Das Thema dieser Ausarbeitung ist die Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan. Ein überaus aktuelles Thema bezüglich der Bildung ist die seit 2007 beschlossene Umsetzung des zwölf-jährigen Abiturjahrgangs, welche bis insgesamt 2016 durchgeführt wird. Schüler müssen dies betreffend in kürzerer Zeit mehr lernen als die vorigen 13-jährigen Abiturjahrgänge und so neuen Anforderungen gewachsen sein. Auf der anderen Seite haben Forscher schon lange herausgefunden, dass Schüler Informationen besser aufnehmen, wenn sie selbstbestimmt lernen. Jedoch lernen die Schüler an deutschen Schulen zum größten Teil nicht selbstbestimmt.
Mit den höheren Anforderungen und der Erkenntnis, dass die produktivere Form des Lernens zu wenig angewandt wird, stellt sich die Frage, wie die Schüler ihr Lernen verbessern können, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. So will ich mit dem Hintergrund der genannten Studie in dieser Ausarbeitung herausfinden, wie man das schulische Lernen in Deutschland auf der Grundlage der Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan verbessern könnte.
Zunächst wird ein Überblick über Motivation und der Selbstbestimmungstheorie im Allgemeinen gegeben. Daraufhin werden die Voraussetzungen für selbstbestimmtes Lernen aufgeführt um danach die Selbstbestimmungstheorie explizit auf die Schule zu beziehen. Im weiteren Verlauf der Ausarbeitung werden positive Beispiele für bereits bestehende selbstbestimmte Unterrichtskonzepte dargestellt. Danach folgt eine Kritik des deutschen Schulsystems auf der Grundlage der Selbstbestimmungstheorie anhand von empirischen Untersuchungen. Zuletzt werden Möglichkeiten dargestellt, wie man die zuvor kritisierten Punkte anhand der Selbstbestimmungstheorie verbessern kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1. Motivation
2.2. Selbstbestimmungstheorie
3. Selbstbestimmungstheorie in Bezug auf Lernen
3.1. Voraussetzungen selbstbestimmtes Lernen
3.2. Selbstbestimmtes Lernen in Schule
3.3. Beispiele selbstbestimmter Unterrichtskonzepte
3.4. Kritik Bildungssystem
4. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das schulische Lernen in Deutschland auf Basis der Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan optimiert werden kann, um Lernprozesse effektiver und motivierender zu gestalten.
- Grundlagen der intrinsischen und extrinsischen Motivation
- Voraussetzungen für selbstbestimmtes Lernen und metakognitive Strategien
- Analyse der aktuellen Unterrichtsgestaltung in deutschen Schulen
- Bewertung von Unterrichtskonzepten wie Freiarbeit und Projektunterricht
- Kritische Betrachtung von Notengebung und externen Leistungsanforderungen
Auszug aus dem Buch
3.2. Selbstbestimmtes Lernen in Schule
Der derzeit praktizierte Unterricht wird zum größten Teil, zu 80 %, durch den Lehrer angeleitet und bestimmt (Pieter, 2004). Der Wunsch zu erforschen, zu untersuchen, herauszufinden und zu verstehen ist jedem Menschen angeboren und wird durch die intrinsische Motivation geweckt. Die intrinsische Motivation ist der Hauptmotivator des Lernens (Deci & Ryan, 1985). So stellt sich die Frage, warum der schulische Lernprozess zum größten Teil fremdbestimmt ist.
