Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema der innerfamiliären Arbeitsteilung. Im Blickpunkt steht der Einfluss der Frauenerwerbstätigkeit auf die innerfamiliäre Arbeitsteilung bei Partnerschaften mit dem Übergang zur Elternschaft. Es werden nur zusammenlebende Paare mit Mann und Frau betrachtet. Besonders interessieren hier die Frauen und Mütter. Die Fragestellung dazu lautet: Inwieweit beeinflusst die Frauenerwerbstätigkeit die innerfamiliäre Arbeitsteilung vor und nach der Erstgeburt?
In vier Kapiteln wird der Zusammenhang von Erwerbstätigkeit und Hausarbeitsumfang der Frau mit der Geburt des ersten Kindes dargestellt um herauszufinden, wie sich in diesem Zusammenhang die Aufteilung der Hausarbeit und Kinderbetreuung ändert. Aufgrund der Vielfalt der verschiedenen Ansätze zur innerfamiliären Arbeitsteilung wird als erstes ein Überblick über zwei wichtige Theorien gegeben: der Time-Availibility-Ansatz und das Identitätsformationsmodell. Im zweiten Teil wird die allgemeine Arbeitsteilung beschrieben, und der Einfluss der Erwerbstätigkeit der Frau auf die ungleiche innerfamiliäre Arbeitsteilung expliziert. Im Anschluss wird herausgefunden, welche Veränderung die Erstgeburt während der Elternzeit auf die Arbeitsteilung bewirkt. Im letzten Kapitel geht es um die Veränderung nach der Elternzeit. Es wird analysiert, wie sich die innerfamiliäre Arbeitsteilung nach dem ersten Jahr nach der Geburt entwickelt und wie sie sich mit dem Wiedereinstieg der Mutter in den Beruf verändert. Es folgt das Fazit, in dem die einzelnen Kernaussagen zusammengefasst werden.
Die Hausarbeit wird dazu führen, zu erkennen, welchen Einfluss die Erwerbstätigkeit der Frau auf die gleiche oder ungleiche Verteilung der Hausarbeit hat. Und wie sie sich in den verschiedenen Lebensphasen einer Mutter verändert. Dazu wird der Anteil an Produktions- und Reproduktionsarbeit von Männern und Frauen in Paargemeinschaften, um die Geburt ihres ersten Kindes, verglichen. Aus dieser Arbeit soll am Ende klar werden, welchen Effekt die Erwerbstätigkeit der Frau in einer Partnerschaft und später als Mutter auf ihren Anteil an Hausarbeit hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Ansätze
2.1 Time-Availibility-Ansatz
2.2 Identitätsformationsmodell
3. Einfluss der Frauenerwerbstätigkeit auf die innerfamiliäre Arbeitsteilung vor der Elternschaft
4. Veränderung der innerfamiliären Arbeitsteilung mit der Erstgeburt
5. Veränderung der innerfamiliären Arbeitsteilung mit dem Wiedereinstieg
6. Fazit
Zielsetzung und Forschungsgegenstand
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Frauenerwerbstätigkeit auf die innerfamiliäre Arbeitsteilung bei Paaren in verschiedenen Lebensphasen, insbesondere im Übergang zur Elternschaft und bei der Rückkehr in den Beruf. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Inwieweit beeinflusst die Frauenerwerbstätigkeit die innerfamiliäre Arbeitsteilung vor und nach der Erstgeburt?
- Analyse theoretischer Erklärungsmodelle zur Arbeitsteilung (Time-Availability-Ansatz und Identitätsformationsmodell).
- Untersuchung der Arbeitsteilung bei kinderlosen Paaren in Abhängigkeit vom Erwerbsstatus.
- Evaluation des "Traditionalisierungsschubs" durch die Geburt des ersten Kindes.
- Betrachtung der Auswirkungen des beruflichen Wiedereinstiegs von Müttern auf die häusliche Aufgabenverteilung.
- Herausarbeitung von geschlechtsspezifischen Rollenmustern und deren Beharrungskräften.
Auszug aus dem Buch
2.1 Time-Availibility-Ansatz
Der Time-Availibility-Ansatz wird auch Zeitbudget-Ansatz genannt und erklärt die innerfamiliäre Arbeitsteilung, indem er den Hausarbeitsbedarf und die Hausarbeitszeit in Verbindung setzt. Der Bedarf an Hausarbeit wird hauptsächlich von den erwachsenen Familienmitgliedern gedeckt (vgl. Künzler 1994: 48). Der Anteil an Hausarbeit, an der sich ein Partner beteiligt, hängt von der Zeit ab, die ihm außerhalb seiner Erwerbstätigkeit zur Verfügung steht. Der Partner, der am wenigsten arbeitet, leistet somit auch am meisten Hausarbeit und der Partner der am meisten arbeitet leistet einen geringeren Anteil an Familienarbeit (vgl. BFSFJ 2008: 13). Jedoch steht den Familienmitgliedern nicht ihr gesamtes Zeitbudget neben der Erwerbstätigkeit zu Verfügung, denn in dieses müssen auch physiologische Zwecke, wie Schlaf, oder familienexterne Tätigkeiten einbezogen werden (vgl. Künzler 1994: 48).
