Im ersten Teil meiner Ausarbeitung setzte ich mich mit der Kommunikationsguerilla auseinander und erkläre deren Vorgehensweise. Danach gehe ich auf die spezielle Methode das „Adbusting“ ein und erkläre auch hier die Art der Arbeit, die Motivation dahinter und verschiedene Mittel, welche die Adbuster nutzen. Anschließend führe ich Beispiele von Adbusting-Kampagnen an und zeige auf, welche Reaktion diese bei den Adressaten ausgelöst hat. Gegen Ende stelle ich noch Vor- und Nachteile des Adbustings gegenüber. Ein Fazit und ein kurzer Ausblick auf weitere Ausarbeitungsmöglichkeiten schließen die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kommunikationsguerilla
3. Adbusting
3.1 Adbusting-BMW-Kampagne zur Neueinführung des 1er Coupé 2007
3.2 Adbusting-Kampagne „Schönfärberei“
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Adbusting als eine sinnvolle und effektive Methode zur Konsumkritik in der modernen Gesellschaft betrachtet werden kann. Dabei wird analysiert, ob diese Form der Kommunikationsguerilla tatsächlich zum Umdenken anregt oder Gefahr läuft, selbst durch Kommerzialisierung an Wirksamkeit zu verlieren.
- Grundlagen der Kommunikationsguerilla und subversiver Protestformen
- Definition und Anwendungsbereiche von Adbusting als Instrument der Konsumkritik
- Fallstudie I: Kritische Auseinandersetzung mit der BMW-Kampagne „Verdichtete Intensität“
- Fallstudie II: Analyse der Mitmach-Aktion „Schönfärberei“ gegen Discounter
- Medienpädagogische Potenziale und Grenzen des Adbustings
Auszug aus dem Buch
3. Adbusting
Nach Peter Holzwart ist „Adbusting“ eine „bewusst vorgenommene Veränderung von Werbebotschaften im Sinne von Kritik, Karikatur oder Subversion“. Diese finden sich an öffentlichen Orten wieder.
Die Auswahl des Ortes ist sehr wichtig für einen Adbuster. In Frage kommen dafür alle gesellschaftlichen Räume. Blisset und Brünzels gehen davon aus, dass jeder Raum neben seiner Nutzfunktion auch einen sozialen und symbolischen Charakter hat. Beispielhaft dafür kann der öffentliche Stadtraum genannt werden. Neben den Repräsentationsgebäuden wie Rathäusern oder Kirchen, gibt es die Industriebauten und Firmen, die mit ihrer Werbung im Stadtbild allgegenwärtig sind. Fährt man mit der U-Bahn, findet sich sowohl in den Stationen, als auch in den Bahnen, schon eine Menge Werbungen. Genauso weisen riesige Werbetafeln an Autobahnen auf das nächstgelegene Schnäppchen hin. Viele Städte sind daher mit ihren Firmen verbunden- Wolfsburg gilt als Autostadt von VW und Stuttgart als Zentrum von Porsche und Mercedes Benz.
„Adbuster“ versuchen diesen öffentlichen Raum, der von politischer und ökonomischer Macht eingenommen wurde, zurückzugewinnen und durch Einsatz sichtbarer Methoden die Machtverhältnisse, welche die Politik zu verstecken versucht, aufzudecken.
„Wenn die Werbung entfernt ist, dann bleibt die Wirkung übrig, die sie auf die Kinder in der Gegend gehabt hat, die solche Plakate anschauen“, sagt der Künstler und Adbuster Jorge Rodriguez.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Konsumgesellschaft ein, definiert Adbusting als Methode der Konsumkritik und stellt das methodische Vorgehen der Arbeit sowie die untersuchten Beispiele vor.
2. Kommunikationsguerilla: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Ursprung der Kommunikationsguerilla als subversive Protestform, die durch Methoden wie Verfremdung und Überidentifizierung bestehende gesellschaftliche Machtverhältnisse hinterfragen möchte.
3. Adbusting: Das Hauptkapitel definiert Adbusting und untersucht anhand der BMW-Kampagne sowie der „Schönfärberei“-Aktion die Wirksamkeit und die Risiken einer Kommerzialisierung dieser Protestform.
3.1 Adbusting-BMW-Kampagne zur Neueinführung des 1er Coupé 2007: Dieses Unterkapitel analysiert das Beispiel der Greenpeace-Antiwerbung, welche die exzessive Selbstdarstellung der BMW-Kampagne durch gezielte inhaltliche Umkehrung kritisiert.
3.2 Adbusting-Kampagne „Schönfärberei“: Hier wird die Mitmach-Aktion der Christlichen Initiative Romero untersucht, die Konsumenten einlädt, Discounter-Werbung zu demaskieren und auf ausbeuterische Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion hinzuweisen.
4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Adbusting eine sinnvolle Methode zur Konsumkritik darstellt, mahnt jedoch vor einer zunehmenden Kommerzialisierung des Protests.
Schlüsselwörter
Adbusting, Kommunikationsguerilla, Konsumkritik, Werbekritik, Subversion, Verfremdung, Konsumgesellschaft, Antiwerbung, Greenpeace, Schönfärberei, Medienbildung, Kapitalismuskritik, Culture Jamming
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der subversiven Methode des Adbustings als ein Instrument zur kritischen Auseinandersetzung mit der heutigen Konsumgesellschaft und Werbung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Kommunikationsguerilla, Konsumkritik, medienpädagogische Ansätze zur Werbekompetenz und die kritische Analyse von Werbestrategien großer Konzerne.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob Adbusting ein sinnvolles und effektives Mittel ist, um in der Öffentlichkeit Kritik zu üben und gesellschaftliche sowie unternehmerische Veränderungsprozesse anzustoßen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung des Begriffs der Kommunikationsguerilla und führt eine praxisorientierte Fallanalyse zweier spezifischer Adbusting-Kampagnen durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung des Adbustings und die detaillierte Analyse der BMW-Kampagnen-Kritik durch Greenpeace sowie die „Schönfärberei“-Aktion der Christlichen Initiative Romero.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören unter anderem Adbusting, Kommunikationsguerilla, Konsumkritik, Culture Jamming und medienkritische Kompetenz.
Inwiefern beeinflussen neue Medien das Adbusting?
Digitale Werkzeuge und das Internet ermöglichen heute eine schnellere Verbreitung und einfachere Umgestaltung von Werbeplakaten, was jedoch laut Autorin auch zu einer Standardisierung und Kommerzialisierung der Protestform führen kann.
Welche Bedenken äußert die Autorin gegenüber Adbusting-Generatoren?
Die Autorin kritisiert, dass voreingestellte Generatoren den Spielraum für eigene kreative Ideen einschränken und die Nutzer in eine vorgefertigte Richtung lenken könnten, was dem subversiven Anspruch der Kommunikationsguerilla widerspricht.
- Quote paper
- Helena Kampschulte (Author), 2015, Adbusting. Eine sinnvolle Methode zur Konsumkritik in der heutigen Gesellschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/372322