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Auswirkungen der vaterlosen Gesellschaft auf die Schule

Titel: Auswirkungen der vaterlosen Gesellschaft auf die Schule

Hausarbeit , 2005 , 79 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Axel Sichler (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Begriff der „vaterlosen Gesellschaft“ ist mittlerweile zum geflügelten Wort geworden. Benutzt wird er heute meist im Zusammenhang mit den Lebensumständen von Patchworkfamilien, der Situation allein von der Mutter erzogener Kinder und der Rolle getrennt lebender Väter, die nicht selten zu reinen Alimentezahlern degradiert ihre Sprösslinge nur noch stundenweise oder gar nicht mehr sehen, geschweige denn Einfluss auf deren Erziehung haben. Doch der ursprünglich von Sigmund Freud geprägte Begriff ist weitaus vielschichtiger. Der Arzt, Historiker und Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich beispielsweise umschreibt damit in seinem 1963 erschienenen Buch „Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft“ die sozialpsychologischen Konsequenzen des Wandels von einer traditionellen paternistischen Gesellschaftsordnung zu einer modernen industriellen Massengesellschaft. Nach einem Jahrzehnte langen feministisch geprägten Diskurs beschäftigen sich in jüngster Zeit auch wissenschaftliche Studien vermehrt mit den Folgen von Vaterlosigkeit und der Bedeutung von Männern für die Sozialisation. So hat sich im Zuge der "gender-studies" in den letzten Jahren neben der Frauenforschung auch die Männer- bzw. Vaterforschung allmählich etabliert.
In der vorliegenden Arbeit wird der in unterschiedlichen Kontexten verwendete vielschichtige Terminus „vaterlose Gesellschaft“ zunächst einmal entschlüsselt, differenziert und exakt definiert. Dazu werden die historischen, sozialphilosophischen und psychologischen Grundlagen zur Funktion des Vaters dargestellt. Welche möglichen Vorteile birgt männlicher Einfluss für die Sozialisation von Kindern? Welche Defizite könnten durch einen Vatermangel auftreten? Die Differenzierung zwischen genetischer und sozialer Vaterschaft wirft die Frage nach der Austauschbarkeit von Vätern auf. Wie weit reicht die Vaterrolle? Kann sie ohne Einschränkung auf männliche Bezugs- und Betreuungspersonen ausgedehnt werden? Können soziale Väter den Verlust des genetischen Vaters kompensieren?
Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse auf die gegenwärtige z. T. durch Überfeminisierung geprägte Situation in der institutionellen Erziehung angewandt. Inwiefern könnten Auswirkungen der vaterlosen Gesellschaft in unseren Schulen auftauchen und sich im Verhalten der heutigen Schüler widerspiegeln, das zunehmend durch Auffälligkeiten und Schulversagen insbesondere bei männlichen Heranwachsenden gekennzeichnet ist?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Der historische Hintergrund

