In seinem Aufsatz „Europäische Geschichte im Unterricht einer Migrationsgesellschaft. Neue curriculare Akzente und die aktuellen Lehrpläne der Bundesländer“ behandelt Vadim Oswalt die These, ob die Geschichte der Herkunftsländer von Migrantenkindern vergleichsweise in den Geschichtsunterricht einzubeziehen sei und verknüpft diese mit den derzeit gültigen Lehrplänen.
Hierbei sind zwei Tendenzen im Aufbau ersichtlich: die Tendenz des chronologischen Durchgangs und die Tendenz zur Gegenwartsorientierung mit Behandlung von Schlüsselproblemen und der Geschichtskultur. Die Vielfalt der Modernisierung und der verkürzte Abstand zwischen diesen erschweren den Einsatz von vergleichenden Analysen. Herausforderungen bestünden unter anderem in der Alltags- und Sozialgeschichte, der Geschichtskultur, der außereuropäischen Geschichte und in gesellschaftlichen Fragen, wie Globalisierung und Migration. Vor allem die Balance zwischen starkem Reduktionismus und „Wir machen alles, aber nichts richtig“ stelle in der Erstellung von Bildungsplänen eine große Schwierigkeit dar. Die Lehrpläne bestünden weitgehend aus gegenwartsorientierten Längsschnittthemen und gingen daher mit der Gesamttendenz zum fächerübergreifenden Lernen, da Einheiten zum Kulturaustauch oder Migration bereits in einigen Lehrplänen als Pflicht enthalten seien. Dennoch sei der chronologische Durchgang hierdurch nicht ersetzt, sondern durch einzelne Einschübe auf verschiedene Weise ergänzt
Inhaltsverzeichnis
1. Darstellung der fachdidaktischen Diskussion zum Thema „Migrationsgeschichte“
1.Vadim Oswalt - Europäische Geschichte im Unterricht einer Migrationsgesellschaft
2. Beschreibung der Projektarbeit
1.Auswahl und didaktische Analyse des Themas
2.Ablauf der Projektarbeit
3.Materialanalyse
4.Angesprochene Kompetenzen
3. Reflexion der Ausarbeitung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine Unterrichtssequenz zum historischen Thema der Völkerwanderung zu entwickeln, die Migration nicht nur als Epoche betrachtet, sondern für Schülerinnen und Schüler als fortwährendes gesellschaftliches Phänomen begreifbar macht und ihre eigene Identität sowie Herkunft in den Kontext rückt.
- Fachdidaktische Einordnung von Migrationsgeschichte im Unterricht
- Entwicklung einer handlungsorientierten Projektarbeit
- Didaktische Analyse am Beispiel der „Wikinger“
- Förderung historischer Kompetenzen durch Stationenarbeit
- Reflexion über Materialverfügbarkeit und Lehr-Lern-Prozesse
Auszug aus dem Buch
2.1 Auswahl und didaktische Analyse des Themas
Für die Ausarbeitung einer Unterrichtssequenz zur Thematik „Migrationsgeschichte im Geschichtsunterricht“ wurde sich auf die Völkerwanderung mit besonderem Blick auf das Leben der Wikinger geeinigt. Nach der Sichtung einiger Schulbücher wurde deutlich, dass gerade dieses Thema einen äußerst geringen Stellenwert innerhalb des Unterrichts einnimmt. Sollte also das Thema der Völkerwanderung in Schulbüchern enthalten sein, handelt es sich oftmals nur um den Umfang von maximal einer Doppelseite.
Gerade aus diesem Grund empfanden wir es sehr wichtig, im Rahmen eines Projektes ein Thema zu wählen, für das im Schuljahresverlauf in der Regel zu wenig Zeit verwendet wird. Die Ausarbeitung erfolgte mit Hinblick auf eine Durchführung in der sechsten bis siebten Jahrgangsstufe. Als exemplarisches Beispiel sollte ein größerer Fokus auf das Leben der Wikinger, als erstes wanderndes Volk, gelegt werden. Als Schlüsselbegriffe der Unterrichtssequenz stehen vor allem der Grund der Wanderung sowie der daraus resultierende Kontakt mit anderen Kulturen und Bevölkerungen.
