zu einem Familientyp besonderer Art, der sich seine eigenen Chancen selbst erschließen muss, indem er seine Besonderheit erkennt“ (ebd., 2002, S. 39).
Zuletzt ist die Regenbogenfamilie zu erwähnen, die sich in Bezug auf die Geschlechtsdifferenzierung von den anderen Familien unterscheidet. So bestehen die Eltern aus einem gleichgeschlechtlichem Paar, das einen Kinderwunsch hat und welche bei sich aufnimmt.
„Die Regenbogenfamilie steht für eine alternative Familienform mit Zukunft“ (Knittel, 2019).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Thematik der sich wandelnden Familienbegriffe ein und skizziert die Fragestellung bezüglich der Gründe für den sozialen Wandel sowie die Rolle der Frau.
2. BEGRIFFSKLÄRUNGEN: Dieses Kapitel definiert die zentralen Grundbegriffe der Arbeit, insbesondere Familie, den demografischen sowie den sozialen Wandel.
3. DER BEGRIFF DER FAMILIE: Es werden verschiedene moderne Familienformen wie Patchwork- und Regenbogenfamilien vorgestellt und die funktionalen Aspekte der Familie, wie Sozialisation und Platzierung, beleuchtet.
4. DER SOZIALE WANDEL: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen für den Rückgang der traditionellen Eheschließung und die zunehmende Pluralisierung von Lebensformen.
4.1 DIE ROLLE DER FRAU IM SOZIALEN WANDEL: Hier wird der Wandel der weiblichen Geschlechterrolle vom traditionellen Hausfrauenmodell hin zur individuellen Berufsbiografie und Selbstbestimmung dargestellt.
5. FAZIT: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht, dass die klassische Kleinfamilie als Leitbild an Bedeutung verloren hat.
Schlüsselwörter
Familienformen, Sozialer Wandel, Demografischer Wandel, Rollenbild der Frau, Individualisierung, Kleinfamilie, Patchworkfamilie, Regenbogenfamilie, Eheschließung, Lebensformen, Sozialisation, Familiensoziologie, Geschlechterrolle, Wertewandel, Autonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit thematisiert den historischen und aktuellen Wandel von Familienformen in der Gesellschaft sowie die damit einhergehende Veränderung soziologischer Leitbilder.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition des Familienbegriffs, die Auswirkungen des demografischen und sozialen Wandels sowie die Transformation der Geschlechterrollen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Gründe für die Destabilisierung der klassischen bürgerlichen Kleinfamilie zu verstehen und die Pluralisierung moderner Lebensentwürfe nachzuzeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die soziologische Fachliteratur und Sekundärquellen nutzt, um den gesellschaftlichen Wandel zu begründen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine Analyse verschiedener Familienformen und eine Untersuchung der gesellschaftlichen Ursachen für den Wandel, inklusive der spezifischen Rolle der Frau.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Familienformen, Individualisierung, sozialer Wandel, Patchworkfamilien, Regenbogenfamilien und die sich wandelnde Rolle der Frau.
Wie hat sich die Bedeutung der Ehe im untersuchten Zeitraum verändert?
Die Ehe hat ihren Status als zwingende Voraussetzung für die Familiengründung verloren und wird heute eher als informelle, auf emotionaler Befriedigung basierende Partnerschaft betrachtet.
Welche Bedeutung kommt der "Platzierungsfunktion" innerhalb der Familie zu?
Die Platzierungsfunktion beschreibt den Zuweisungsprozess von Personen zu gesellschaftlichen Positionen, wobei zwischen statischen Verwandtschaftslinien und dynamischen beruflichen/gesellschaftlichen Platzierungen unterschieden wird.
Inwiefern hat sich das Bild der Frau seit den 1950er Jahren gewandelt?
Frauen sind nicht mehr primär auf die Rolle als Hausfrau und Mutter festgelegt, sondern streben vermehrt individuelle Lebenspläne und eine berufliche Karriere an, was den Individualisierungsprozess der modernen Gesellschaft widerspiegelt.
Warum finden alternative Familienformen heute eine höhere Akzeptanz?
Aufgrund des sozialen Wandels und der schwindenden normativen Verbindlichkeit des bürgerlichen Kleinfamilien-Leitbildes werden Lebensformen wie Alleinerziehende, Patchwork- oder Regenbogenfamilien gesellschaftlich breiter akzeptiert.
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- Anonym (Autor:in), 2019, Familienformen im sozialen Wandel mit Blick auf die Rolle der Frau, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/492952