1.1. Die Vaterfunktion im Wandel

1.2. Der Vater im 18. und 19. Jahrhundert

2. Die Bedeutung des Vaters aus Sicht der klassischen Psychologie

2.1. Sigmund Freud

2.2. Alfred Adler

2.3. Carl Gustav Jung

2.4. Zusammenfassung

3. Mitscherlichs Vorläufer

3.1. Paul Federn

3.2. Max Horkheimer

4. Alexander Mitscherlich

4.1. Eine Einordnung seines Werks

4.2. Der gesellschaftliche Strukturwandel

4.3. Kennzeichen der vaterlosen Massengesellschaft

4.4. Mitscherlichs Definition von „Vaterlosigkeit“

4.5. Bedeutung und Konsequenzen

5. Die Gegenwartsdiskussion über die vaterlose Gesellschaft

5.1. Der Aufstand gegen die Väter

5.2. Die feministische Bewegung

5.3. Die Emanzipation der Väter

5.4. Familiäre und familienpolitische Veränderungen

5.5. Die unterschiedlichen Standpunkte im Geschlechterkampf

5.5.1. Die Argumente der Frauen

5.5.2. Die Argumente der Männer

5.6. Väterlichkeit wird neu entdeckt

5.7. Die moderne Definition von „Vaterlosigkeit“

6. Der aktuelle Stand der Forschung über die Bedeutung des Vaters

6.1. Der männliche Beitrag zur Sozialisation des Kindes

6.2. Auswirkungen von Vaterlosigkeit

6.3. Väter und Töchter

6.4. Problemgruppe Jungen

7. Soziale Vaterschaft

7.1. Der Vater als Lehrer

7.2. Der Lehrer als Vater

7.3. Grenzen und Möglichkeiten der Ersatzvaterfunktion von Lehrern

8. Auswirkungen der „vaterlosen Gesellschaft“ auf die Schule

8.1. Allgemeine Auswirkungen

8.2. (Mögliche) Auswirkungen auf das Schülerverhalten

8.3. Das geschlechtliche Missverhältnis bei der institutionellen Erziehung

8.3.1. Die Feminisierung des Lehrerberufs

8.3.2. Die Abwesenheit der Männer

8.3.3. Positive Wirkungen männlicher Präsenz in der Schule

8.4. Jungen als Problemgruppe in der Schule

8.4.1. Jungenarbeit in der Schule

8.4.1.1. Ein praktisches Beispiel

9. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die sozialpsychologischen und pädagogischen Auswirkungen der „vaterlosen Gesellschaft“ auf das heutige Schulwesen. Ausgehend von Alexander Mitscherlichs Thesen wird analysiert, inwiefern der Bedeutungsverlust der väterlichen Rolle und die Abwesenheit männlicher Bezugspersonen zu einer männlichen Identitätskrise und schulischen Problemen bei Jungen beitragen und welche Rolle die Schule als kompensatorische Instanz einnehmen kann.

  • Historische und psychologische Grundlagen der Vaterrolle und deren Wandel
  • Analyse des Begriffs der „vaterlosen Gesellschaft“ nach Mitscherlich und in der heutigen Diskussion
  • Zusammenhang zwischen Vaterlosigkeit und kindlicher Sozialisation bzw. schulischem Verhalten
  • Die „Feminisierung“ des Erziehungswesens und deren Konsequenzen für die männliche Identitätsfindung
  • Ansätze der Jungenpädagogik als Antwort auf die geschlechtsspezifische Benachteiligung

Auszug aus dem Buch

4.3. Kennzeichen der vaterlosen Massengesellschaft

Durch die „vaterlose Gesellschaft“ der Anschaulichkeit beruflicher Tätigkeit und der Halt gebenden sozialen Hierarchie beraubt, benötigt das Individuum Kompensation für diese Defizite. Es findet sie in der Gruppe der Gleichaltrigen, den so genannten „Peergroups“, ein Motiv, dem wir auch schon bei Horkheimer (Ersatz des Vaters durch Kollektive) und Federn (Bruderprinzip) begegnet sind. Der abgeschaffte traditionsabhängige Mensch wird vom gruppenkonformen ersetzt, der sich an den Geboten der jeweiligen Gruppe orientiert. Mitscherlich bezeichnet ihn auch als den „klassenlosen Massenmensch“ (S. 185). Er ist dadurch charakterisiert, dass er sich, da die klaren hierarchischen Bezugspunkte nach „oben“ und „unten“ fehlen, auf einer ständigen horizontalen Suche nach den Gruppennormen befindet. Er muss quasi immer „auf Empfang“ sein, weil sich Ziele in der modernen Gesellschaft schnell ändern können. Er muss zu jeder Zeit in der Lage sein, die Richtung zu wechseln und sich an neue Gegebenheiten anzupassen. Sein Erfolg misst sich an sozialer Popularität, bzw. „In-Sein“. Scheitert er, gehört er zu den Vergessenen, Übergangenen und Wertlosen. Die ständige Suche nach Orientierung und die Gefahr des sozialen Scheiterns bedeuten eine permanente Anspannung, die ihn ängstlich und verkrampft machen.

Individuell würde man diesen Zustand als neurotisch betrachten, in der vaterlosen Gesellschaft wird es jedoch zum akzeptierten Massenphänomen, da es der sozialen und beruflichen Anpassung dient (vgl. S. 186f). Der so erzeugte ständige Druck macht dem Individuum auch die Grenzen von Leistungsfähigkeit bewusst und erzeugt eine panische Angst vor dem Altern. Das behindert jedoch die Persönlichkeitsreifung. Für Mitscherlich zählt das krampfhafte Jungbleibenwollen zu den „regressiven Charakterzügen“. „Man möchte leben, ohne zu altern; und man altert in Wirklichkeit, ohne zu leben.“ (S. 330)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der historische Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert den Wandel der Vaterrolle von der frühen Geschichte bis zur industriellen Revolution und beleuchtet die Schwierigkeit der Quellenlage.

2. Die Bedeutung des Vaters aus Sicht der klassischen Psychologie: Es werden die psychoanalytischen Theorien von Freud, Adler und Jung in Bezug auf die Vaterrolle und deren Einfluss auf die kindliche Identitätsentwicklung dargestellt.

