In der folgenden Hausarbeit, welche das Thema Flucht und Vertreibung aus Oberschlesien beschreibt, handelt von der Nachkriegszeit in diesem Teilgebiet Polens.
Sie ist der Versuch einer Darstellung der wichtigsten Bevölkerungsverschiebungen eben diesen Gebietes, ihrer Ursachen und ihres Ablaufs. Dabei soll besonders das tragische Schicksal all jener Menschen thematisiert werden, die von den genannten Ereignissen betroffen wurden. Als Erstes sollen die Fachbegriffe geklärt werden.
Danach gehe ich auf die Veränderungen in Polen nach Kriegsende ein und versuche Klarheit zu schaffen, welche Gründe es für die Austreibungen der Menschen gab und warum trotzdem einige geblieben sind. Daraufhin erläutere ich, wie die Vertriebenen in Deutschland aufgenommen wurden, ob es Konflikte gab und wie sich diese geäußert haben.
An dieser Stelle überlege ich mir, wie man dieses Thema in den Unterricht einflechten kann und beschreibe, wie es in zwei verschieden Schulbüchern dargestellt wird. Ich bearbeite zwei interessante Unterrichtsprojekte aus dem „Geschichte lernen - Heft 105“, um die Arbeit abzurunden. Natürlich mache ich mir hierbei Gedanken, wie man diese Projekte im Unterricht umsetzen kann und welche Gemeinsamkeiten, bzw. Unterschiede es hier gibt. Abschließend reflektiere ich meine Arbeit und gebe meine Meinung preis. Dann folgt eine bibliographisch korrekte Literaturliste.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung: Migration, Aussiedler, Vertriebene und Flucht
3. Oberschlesien gehört nach dem Zweiten Weltkrieg zu Polen. Welche grundlegenden Veränderungen gibt es?
3.1 Die Vertreibung der Deutschen aus Oberschlesien und über die Menschen, die geblieben sind
3.2 Wie wurden die Vertriebenen und Flüchtlinge anfangs in der Bundesrepublik aufgenommen?
4. „Flucht und Vertriebene“ im Regelunterricht
4.1 Eventuelle Schwierigkeiten bei der Planung für eine Unterrichtssequenz zu diesem Thema
4.2 Vertreibungen und Umsiedlungen in, aus und nach Polen. Kontexte aufzeigen
4.3 Wie lässt sich dieses Unterrichtsprojekt umsetzen und was können die Kinder daraus lernen?
4.4 "Es gab Hab und Gut zu verlassen" Die Vertreibung im Spiegel von Schüleraufsätzen
4.5 Wie lässt sich dieses Thema umsetzen und was können die Kinder hierbei lernen?
4.6 Unterschied zwischen „Schulbuch“ und „Geschichte lernen“
5. Schlussbetrachtung
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Thematik von Flucht und Vertreibung aus Oberschlesien nach dem Zweiten Weltkrieg und reflektiert deren Bedeutung sowie didaktische Umsetzbarkeit im modernen Schulunterricht.
- Historische Aufarbeitung der Bevölkerungsverschiebungen in Oberschlesien nach 1945.
- Analyse der Ankunfts- und Integrationsproblematik von Vertriebenen in der frühen Bundesrepublik.
- Didaktische Konzepte zur Vermittlung des Themas im Geschichtsunterricht.
- Vergleich der Darstellung in Schulbüchern mit fachdidaktischen Unterrichtsmaterialien.
- Reflexion über den Umgang mit belasteter Familiengeschichte und Empathieförderung bei Schülern.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Vertreibung der Deutschen aus Oberschlesien und über die Menschen, die geblieben sind
Laut Winston Churchill spielte sich im deutschen Osten eine „Tragödie ungeheuren Ausmaßes“ ab.
Der Vormarsch sowjetischer Truppen in Schlesien nach dem 19.01.1945 zieht eine Fluchtwelle nach sich, die allerdings in einzelnen Teilen des Landes unterschiedlich stark ist. Entweder, weil die nationalsozialistischen Behörden diese anfänglich zu verhindern suchen oder aber, weil in Oberschlesien viele Menschen ihre Heimat nicht verlassen wollen.
Aber nur kurze Zeit später ändert sich das Blatt. Nun wollen die Polen in ihrem neu dazu gewonnenen Land auch den Rest des deutschen Überbleibsels vernichten, um ihr eigenes Land und die dazu gehörigen Menschen dort anzusiedeln. Im Juni/ Juli 1945 beginnen die ersten Austreibungen. Sie betreffen 200.000 – 300.000 Menschen und werden mit exzessiver Brutalität durchgeführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Flucht und Vertreibung aus Oberschlesien ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung sowie die methodische Herangehensweise.
2. Begriffsklärung: Migration, Aussiedler, Vertriebene und Flucht: Dieses Kapitel definiert die zentralen Fachbegriffe, um eine präzise wissenschaftliche Grundlage für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Oberschlesien gehört nach dem Zweiten Weltkrieg zu Polen. Welche grundlegenden Veränderungen gibt es?: Hier werden die politischen und gesellschaftlichen Transformationen Oberschlesiens nach 1945 beschrieben, einschließlich der ökonomischen Umstrukturierungen.
