Davon ausgehend, dass die Beeinträchtigung der landwirtschaftlichen Entwicklung in den ärmeren Ländern der Welt in der EU-Agrarpolitik ihren Ursprung hat, ergibt sich die Frage nach dem Warum. Gemäß aktueller Untersuchungen leiden auf der Welt mehr als 800 Millionen Menschen an Hunger. Das liegt nachweislich nicht an weltweiter oder regionaler Nahrungsmittelknappheit. 2 Milliarden Menschen sind von Mangelernährung betroffen. Nahrung ist ein Menschenrecht. Die Welthungerhilfe nennt als einen der wesentlichen Faktoren für Hunger die Agrar- und Handelspolitik der reicheren Länder. Dabei weist sie darauf hin, dass besonders in Zentralafrika ein eklatantes Hungerproblem besteht. Hier sind Kleinbauern und Landlose sowie mittellose Städter betroffen. Aus diesen Gedanken ergibt sich die Frage: Warum betreibt die EU eine Agrarpolitik, die die Entwicklungschancen von Staaten des Südens beeinträchtigt?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsfrage
3. Methode und Aufbau der Arbeit
4. Begriff Lobbyismus
4.1. Interessengruppen, Lobbys und Verbände
4.2. Kritische Betrachtung und Gegenbewegungen
5. Wirken der EU-Agrarlobby für den EU-Agrarhandel mit afrikanischen Staaten
5.1. Kritikpunkte an der EU-Agrarpolitik
5.2 Auswirkungen der EU-Rahmenbedingungen für die Land-wirtschaft afrikanischer Staaten
5.3 EU-Agrarpolitik im Verständnis des Liberalen Intergouverne-mentalismus
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die agrar- und handelspolitische Strategie der Europäischen Union und deren negative Auswirkungen auf die Entwicklungschancen afrikanischer Staaten. Im Zentrum steht dabei die Analyse der Rolle von Lobbyismus und der dahinterstehenden Interessen im Kontext des Liberalen Intergouvernementalismus.
- Analyse der Mechanismen und Wirkungsweise von Lobbyismus in der EU-Politik
- Untersuchung der EU-Agrarpolitik und deren Auswirkungen auf afrikanische Märkte
- Kritische Reflexion der Rolle von NGOs als Gegenbewegungen in der Interessenvertretung
- Einordnung der EU-Agrarpolitik in die Theorie des Liberalen Intergouvernementalismus
- Diskussion über das Spannungsfeld zwischen nationalen Interessen und globaler Ernährungssicherung
Auszug aus dem Buch
4. Begriff Lobbyismus
Im 19. Jahrhundert wurden von Wirtschaftsvertretern in den USA regelmäßig Versuche unternommen, die Abgeordneten zu beeinflussen. Da dieser Verhandlungsversuche und Manipulationsgespräche in einer Lobby stattfanden, hat sich der Begriff „Lobbyismus“ geprägt. Unter Lobbyismus wird eine Form der Interessenvertretung in der Politik verstanden. Eine Definition lautet:
„Einflussnahme organisierter Interessengruppen (z.B. Verbände, Vereine, Nichtregierungsorganisationen) auf Exekutive und Legislative, bspw. in der Form von Anschreiben, Telefonaten, Anhörungen, Vorlagen, Berichten, Studien usw. Gegenleistungen der Interessengruppen an die Politiker können spezifische Informationen, Spenden etc. sein. Lobbyismus kann sich auch in der Androhung von politischem Druck (Streik, Lieferboykott, Abbau von Arbeitsplätzen) äußern.“ (Gabler Wirtschaftslexikon)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Hungerproblematik und stellt die zentrale Frage, warum die EU eine Agrarpolitik betreibt, die die Entwicklung in ärmeren Ländern behindert.
2. Forschungsfrage: Dieses Kapitel verknüpft die globale Ernährungssituation mit der spezifischen Handels- und Exportpolitik der EU und leitet die Forschungsfrage ab.
3. Methode und Aufbau der Arbeit: Es wird dargelegt, dass es sich um eine Literaturarbeit handelt, die Lobbyismus theoretisch einordnet und die EU-Agrarpolitik analysiert.
4. Begriff Lobbyismus: Das Kapitel definiert Lobbyismus, unterscheidet zwischen verschiedenen Lobby-Typen und beleuchtet sowohl die demokratische Funktion als auch die damit verbundene Kritik.
5. Wirken der EU-Agrarlobby für den EU-Agrarhandel mit afrikanischen Staaten: Hier wird der Einfluss von Lobbygruppen auf die EU-Agrarpolitik analysiert und mit dem Liberalen Intergouvernementalismus theoretisch verknüpft.
6. Fazit: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass nationale Eigeninteressen der EU-Mitgliedstaaten die entwicklungspolitischen Ziele und die Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung untergraben.
Schlüsselwörter
Agrarpolitik, Europäische Union, Lobbyismus, Entwicklungsländer, Hunger, Interessenvertretung, NGO, Liberaler Intergouvernementalismus, Außenhandel, Exportsubventionen, Welternährung, Handelsabkommen, Wirtschaft, Politische Einflussnahme, Afrika.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Diskrepanz zwischen den entwicklungspolitischen Zielen der EU und ihrer tatsächlichen Agrar- und Handelspolitik, die die wirtschaftliche Entwicklung in Staaten des globalen Südens teils erheblich beeinträchtigt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen das Wesen des Lobbyismus, die Struktur der EU-Agrarpolitik sowie die Auswirkungen dieser Politik auf die afrikanische Landwirtschaft unter Berücksichtigung theoretischer Integrationstheorien.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Gründe für die agrarpolitische Ausrichtung der EU zu identifizieren, die trotz entgegenstehender entwicklungspolitischer Absichtserklärungen die Chancen afrikanischer Länder schwächt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit ist als Literaturarbeit konzipiert, welche auf bestehenden Forschungsergebnissen, offiziellen Mitteilungen und politikwissenschaftlichen Theorien basiert.
Was wird im inhaltlichen Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Funktionsweise von Lobbyismus, der Rolle von Nichtregierungsorganisationen sowie der spezifischen Wirkung der EU-Agrarpolitik auf den afrikanischen Markt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Agrarpolitik, Lobbyismus, Entwicklungshilfe, Liberaler Intergouvernementalismus und Welternährung.
Inwiefern beeinflussen Lobbyisten die EU-Entscheidungsprozesse?
Lobbyisten beeinflussen Entscheidungsträger durch persönlichen Kontakt und fachliche Informationen, wobei sie primär wirtschaftliche Vorteile für ihre Auftraggeber anstreben, oft auf Kosten der Stabilität in ärmeren Ländern.
Welche Rolle spielt der Liberale Intergouvernementalismus in der Schlussfolgerung?
Diese Theorie dient als Erklärungsmodell dafür, warum Mitgliedstaaten nationale Eigeninteressen über globale humanitäre Verpflichtungen stellen, was die restriktive und marktstützende Agrarpolitik der EU begründet.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Glaschke (Autor:in), 2018, Warum betreibt die EU eine Agrarpolitik, die die Entwicklungschancen von Staaten des Südens beeinträchtigt?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/452013