Insgesamt sind die Lernprozesse in der Schule sowohl fremd- als auch selbstbestimmt. Im Unterricht sind all die Prozesse des Lernens selbstbestimmt, auf die der Lerner einen Einfluss ausüben kann. Alle externen Einflüsse hingegen kann man als fremdbestimmt bezeichnen. So weist sogar ein räumlich und zeitlich selbstbestimmtes Fernstudium fremdbestimmte Aspekte auf: Zwar ist die Wahl des Studienfachs und somit die groben Lerninhalte selbstbestimmt, jedoch lassen sich die Lernziele und die Lernkontrolle nur gering selbst beeinflussen. Hingegen weist sogar ein Vortrag, der offensichtlich zeitlich, örtlich, und inhaltlich fremdbestimmt ist, selbstbestimmte Aspekte auf: Dem Zuhörer bleibt es freigestellt, inwiefern er aktiv zuhört und ihn wahrnimmt (Pieter, 2004).
Insgesamt sind die Aufgaben des Lehrers bzw. des Lernenden in der Schule heutzutage zumeist wie folgt eingeteilt:
Die Aufgaben des Lehrers lassen sich zu den Punkten Planung, Entscheidung, Vortrag, Information, Korrigieren, Experiment, Strukturierung, Verantwortungsübernahme, Organisation, Anweisung, Fragenstellung, Erklärung, Demonstration, Bewertung, Visualisierung und Problemlösung zuordnen. Die Aufgaben des Schülers hingegen beziehen sich auf die Punkte Zuhören, Rezipieren, Abstrahieren, Aufpassen, Anpassung des Lernens, Speicherung, Reproduktion und Durchhaltevermögen (Pieter, 2004). Durch diese Auflistung wird offensichtlich, dass alle Punkte, die dem Lernenden zugeordnet sind, mit Fremdbestimmung assoziiert sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan vor dem Hintergrund aktueller schulischer Anforderungen ein.
2. Definitionen: Es werden die zentralen Begriffe der Motivation sowie die Kernaspekte der Selbstbestimmungstheorie theoretisch fundiert erläutert.
3. Selbstbestimmungstheorie in Bezug auf Lernen: Dieses Kapitel analysiert die Voraussetzungen für selbstbestimmtes Lernen, die aktuelle Schulsituation, konkrete Unterrichtsmodelle und übt Kritik am bestehenden System.
4. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine Reduktion externer Kontrolle und eine Förderung der intrinsischen Motivation das Lernergebnis verbessern können.
Schlüsselwörter
Selbstbestimmungstheorie, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, schulisches Lernen, Unterrichtskonzepte, Freiarbeit, Projektunterricht, metakognitive Lernstrategien, Bildungssystem, Notengebung, Fremdbestimmung, Lernerfolg, Pädagogische Psychologie, Volition, Lernmotivation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung der Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan auf den schulischen Kontext, um Wege zu finden, die Lernqualität zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Abgrenzung von Motivationsarten, die Analyse von Lernstrategien und die Bewertung bestehender Unterrichtsstrukturen in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, wie man das schulische Lernen in Deutschland durch die Förderung von Selbstbestimmung effektiver gestalten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die bestehende psychologische Theorien und empirische Studien heranzieht, um das schulische System zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition der psychologischen Grundlagen, eine Erläuterung von Lernvoraussetzungen, eine Darstellung alternativer Unterrichtskonzepte und eine systemkritische Analyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Selbstbestimmungstheorie, intrinsische Motivation, Metakognition und schulisches Lernumfeld.
Warum wird das deutsche Schulsystem in der Arbeit kritisiert?
Kritisiert wird, dass der aktuelle Unterricht stark fremdbestimmt ist, was die für den Lernerfolg wichtige intrinsische Motivation durch übermäßige Kontrolle, Notendruck und starre Vorgaben hemmen kann.
Welche Rolle spielen alternative Konzepte wie die Freiarbeit?
Diese Konzepte dienen als Best-Practice-Beispiele, um zu zeigen, dass durch die Übertragung von Verantwortung auf die Schüler und die Wahlfreiheit Lernkompetenzen nachhaltiger gefördert werden können.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2013, Überarbeitungsmöglichkeiten des deutschen Bildungssystems in der Schule anhand der Selbstbestimmungstheorie der Motivation nach Deci und Ryan, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/383604