In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit der Fragestellung beschäftigen, ob die Inklusion in dem bestehenden Schulsystem, dass auf die Selektion ausgerichtet ist, für Kinder mit sozialpädagogischem Förderbedarf gelingen kann. Im Ergebnis wird deutlich dass das deutsche Bildungssystem noch viele Veränderungen braucht um den Kindern mit Sozialpädagogischem Förderbedarf und ihren sehr komplexen Anforderungen gerecht zu werden. Ein Wandel des gesamten Bildungssystems ist notwendig um Inklusion an den Schulen in Deutschland zu leben.
Im Jahre 2009 ist die Behindertenkonvention in Kraft getreten. Die Umsetzung des Gesetzes stellt die Schulen bis heute vor einer großen Herausforderung. Im Zuge der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention werden zunehmend Bemühungen unternommen, Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) inklusiv bzw. integrativ an Regelschulen zu unterrichten. Ich werde in der Arbeit aufzeigen, dass diese Bemühungen nicht ausreichen sind. im Zuge der aktuellen Entwicklungen in unserer Gesellschaft wie die Zuwanderung der Flüchtlinge und Migration nach Deutschland und somit auch in das deutsche Bildungssystem, gewinnt die Frage nach gelungener Inklusion in den Schulen an größerer Bedeutung. Der kulturelle Hintergrund, sprachliche Barrieren, traumatische Krieges und Fluchterfahrung führen gegebenenfalls zur Anpassungsstörungen und somit zum erhöhten sonderpädagogischen Förderbedarf der Kinder an den Schulen. Der individuelle Bildungserfolg in Deutschland wird von der sozialen Herkunft entschieden. Ich werde in der Seminararbeit auf die sozio-kulturellen Unterschiede und den daraus folgenden ungleichen Bildungschancen eingehen. Zunächst werde ich im ersten Kapitel dieser Arbeit die relevanten Definitionen erläutern, die Begriffe Bildung, Bildungsgerechtigkeit, Inklusion, Integration dazu werde ich offizielle Dokumente, Beispielsweise Erklärungen der UN und des Ministeriums für Bildung heranziehen. Im zweiten Kapitel werde ich mich mit dem Aufbau des deutschen Schulsystems auseinandersetzen, dazu werde ich die Grafik nutzen um anschaulich zu machen dass das vorhandene selektierende Schulsystem die Umsetzung der Inklusionskonzepte schwierig macht. Das dritte Kapitel nutze ich für ein Fazit und einen Blick in die Zukunft, welche Veränderungen und Entwicklungen auf das Schulsystem zukommt damit Inklusion in den Schulen gelingt.
Inhaltsverzeichnis
1. Begriffliche Erläuterungen
1.1. Inklusion
1.2. Sonderpädagogischer Förderungsbedarf
1.3. Inklusion der Kinder mit sonderpädagogischem Bedarf
1.4. Inklusion und Integration
1.5. Inklusive Bildung
2. Das Bildungssystem in Deutschland
2.1. Bildungspolitischer Leitfaden
2.2. Aufbau des Schulsystems
2.3. Sozio-kultureller Hintergrund der Schüler
2.4. Lehrerausbildung aktuell und Zukunftsmodelle
3. Die Überprüfung der Umsetzung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Fragestellung, ob die Inklusion von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in dem selektiv ausgerichteten deutschen Schulsystem erfolgreich umgesetzt werden kann und welche strukturellen Veränderungen hierfür erforderlich sind.
