Gespräch ist nicht gleich Gespräch. Der Plausch mit der Nachbarin im Supermarkt um die Ecke unterscheidet sich grundlegend von der bevorstehenden Jahresbeurteilung des Vorgesetzten. Dieses Beispiel macht klar, dass sich verschiedene Formen von Gesprächen unterscheiden lassen. Die einfachste Unterteilung stellt die in Alltagsgespräche und professionelle Gespräche dar (Baeumer, Edele, Richter & Voelker, 2010). Eine weitere Möglichkeit ist die Unterteilung in formale und informelle Kommunikation. Kommunikation beschreibt dabei ein weiteres Feld der sozialen Interaktion als das Gespräch und wird im Folgenden noch genauer definiert. Formale und informelle Kommunikation lassen sich in einigen Punkten voneinander unterscheiden (z.B. Stohl & Redding, 1996; Blickle, 2004). Formale Kommunikation benutzt offiziell hierfür vorgesehene Wege wohingegen informelle Kommunikation zwischen Bekannten oder Vertrauten stattfindet. Auch der Ort des Austausches beläuft sich bei formaler Kommunikation auf offizielle Räume, informelle Kommunikation findet meist abseits hiervon statt. Die Verbindlichkeit informell weitergegebener Informationen ist meist nicht gegeben, formal kommunizierte Informationen sind dagegen verbindlich. Ein Beispiel hierfür ist die Gegenüberstellung von Gerüchten, die in der Mittagspause weitergegeben werden und der Anweisung des Vorgesetzten. Aus diesem Grund ist formale Kommunikation meist sorgfältig überdacht wohingegen informelle Kommunikation spontan entsteht. Daraus resultiert die Nachvollziehbarkeit der Quelle bei formaler Kommunikation. Bei informell weitergegebenen Informationen ist dies nicht immer möglich.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einer Seite der formalen Kommunikation - dem Mitarbeitergespräch. Es wird darauf eingegangen was ein Mitarbeitergespräch ist, welche Regeln hierbei zu berücksichtigen sind und welchen Nutzen gut geführte Gespräche zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern für ein Unternehmen mit sich bringen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DAS MITARBEITERGESPRÄCH
2.1 DAS GESPRÄCH ALS MITTEL ZUR KOMMUNIKATION
2.2 BEDEUTUNG VON GESPRÄCHEN IN BEZUG AUF MITARBEITERFÜHRUNG
2.2.1 DAS SENDER-EMPFÄNGER-MODELL
2.3 GESPRÄCHSREGELN
2.4 NUTZEN FÜR DAS UNTERNEHMEN
2.5 ZUSAMMENFASSUNG
3. FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Mitarbeitergespräch als zentrales Instrument der formalen Kommunikation in Unternehmen. Dabei wird analysiert, welche Voraussetzungen für eine gelungene Gesprächsführung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern notwendig sind, welche theoretischen Modelle als Grundlage dienen und welchen Nutzen professionell geführte Gespräche für die betriebliche Effizienz und Mitarbeiterzufriedenheit stiften.
- Grundlagen der Kommunikation und Gesprächsführung
- Die Bedeutung formaler Kommunikation für Führungsprozesse
- Methoden und Regeln zur Gestaltung erfolgreicher Mitarbeitergespräche
- Analyse des Nutzens von Mitarbeitergesprächen für das Unternehmen
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Das Sender-Empfänger-Modell
Das Sender-Empfänger-Modell von Graumann (1972) bildet den theoretischen Hintergrund für die formale Kommunikation. Hierbei sind acht Merkmale zu berücksichtigen, die einer Kommunikation angehören: (1) Der Sender, (2) das Enkodieren, (3) die Nachricht, (4) der Kommunikationskanal, (5) die Dekodierung, (6) der Empfänger, (7) Störquellen und (8) die Rückmeldung. Um eine Nachricht weiterzuleiten, muss der Sender die Information enkodieren. Die Nachricht ist demzufolge in der verbalen Kommunikation das gesprochene Wort. Zusätzlich wird vom Sender ein Kommunikationskanal gewählt, der formal oder informell sein kann. Er bildet das Medium über den die Nachricht an den Empfänger vermittelt wird. Um die Nachricht zu verstehen, muss dieser die Nachricht dekodieren. Dieser Prozess kann von verschiedenen Störquellen beeinträchtigt werden, die die Eindeutigkeit der Nachricht behindern. Störquellen können z.B. Wahrnehmungsprobleme – wie die Beeinträchtigung durch eine laute Umgebung oder interkulturelle Differenzen sein. Ein Dialog, also die wechselseitige Kommunikation zwischen den Partnern, kommt durch das Feedback des Empfängers an den Sender zustande.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung differenziert zwischen Alltags- und professioneller Kommunikation und führt in die Thematik des Mitarbeitergesprächs als Instrument der formalen Kommunikation ein.
