Die folgende Seminararbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern die Ehe die Hausarbeitszeit verändert und ob die Erwerbsarbeit ein Einflussfaktor ist und wie weit sich dieser bei Mann und Frau auswirkt.
Wissenschaftliche Arbeiten und Artikel zeigen, dass sich trotz des Anstiegs der Erwerbstätigkeit von Frauen, die Aufteilung im Haushalt zwischen Mann und Frau nicht sonderlich geändert hat. Seit den 90ern sank die Vollzeit der Hausarbeit der Frauen und die der Männer nahm zu. Somit kommen sich die Geschlechter in der Zeitaufwendung näher. Und nichtsdestotrotz verbringen Frauen, obwohl sie Vollzeit beschäftigt sind, immer noch mehr Zeit mit der Hausarbeit als die Männer. Woran das liegen könnte wird in der folgenden Seminararbeit erarbeitet.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
3. Methode
4. Ergebnisse
5. Fazit:
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Eheschließung auf die Zeitverwendung von Paaren im Hinblick auf Haus- und Erwerbsarbeit. Dabei wird analysiert, inwiefern ökonomische Abhängigkeiten oder soziale Geschlechterkonstruktionen die Arbeitsaufteilung beeinflussen und ob signifikante Veränderungen nach dem Übergang in die Ehe feststellbar sind.
- Analyse der Hausarbeitszeitverteilung zwischen Ehepartnern
- Einfluss der Erwerbsarbeit auf die häusliche Arbeitsteilung
- Anwendung soziologischer Theorien (Ökonomische Abhängigkeit, Doing Gender, Tauschtheorie)
- Empirische Auswertung basierend auf SOEP-Längsschnittdaten mit Stata
- Vergleich von Arbeitsstunden vor und nach der Eheschließung
Auszug aus dem Buch
2. Theoretischer Rahmen
In vielen Theorien und wissenschaftlichen Artikeln wird versucht zu erläutern, wie sich die Hausarbeit bei Mann und Frau verteilt und vor allen warum diese Verteilung oft ungerecht ist. Die ökonomische Abhängigkeitstheorie z.B. spricht davon, dass eine Langfristigkeit eine Spezialisierung erlaubt. Diese Theorie sieht die Geschlechterkluft in der Hausarbeit als eine Folge bzw. Konsequenz der ökonomischen Abhängigkeit der Frauen von den Männern. Warum die Abhängigkeit der Frauen? Das Einkommen der Ehefrauen ist normalerweise geringer als das des Mannes (vgl. Gupta: 2007). Daraus ergibt sich dann, laut dieser Theorie, dass derjenige, der mehr verdient, sich mehr Recht herausnehmen und sich im Haushalt ohne weiteres zurückhalten kann. Diese Abhängigkeit zeigt sich dadurch, dass die Frau zum Ausgleich dafür, dass sie Zugang zu finanziellen Hilfsmittel hat, die Hausarbeit stärker übernimmt.
So ähnlich behandelt es auch die Tauschtheorie bzw. die Theorie des sozialen Tausches. Nach Dr. Klaus R. Schroeter besteht der Sinn des Tausches darin etwas zu geben um dafür dann etwas zu bekommen. Somit ist der Tausch eine Handlung und somit wichtig für die Gesellschaft, da das Soziale darin enthalten ist. Meist geht diese Theorie über den ökonomischen Faktor hinaus, doch in dieser Arbeit beschränken wir uns auf den wirtschaftlichen Aspekt des Tausches (Schroeter: 2008). Auch P. M. Blau führte eine Theorie ein, in der es um Austausch sozialer Gewinne geht. Er spricht davon, dass die soziale Gemeinschaft aus verschiedenen Gründen lohnend sein kann, so gefällt es zum Beispiel vielen Menschen, wenn sie helfen können und so haben beide Seiten etwas davon.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der hauswirtschaftlichen Arbeitsteilung und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich der Effekte einer Eheschließung.
2. Theoretischer Rahmen: Vorstellung soziologischer und ökonomischer Erklärungsansätze wie der Abhängigkeitstheorie, der Tauschtheorie und dem "Doing Gender"-Ansatz.
3. Methode: Detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise bei der Datenselektion aus dem SOEP und der statistischen Aufbereitung mittels Stata.
4. Ergebnisse: Präsentation und Diskussion der Regressionsergebnisse sowie der Korrelationen bezüglich Haus- und Erwerbsarbeitsstunden.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels und der Erkenntnisgrenzen der gewählten Datenbasis.
Schlüsselwörter
Hausarbeit, Erwerbsarbeit, Eheschließung, Sozio-oekonomisches Panel, SOEP, Stata, Ökonomische Abhängigkeitstheorie, Doing Gender, Tauschtheorie, Geschlechterkluft, Arbeitszeit, Längsschnittdatenanalyse, Haushalt, Arbeitsteilung, Regression.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich die Eheschließung auf die Zeit auswirkt, die Partner für Haus- und Erwerbsarbeit aufbringen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, der Einfluss des Einkommens und die Anwendbarkeit soziologischer Theorien auf das Verhalten in Ehen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob sich die Zeitaufwendung im Haushalt und bei der Erwerbstätigkeit nach der Eheschließung ändert und welche Faktoren (wie z. B. das relative Einkommen) diesen Prozess beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quantitative Längsschnittdatenanalyse auf Basis des SOEP durchgeführt, wobei die statistische Auswertung mit dem Programm Stata und einer OLS-Regression erfolgt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine methodische Beschreibung der Datengenerierung sowie eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse in Tabellenform.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Hausarbeit, Erwerbsarbeit, SOEP, Eheschließung, Doing Gender und ökonomische Abhängigkeit.
Warum wurde das "Doing Gender"-Konzept in die Analyse einbezogen?
Das Konzept hilft zu erklären, ob Hausarbeit als soziale Konstruktion genutzt wird, um trotz untypischer wirtschaftlicher Umstände die Geschlechterrolle zu bestätigen.
Welche Limitationen weist die Untersuchung auf?
Die Ergebnisse basieren auf Durchschnittswerten und sind nicht bei jedem Paar gleich, zudem ist die Erklärungskraft der unabhängigen Variablen laut Analyse begrenzt.
- Quote paper
- Gina-Marie Müller (Author), 2016, Welchen Effekt hat die Eheschließung auf die Hausarbeit zusammenlebender Paare? Erwerbsarbeit als Einflussfaktor, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/384357