- Grundlagen der Inklusion und Definition sonderpädagogischen Förderbedarfs
- Strukturanalyse des deutschen Bildungssystems und dessen Selektionsmechanismen
- Einfluss sozio-kultureller Faktoren und Armut auf Bildungschancen
- Anforderungen an die Lehrerausbildung und zukünftige Qualifizierungsmodelle
- Bewertung der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention
Auszug aus dem Buch
1.1 Inklusion
Die wörtliche Übersetzung des lateinischen Begriffes Inklusion bedeutet „Einschluss“ (vgl. Stangl, 2009, Inklusion), im Hinblick auf das Schulsystem bedeutet es, heterogene Gruppen von Schülern individuell zu unterrichten und individuell auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Inklusion steht also für den Einschluss aller zu unterrichtenden Schüler unabhängig davon zu welcher heterogenen Gruppe sie gehören. Die Inklusion wertet kein Leben ab und stellt niemanden an den Rand der Gesellschaft (vgl. Stangl, 2009, Inklusion). Im Jahre 2006 wurde von der UN-Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen „ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen“ garantiert, Menschen mit Behinderung sollen „gleichberechtigt mit anderen in der Gemeinschaft, in der sie leben, Zugang zu einem integrativen, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben.“(vgl. Rudolf/Windfuhr). Die Behindertenrechtskonvention sieht die Rechte von Menschen mit Behinderungen als allgemeine Menschenrechte an. Solche Rechte können aber nur umgesetzt werden wenn die Gesellschaft sie akzeptiert und oder annimmt.
Eine andere wörtliche Definition des Begriffes Inklusion ist: „Innerhalb des inklusionspädagogischen Diskurses wird für das Konzept der schulischen Inklusion der Anspruch formuliert, Schule und Unterricht gerechter zu gestalten, mit einem Fokus auf die Überwindung von Diskriminierung von Schüler/-innen auf Grund spezifischer sozialer Milieuzugehörigkeiten, wie z.B. Ethnie, Geschlecht, Behinderung“ (vgl. Wagner-Willi, 2014).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriffliche Erläuterungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe wie Inklusion und sonderpädagogischen Förderbedarf und differenziert zwischen den Konzepten Inklusion und Integration.
2. Das Bildungssystem in Deutschland: Es wird die Struktur des deutschen Schulwesens analysiert, wobei der Fokus auf bildungspolitischen Leitlinien, dem Aufbau der Schulstufen sowie dem Einfluss sozio-kultureller Hintergründe auf den Bildungserfolg liegt.
3. Die Überprüfung der Umsetzung: Dieser Abschnitt befasst sich mit der ersten offiziellen Überprüfung der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention durch den UN-Fachausschuss und deren kritischen Empfehlungen.
4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das deutsche Bildungssystem grundlegende Veränderungen benötigt, um Inklusion erfolgreich zu leben und Bildungsgerechtigkeit zu fördern.
Schlüsselwörter
Inklusion, sonderpädagogischer Förderbedarf, Bildungssystem, UN-Behindertenrechtskonvention, Bildungsgerechtigkeit, Selektion, Heterogenität, Soziale Herkunft, Lehrerbildung, Schulpflicht, Kinderarmut, Integration, Schulstruktur, Diagnosekriterien, Bildungschancen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Inklusion von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Kontext des deutschen Schulsystems.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition von Inklusion, die Analyse der schulischen Struktur, die soziale Ungleichheit sowie die Anforderungen an die Lehrerausbildung.
Was ist die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, ob die Inklusion in einem selektiv ausgerichteten Schulsystem für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf gelingen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis offizieller Dokumente, wie der UN-Behindertenrechtskonvention, sowie aktueller bildungspolitischer und soziologischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Klärung, eine Analyse des Schulsystems und des sozio-kulturellen Umfelds sowie eine Untersuchung der aktuellen Lehrerausbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Inklusion, Selektion, Bildungsgerechtigkeit und soziale Ungleichheit geprägt.
Welche Rolle spielt die soziale Herkunft für den Bildungserfolg in Deutschland?
Laut der Arbeit entscheidet die soziale Herkunft maßgeblich über den Bildungserfolg, da das deutsche Schulsystem durch Segregation und Selektion Chancenungleichheit begünstigt.
Warum wird die Lehrerausbildung im Kontext der Inklusion kritisiert?
Lehrkräfte fühlen sich oft nicht ausreichend in diagnostischen Fähigkeiten und individueller Förderung für heterogene Lerngruppen ausgebildet.
Was bemängelt der UN-Fachausschuss bei der Umsetzung in Deutschland?
Der Ausschuss kritisiert insbesondere das hohe Ausmaß der Segregation in Förderschulen und fordert eine Strategie zum Rückbau dieser Strukturen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Ist die Inklusion des derzeitigen selektiven Schulsystems für Kinder mit sozialpädagogischem Förderbedarf geeignet?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/376698