Das Thema dieser Arbeit lautet „Stimmregister und Stimmqualität“ und soll folgendermaßen behandelt werden: Die beiden Begriffe „Stimmregister“ und „Stimmqualität“ sollen definiert werden, und es soll untersucht werden, wodurch Stimmregister und Stimmqualitäten gekennzeichnet sind und wodurch sich verschiedene Register und verschiedene Qualitäten voneinander unterscheiden. Das Ziel dieser Vorgehensweise ist es, die beiden Begriffe gegenüberzustellen und aufgrund der erhaltenen Ergebnisse zum einen voneinander abzugrenzen, zum anderen aber auch zueinander in Beziehung zu setzen. Damit soll verdeutlicht werden, dass die Begriffe „Stimmregister“ und „Stimmqualität“ keinesfalls gleichgesetzt werden können, aber dass diese Begriffe auch – wie schon ihre Definitionen zeigen werden – miteinander in Beziehung stehen. Die Begriffsklärung und der Vergleich der beiden Begriffe dient der Übersichtlichkeit, da diese Begriffe in der Literatur oft derart vermengt werden, daß es zu Verwirrungen kommt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Fragestellung und Aufbau der Arbeit
2. Was ist ein Stimmregister, welche Register gibt es, und wodurch unterscheiden sie sich ?
2.1. Definitionen
2.2. Grundlagen der Stimmbildung
2.3. Physiologische Faktoren
2.4. Akustische Faktoren
2.5. Aerodynamische Faktoren
2.6. Zusammenfassung
3. Stimmqualität
3.1. Definitionen
3.2. Laryngeale Settings
3.2.1. Flüstern
3.2.2. Rauhe Stimmqualität
3.2.3. Beatmete Stimmqualität
3.3. Supralaryngeale Settings
3.3.1. Settings auf der Längenachse
3.3.1.1. Absenken und Anheben des Larynx
3.3.1.2. Vorstülpen der Lippen
3.3.1.3. Labiodentalisierung
3.3.2. Settings auf der Breitenachse
3.3.2.1. Beteiligung der Lippen
3.3.2.2. Beteiligung der Zunge
3.3.2.3. Beteiligung der Gaumenbögen
3.3.2.4. Beteiligung des Pharynx
3.3.2.5. Beteiligung des Unterkiefers
3.3.3. Velopharyngeale Settings
3.4. Settings der Muskelspannung
3.5. Zusammenfassung
4. Gegenüberstellung der Begriffe „Stimmregister“ und „Stimmqualität“
4.1. Abgrenzung des Begriffs „Stimmregister“ vom Begriff „Stimmqualität“
4.2. Beziehungen zwischen Stimmregistern und Stimmqualitäten
4.3. Zusammenfassung
5. Schluß: Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen "Stimmregister" und "Stimmqualität". Es wird untersucht, wie diese Begriffe voneinander abzugrenzen sind, welche physiologischen, akustischen und aerodynamischen Faktoren sie jeweils kennzeichnen und inwiefern sie in Beziehung zueinander stehen, um häufige Begriffsverwirrungen in der Literatur zu klären.
- Definition und Abgrenzung von Stimmregistern
- Analyse physiologischer, akustischer und aerodynamischer Grundlagen der Stimmbildung
- Untersuchung der Stimmqualität durch laryngeale, supralaryngeale und muskuläre Faktoren
- Vergleichende Analyse von Stimmregistern und Stimmqualitäten
- Kombinierbarkeit verschiedener Phonationstypen
Auszug aus dem Buch
2.4. Akustische Faktoren
Zu den akustischen Faktoren, durch die die einzelnen Register gekennzeichnet sind, gehören die Sprachgrundfrequenz, gemessen in Hertz (Hz), die als Tonhöhe wahrgenommen wird sowie der Schall(druck)pegel, gemessen in Dezibel (dB), der sich als wahrgenommene Lautstärke äußert, allerdings immer in Abhängigkeit von der Frequenz. Damit ist die Lautstärke eine subjektiv empfundene Größe des Schalls und wird in der Einheit phon gemessen. Die untere Hörschwelle liegt bei 0 phon und die Schmerzschwelle bei 130 phon. Um beispielsweise einen Lautstärkepegel von 100 phon wahrzunehmen, muß bei einer Frequenz von 1000 Hz der Schallpegel bei 100 dB liegen, bei einer Frequenz von 20 Hz bei 125 dB und bei einer Frequenz von 4000 Hz bei etwa 88 dB (Fellbaum, 1984:93ff).