Nach Beendigung des Projektes sollen die SuS über den Ablauf und die Teilnehmer der Völkerwanderung berichten können. Weiterhin sollen vor allem die Gründe von Migration erkannt und im späteren Verlauf mit weiteren Migrationswellen verknüpft und verglichen werden können. Durch diese Verknüpfungen sollen die SuS für ihre eigene Herkunft sensibilisiert werden. Die SuS sollen erkennen, dass Migration nicht nur ein aktuelles Phänomen darstellt, sondern bereits seit Jahrhunderten existiert. Ebenso soll deutlich werden, dass noch heute Spuren aus der Zeit der Völkerwanderung, beispielsweise in Bezug auf die Geschichte der Sprache, erkennbar sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Darstellung der fachdidaktischen Diskussion zum Thema „Migrationsgeschichte“: Dieses Kapitel erörtert die theoretische Einbettung von Migrationsgeschichte in den modernen Geschichtsunterricht unter Bezugnahme auf Vadim Oswalt.
2. Beschreibung der Projektarbeit: Hier wird der praktische Entwurf einer Unterrichtssequenz zur Völkerwanderung mit Fokus auf Stationenarbeit und das Beispiel der Wikinger vorgestellt.
3. Reflexion der Ausarbeitung: Der Abschnitt reflektiert kritisch den Erstellungsprozess, die Herausforderungen bei der Materialsuche und die pädagogische Wirksamkeit der entwickelten Stationen.
Schlüsselwörter
Migrationsgeschichte, Völkerwanderung, Geschichtsunterricht, Wikinger, Projektarbeit, historische Kompetenzen, Stationenarbeit, fachdidaktische Diskussion, Orientierungskompetenz, Raumbewusstsein, Identitätsbildung, Unterrichtsplanung, narrative Kompetenz, Schülerschaft, Lerninhalte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die didaktische Aufbereitung der Migrationsgeschichte für den Geschichtsunterricht in der Mittelstufe, konkret am Beispiel der Völkerwanderung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die theoretische Einordnung von Migration, die Gestaltung handlungsorientierter Unterrichtssequenzen und die Förderung historischer Bewusstseinsbildung bei Schülern.
Welches primäre Ziel verfolgt die Ausarbeitung?
Das Ziel ist es, ein konkretes Projektkonzept zu entwerfen, das den Schülern ermöglicht, Völkerwanderung als historisches Ereignis mit Gegenwartsrelevanz zu verknüpfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine didaktische Projektausarbeitung, die auf Literaturanalyse (z.B. Vadim Oswalt, Hans-Jürgen Pandel) und methodischer Unterrichtsplanung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die didaktische Begründung der Themenwahl, den detaillierten Ablaufplan für einen Projekttag sowie eine Analyse der verwendeten Materialien.
Welche Kompetenzen sollen durch die Arbeit gefördert werden?
Unter anderem werden die narrative Kompetenz, das Wirklichkeitsbewusstsein, das Historizitätsbewusstsein sowie das ökonomisch-soziale und temporale Bewusstsein der Schüler adressiert.
Warum wurde explizit das Thema "Wikinger" für die Stationenarbeit gewählt?
Das Thema bietet ein anschauliches Fallbeispiel für Migration, das in regulären Schulbüchern oft nur oberflächlich behandelt wird und daher viel Raum für eigene Unterrichtsgestaltung lässt.
Wie bewertet die Verfasserin die Verfügbarkeit von Lehrmaterial?
Die Verfasserin stellt fest, dass nur sehr wenig hochwertiges Material existiert, was eine hohe Eigenleistung bei der Erstellung der Arbeitsmaterialien durch die Lehrkraft erforderlich macht.
- Quote paper
- Jacqueline Reinisch (Author), 2015, Die Migrationsgeschichte im Geschichtsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/436278