Der Time-Availibility-Ansatz behauptet also, dass die Aufteilung der Familienarbeit von der Aufteilung der Erwerbsarbeit abhängt, weil die neben dem Beruf zur Verfügung stehende Zeit die Determinante für die innerfamiliäre Arbeitsaufteilung ist (vgl. Peukert 2012: 490). Die Gesamtbelastung, das heißt die Zeit an Reproduktions- und Produktionsarbeit müsste zwischen beiden Partnern also ausgeglichen sein (vgl. BFSFJ 2008: 13).
Es wird angenommen, dass der Mann seinen Anteil an der Familienarbeit erhöht, je weniger er arbeitet oder je mehr seine Frau beruflich aktiv ist. (vgl. Höpflinger, Charles 1990: 91). Wenn eine Frau geringfügig erwerbstätig ist, übernimmt sie auch den größten Teil der Hausarbeit. Erhöht die Frau ihre Anzahl an Stunden im Beruf, so müsste sich nach dem Zeitbudget-Ansatz ihr Anteil an Hausarbeit reduzieren (vgl. Peukert 2012: 490).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Thematik, der soziologischen Relevanz und der zentralen Forschungsfrage zum Einfluss der Frauenerwerbstätigkeit auf die häusliche Arbeitsteilung.
2. Theoretische Ansätze: Erläuterung der theoretischen Grundlagen durch den Time-Availability-Ansatz (Zeitbudget) und das Identitätsformationsmodell (normative Leitbilder).
3. Einfluss der Frauenerwerbstätigkeit auf die innerfamiliäre Arbeitsteilung vor der Elternschaft: Analyse der Arbeitsteilung bei kinderlosen Paaren, die trotz Erwerbstätigkeit der Frau weiterhin traditionelle Züge aufweist.
4. Veränderung der innerfamiliären Arbeitsteilung mit der Erstgeburt: Untersuchung des "Traditionalisierungsschubs" nach der Geburt, bei dem Frauen ihre Erwerbstätigkeit meist zugunsten der Familienarbeit reduzieren.
5. Veränderung der innerfamiliären Arbeitsteilung mit dem Wiedereinstieg: Analyse der Situation bei Rückkehr der Mutter in den Beruf, die zu einer Doppelbelastung führt, ohne die traditionelle Aufteilung vollständig aufzubrechen.
6. Fazit: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Bestätigung, dass gesellschaftliche Rollenvorstellungen trotz veränderter Bildungsbiografien stark persistieren.
Schlüsselwörter
Innerfamiliäre Arbeitsteilung, Frauenerwerbstätigkeit, Time-Availability-Ansatz, Identitätsformationsmodell, Reproduktionsarbeit, Elternschaft, Traditionalisierungsschub, Doppelbelastung, Rollenbilder, Familienarbeit, Geschlechterrollen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erziehungsurlaub, Hausarbeit, Berufsidentität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Aufteilung von Haus- und Familienarbeit zwischen Mann und Frau und analysiert, wie sich diese Verteilung durch die Erwerbstätigkeit der Frau in verschiedenen Lebensphasen verändert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Erwerbsbiografien auf die häusliche Arbeitsteilung, der Übergang zur Elternschaft und die Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, inwieweit die Frauenerwerbstätigkeit tatsächlich zu einer egalitären Aufteilung der Hausarbeit führt oder ob traditionelle Rollenmuster in verschiedenen Lebensphasen (vor Geburt, mit Kind, nach Wiedereinstieg) bestehen bleiben.
Welche wissenschaftlichen Theorien werden zur Erklärung herangezogen?
Es werden primär der Time-Availability-Ansatz (Fokus auf verfügbares Zeitbudget) und das Identitätsformationsmodell (Fokus auf gesellschaftliche Leitbilder und Rollenidentität) verwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Arbeitsteilung vor der Erstgeburt, die Analyse des Traditionalisierungseffekts bei der Geburt eines Kindes und die Auswirkungen des beruflichen Wiedereinstiegs der Mutter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören innerfamiliäre Arbeitsteilung, Traditionalisierungsschub, Familienidentität, Berufsidentität und die geschlechtsspezifische Doppelbelastung.
Was besagt der Time-Availability-Ansatz konkret für Paare?
Der Ansatz postuliert, dass der Partner, der weniger erwerbstätig ist, einen größeren Teil der unbezahlten Hausarbeit übernehmen sollte, um eine ausgeglichene Gesamtbelastung zu erreichen.
Warum führt die Erstgeburt laut Arbeit oft zu einer "Traditionalisierung"?
Durch die Geburt des Kindes verstärkt sich bei Frauen laut Identitätsformationsmodell die Familienidentität; zudem reduziert die Frau meist ihre Arbeitszeit, während der Mann seine Rolle als Ernährer und Erwerbstätiger stabilisiert oder ausbaut.
Verändert der berufliche Wiedereinstieg die Arbeitsteilung signifikant?
Obwohl Frauen nach der Elternzeit in den Beruf zurückkehren, reduzieren sie ihren Hausarbeitsanteil meist nicht in dem Maße, das für eine egalitäre Aufteilung nötig wäre, was häufig zu einer Doppelbelastung führt.
- Quote paper
- Pauline C. (Author), 2017, Arbeitsteilung, Frauenerwerbstätigkeit und Erstgeburt, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/441448