Die Grundfrequenz einer sprachlichen Äußerung kann durch eine Frequenzanalyse, zum Beispiel mit Hilfe eines Sonagraphen ermittelt werden, einem Gerät zur Herstellung von Spektrogrammen mittels Tonbandaufzeichnungen, den sogenannten Sonagrammen. Diese machen den Frequenzverlauf des Grundtones sowie der einzelnen Formanten entlang der Zeitachse sichtbar, indem die Schwingungsanteile eines Sprachsignals auf dem Registrierpapier eine dem Logarithmus ihrer spektralen, das heißt frequenzabhängigen Energieverteilung proportionale Schwärzung hervorrufen. Die Spektralintensität (Amplitude) läßt sich am Grad der Schwärzung auf dem Sonagramm erkennen.
Für eine Frequenzanalyse wird wahlweise ein schmalbandiges („enges“) oder breitbandiges („breites“) elektrisches Filter benutzt, dessen Durchlaßbereich kontinuierlich über das Frequenzgebiet von 80 – 8000 Hz verschoben werden kann. Hinsichtlich des zeitlichen sowie spektralen Auflösevermögens gilt die sogenannte Unschärferelation, derzufolge eine hohe spektrale Auflösung, die durch ein schmalbandiges Filter erreicht wird, eine geringe zeitliche Auflösung, das heißt eine große zeitliche Unschärfe zur Folge hat. Bei Verwendung eines Breitbandfilters sind dagegen die aufeinanderfolgenden Stimmtonimpulse deutlich als senkrechte Linien zu erkennen sind, da hier eine bessere zeitliche Auflösung vorliegt. Dafür ist jedoch die Frequenzauflösung bei Schmalbandfiltern besser und bei Breitbandfiltern schlechter.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Fragestellung und Aufbau der Arbeit: Diese Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die beiden Begriffe „Stimmregister“ und „Stimmqualität“ zu definieren, abzugrenzen und in Beziehung zu setzen.
2. Was ist ein Stimmregister, welche Register gibt es, und wodurch unterscheiden sie sich ?: Dieses Kapitel definiert Stimmregister, erläutert die physiologischen, akustischen und aerodynamischen Grundlagen und identifiziert das Modal-, Falsett- und Strohbaßregister als die drei Hauptregister.
3. Stimmqualität: Hier wird der Begriff Stimmqualität als individuelle Klangfarbe definiert und durch laryngeale, supralaryngeale und muskuläre Einflussfaktoren beschrieben.
4. Gegenüberstellung der Begriffe „Stimmregister“ und „Stimmqualität“: Dieses Kapitel grenzt die beiden Begriffe voneinander ab, zeigt deren spezifische Unterschiede auf und erläutert ihre gegenseitige Beeinflussung und Kombinierbarkeit.
5. Schluß: Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die wichtigsten Ergebnisse der vorangegangenen Kapitel zusammen und reflektiert über den Nutzen der Begriffsabgrenzung.
Schlüsselwörter
Stimmregister, Stimmqualität, Phonation, Stimmlippen, Klangfarbe, Modalregister, Falsettregister, Strohbaßregister, Supralaryngeale Settings, Formanten, Grundfrequenz, Subglottaler Druck, Artikulation, Sprachproduktion, Muskelspannung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theoretische Klärung der Begriffe Stimmregister und Stimmqualität sowie deren Abgrenzung voneinander.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die physiologischen, akustischen und aerodynamischen Faktoren der Stimmbildung sowie die verschiedenen Einstellungen (Settings) des Stimmapparates.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu zeigen, dass Stimmregister und Stimmqualität nicht gleichgesetzt werden können, und ihre gegenseitige Beeinflussung durch wissenschaftliche Definitionen zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die verschiedene linguistische und phonetische Definitionen und experimentelle Studien vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die drei Ebenen (laryngeale, supralaryngeale und muskuläre Faktoren) sowie die konkreten Stimmregister Modal, Falsett und Strohbaß.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Stimmregister, Stimmqualität, Phonation, Stimmlippen, Klangfarbe und Formantstruktur sind die zentralen Begriffe.
Was unterscheidet das Modalregister vom Falsett- und Strohbaßregister?
Das Modalregister ist die normale Sprechlage, während das Falsettregister dünner und höher klingt und das Strohbaßregister eine sehr niedrige Grundfrequenz mit pulsierendem Klangcharakter aufweist.
Warum ist die Unterscheidung zwischen „Settings“ und „Segmenten“ wichtig?
Ein Segment bezieht sich nur auf einen einzelnen Laut, während ein Setting eine durchgehende, den gesamten Sprechvorgang prägende Stimmqualität beschreibt.
- Arbeit zitieren
- M.A. Juliane Feustel (Autor:in), 2000, Stimmregister und Stimmqualität, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/44599