2. DAS MITARBEITERGESPRÄCH: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Kommunikation, die Relevanz von Gesprächsregeln und den Nutzen, den Unternehmen durch eine gezielte Gesprächsführung erzielen können.
2.1 DAS GESPRÄCH ALS MITTEL ZUR KOMMUNIKATION: Es wird die Definition von Kommunikation und die Abgrenzung verschiedener Kommunikationsformen, insbesondere des Dialogs im beruflichen Kontext, dargelegt.
2.2 BEDEUTUNG VON GESPRÄCHEN IN BEZUG AUF MITARBEITERFÜHRUNG: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle der Gesprächspartner im Arbeitsverhältnis und die Notwendigkeit formaler Kommunikation für einen reibungslosen Unternehmensablauf.
2.2.1 DAS SENDER-EMPFÄNGER-MODELL: Das Modell von Graumann wird als theoretische Basis vorgestellt, um die einzelnen Phasen und potenziellen Störfaktoren einer Nachrichtensendung zu verdeutlichen.
2.3 GESPRÄCHSREGELN: Hier werden praxisrelevante Regeln für die Planung, Zielsetzung und Durchführung von Mitarbeitergesprächen, einschließlich aktiven Zuhörens und Ich-Botschaften, erörtert.
2.4 NUTZEN FÜR DAS UNTERNEHMEN: Es wird analysiert, inwiefern strukturiertes Gesprächsverhalten und die Schulung der Durchführenden positive Auswirkungen auf die Unternehmensleistung und Validität der Beurteilungen haben.
2.5 ZUSAMMENFASSUNG: Das Kapitel fasst die Bedeutung von Gesprächsregeln zur Überbrückung von Hierarchieebenen und zur Sicherstellung des Informationsaustausches zusammen.
3. FAZIT: Das Fazit betont die Notwendigkeit eines Bewusstseins für professionelle Gesprächsführung im Personalwesen und unterstreicht die Verantwortung der Führungskräfte für den Unternehmenserfolg.
Schlüsselwörter
Mitarbeitergespräch, Kommunikation, Gesprächsführung, Führungsinstrument, Mitarbeiterführung, Sender-Empfänger-Modell, Arbeitszufriedenheit, Formale Kommunikation, Gesprächsregeln, Personalführung, Unternehmenserfolg, Feedback, Aktives Zuhören, Zielvereinbarung, Personalwesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und methodischen Gestaltung von Mitarbeitergesprächen als essenzielles Führungsinstrument in Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kommunikationstheorie, dem Sender-Empfänger-Modell, der Anwendung von Gesprächsregeln im beruflichen Alltag sowie dem Nutzen von Mitarbeitergesprächen für das Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Notwendigkeit einer geplanten und professionellen Gesprächsführung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern darzulegen und deren positiven Beitrag zum Unternehmenserfolg zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Herleitung der Aussagen genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Kommunikationsmodelle und empirische Befunde zu Mitarbeitergesprächen und Arbeitszufriedenheit zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die kommunikationstheoretischen Grundlagen, die Bedeutung der Rollenverteilung in Arbeitsverhältnissen und praktische Regeln zur Durchführung, Planung und Zielsetzung von Gesprächen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mitarbeitergespräch, Gesprächsführung, formale Kommunikation, Führungsinstrument und Arbeitszufriedenheit definiert.
Welche Rolle spielen „Ich-Botschaften“ laut der Autorin?
Die Autorin stellt „Ich-Botschaften“ als wertfreies Kommunikationsinstrument den „Du-Botschaften“ gegenüber, um Angriffe im Gespräch zu vermeiden und eine sachliche Ebene zu wahren.
Warum wird die „Meta-Kommunikation“ im Text hervorgehoben?
Die Meta-Kommunikation wird als Lösungsmöglichkeit bei festgefahrenen Situationen empfohlen, um die Gesprächsebene zu wechseln und nicht mehr den Inhalt, sondern den Ablauf des Gesprächs selbst zu thematisieren.
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- Katrin Mayer (Author), 2015, Das Mitarbeitergespräch. Gesprächsführung im Rahmen der Mitarbeiterführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/459081