3. Mitscherlichs Vorläufer: Hier wird der theoretische Grundstein für die „vaterlose Gesellschaft“ durch die Analysen von Paul Federn und Max Horkheimer untersucht.

4. Alexander Mitscherlich: Das Kapitel analysiert Mitscherlichs zentrales Werk, den Begriff der Vaterlosigkeit sowie die soziokulturellen Folgen für das Individuum in der modernen Massengesellschaft.

5. Die Gegenwartsdiskussion über die vaterlose Gesellschaft: Die aktuelle Debatte wird durch den gesellschaftlichen Wandel, die feministische Bewegung und die rechtlichen Veränderungen seit den 70er Jahren kontextualisiert.

6. Der aktuelle Stand der Forschung über die Bedeutung des Vaters: Es wird der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn über die Rolle des Vaters für die kindliche Sozialisation und die negativen Folgen von Vaterlosigkeit gesichtet.

7. Soziale Vaterschaft: Dieses Kapitel thematisiert die Übertragung pädagogischer Funktionen vom leiblichen Vater auf den Lehrer als „sozialen Vater“.

8. Auswirkungen der „vaterlosen Gesellschaft“ auf die Schule: Hier wird der Fokus auf die konkrete pädagogische Praxis, das Lehrerbild, Jungen als Problemgruppe und Ansätze der Jungenpädagogik gelegt.

9. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen Thesen zusammen und diskutiert gesellschaftspolitische Anforderungen zur Bewältigung der Vaterlosigkeitsproblematik.

Schlüsselwörter

Vaterlose Gesellschaft, Alexander Mitscherlich, Väterrolle, Sozialisation, Identitätskrise, Jungenarbeit, Geschlechterkampf, Schule, Erziehung, Psychologie, Autoritätsverlust, Gender-Studies, Lehrerrolle, soziale Vaterschaft, Vaterforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziopsychologischen Auswirkungen einer Gesellschaft, in der die Vaterrolle an Bedeutung verloren hat, und untersucht, wie sich dieser Zustand konkret auf die Institution Schule auswirkt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft historische Analysen der Vaterrolle mit aktuellen psychologischen Forschungsergebnissen zu kindlicher Sozialisation, Gender-Diskursen und schulischen Herausforderungen durch das Fehlen männlicher Bezugspersonen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, den wissenschaftlichen Wissensbestand zur „vaterlosen Gesellschaft“ zu sichten und auf die gegenwärtige Situation in pädagogischen Einrichtungen anzuwenden, um Hilfestellungen für den Umgang mit den resultierenden Schulproblemen zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der psychoanalytische Grundlagen mit soziologischen Theorien und empirischen Ergebnissen der aktuellen Väterforschung verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch Mitscherlich und seine Vorläufer, eine Diskussion der modernen Geschlechterverhältnisse sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Folgen von Vaterlosigkeit in der Schule, inklusive Jungenpädagogik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Vaterlosigkeit, Alexander Mitscherlich, Identitätskrise, soziale Vaterschaft, Jungenarbeit und die Feminisierung des Erziehungswesens.

Welche Rolle spielt die Schule bei der Kompensation fehlender Väter?

Die Schule übernimmt in der „vaterlosen Gesellschaft“ zunehmend Funktionen des Elternhauses, wobei Lehrer durch ihre pädagogische Rolle als soziale Väter bzw. Identifikationsfiguren eine wichtige, wenn auch begrenzte, ausgleichende Funktion einnehmen können.

Warum gelten Jungen derzeit als Problemgruppe in der Schule?

Studien deuten darauf hin, dass Jungen durch den Mangel an männlichen Bezugspersonen und die als weiblich dominierte Umgebung Schwierigkeiten bei der geschlechtsspezifischen Identitätsbildung haben, was sich in Disziplinproblemen und schulischem Versagen niederschlagen kann.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der 68er-Bewegung und der heutigen Väterproblematik?

Die antiautoritäre Bewegung der 68er wird als ein Katalysator für die Hinterfragung patriarchaler Autorität gesehen, die den Wandel zur vaterlosen Gesellschaft und die spätere kritische Debatte maßgeblich mitgeprägt hat.

Ende der Leseprobe aus 79 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Auswirkungen der vaterlosen Gesellschaft auf die Schule
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1.0
Autor
Axel Sichler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
79
Katalognummer
V47965
ISBN (eBook)
9783638447911
ISBN (Buch)
9783638708210
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Auswirkungen Gesellschaft Schule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Axel Sichler (Autor:in), 2005, Auswirkungen der vaterlosen Gesellschaft auf die Schule, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/47965
Blick ins Buch
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