3.1 Die Vertreibung der Deutschen aus Oberschlesien und über die Menschen, die geblieben sind: Dieses Kapitel thematisiert die brutalen Vertreibungswellen ab 1945 sowie die schwierige Lebenssituation der Minderheit, die in der Region verblieb.
3.2 Wie wurden die Vertriebenen und Flüchtlinge anfangs in der Bundesrepublik aufgenommen?: Die Untersuchung widmet sich der sozialen Ausgrenzung und den Integrationshürden, mit denen Flüchtlinge in der unmittelbaren Nachkriegszeit in Deutschland konfrontiert waren.
4. „Flucht und Vertriebene“ im Regelunterricht: Dieser Abschnitt analysiert die curricularen Vorgaben und die Repräsentation des Themas in zeitgenössischen Geschichtslehrwerken für Haupt- und Realschulen.
4.1 Eventuelle Schwierigkeiten bei der Planung für eine Unterrichtssequenz zu diesem Thema: Der Autor erörtert pädagogische Herausforderungen, insbesondere im Kontext von Schülern mit Migrationshintergrund und belasteten Familienerzählungen.
4.2 Vertreibungen und Umsiedlungen in, aus und nach Polen. Kontexte aufzeigen: Eine Analyse von Unterrichtsprojekten, die den Fokus auf die territoriale Neugestaltung Polens und die damit verbundenen Bevölkerungstransfers legen.
4.3 Wie lässt sich dieses Unterrichtsprojekt umsetzen und was können die Kinder daraus lernen?: Dieses Kapitel beleuchtet den methodischen Nutzen und die Horizonterweiterung durch das Projekt, unter Einbeziehung von Exkursionen und historischem Kontext.
4.4 "Es gab Hab und Gut zu verlassen" Die Vertreibung im Spiegel von Schüleraufsätzen: Die Auswertung historischer Schüleraufsätze aus dem Jahr 1946 dient als Methode zur quellenkritischen Arbeit im Unterricht.
4.5 Wie lässt sich dieses Thema umsetzen und was können die Kinder hierbei lernen?: Vertiefung der methodischen Überlegungen zur quellenorientierten Unterrichtsgestaltung und zur Förderung der Empathie bei Schülern.
4.6 Unterschied zwischen „Schulbuch“ und „Geschichte lernen“: Ein Vergleich zwischen konventionellen Lehrbuchdarstellungen und didaktischen Fachpublikationen hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Schüler.
5. Schlussbetrachtung: Der Autor reflektiert die Rechercheergebnisse und verknüpft diese mit der eigenen Familiengeschichte aus Oberschlesien.
6. Literatur: Aufzählung der verwendeten Quellen, unterteilt in allgemeine Literatur und Schulbücher.
Schlüsselwörter
Oberschlesien, Flucht, Vertreibung, Migration, Nachkriegszeit, Geschichtsunterricht, Integration, Quellenarbeit, Schüleraufsätze, Zeitzeugen, Deutschland, Polen, Empathie, Geschichtsbewusstsein, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Oberschlesien nach 1945 und untersucht, wie dieses komplexe Thema methodisch und didaktisch in den Schulunterricht integriert werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben der historischen Analyse der Vertreibung und der Ankunft der Flüchtlinge in der Bundesrepublik stehen die Curricula-Analyse, die Arbeit mit Quellen (wie Schüleraufsätzen) und die pädagogische Reflexion im Vordergrund.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den historischen Prozess der Vertreibung aufzuarbeiten und Konzepte zu entwickeln, wie Schüler durch quellenorientiertes Lernen Empathie für historische Schicksale entwickeln können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Vergleich von Lehrplänen und Schulbüchern sowie einer quellenkritischen Untersuchung zeitgenössischer Schüleraufsätze aus der Nachkriegszeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Situation in Oberschlesien und Westdeutschland sowie einen ausführlichen didaktischen Teil zur Unterrichtsgestaltung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Migration, Aussiedler, Vertreibung, Identität und geschichtspädagogische Didaktik charakterisiert.
Wie geht die Arbeit mit der persönlichen Betroffenheit des Autors um?
In der Schlussbetrachtung reflektiert der Autor seine eigene Familiengeschichte in Oberschlesien und erläutert, wie die wissenschaftliche Recherche ihm half, familiäre Bruchstücke in den größeren historischen Kontext einzuordnen.
Welche Bedeutung haben die Schüleraufsätze von 1946 für den Unterricht?
Die Aufsätze dienen als authentische, wenn auch subjektive Primärquellen, die Schülern helfen können, sich in die Gefühlswelt von Gleichaltrigen in der Nachkriegszeit hineinzuversetzen.
- Arbeit zitieren
- Laura Niedballa (Autor:in), 2005, Flucht und Vertreibung aus Oberschlesien, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/45933