Das Ziel der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit war es, einen Einblick in die inklusive Didaktik zu bekommen und einen Vorschlag zu präsentieren, wie eine inklusive Schule am besten arbeiten kann. Ich habe mich gefragt, wie eine inklusive Schule Kinder mit Behinderung Gewinnbringend fördern kann und dazu Reich (2014) und seine 10 Bausteine für eine inklusive Didaktik vorgestellt und erläutert.
Eine inklusive Schule versteht sich als eine Schule für alle, in der kein Kind ausgeschlossen und jedes Kind angemessen gefordert und unterstützt wird. Dies kann nur geschehen, wenn eine gute Beziehungskultur vorhanden ist, Chancengleichheit besteht und wenn Platz für individuelle Entfaltung geboten ist. Deshalb kommt es vor allem darauf an, ein gutes Schulklima für alle Schüler_innen, Lehrer_innen und andere Beteiligte einer inklusiven Schule zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsklärungen
2.1 Inklusion
2.2 UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)
2.3 Behinderung
2.4 Inklusive Bildung
3 Inklusive Didaktik
3.1 Beziehungen und Teams
3.2 Demokratische und chancengerechte Schule
3.3 Qualifizierende Schule
3.4 Ganztag mit Rhythmisierung
3.5 Förderliche Lernumgebung
3.6 Lernende mit Förderbedarf
3.7 Differenzierte Beurteilung
3.8 Eine geeignete Schularchitektur
3.9 Eine Schule in der Lebenswelt
3.10 Beratung, Supervision und Evaluation
4 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Bedingungen und notwendigen Leitideen für die erfolgreiche Umsetzung schulischer Inklusion, um Kinder mit Behinderung gewinnbringend zu fördern und ein zukunftsweisendes, inklusives Bildungssystem zu etablieren.
- Analyse des Begriffs Inklusion und der UN-Behindertenrechtskonvention
- Vorstellung der 10 Bausteine für eine inklusive Didaktik nach Reich (2014)
- Bedeutung von Beziehungskultur, Teamteaching und multiprofessioneller Zusammenarbeit
- Gestaltung inklusiver Lernumgebungen und rhythmisiertem Ganztagsschulalltag
- Herausforderungen in der praktischen Umsetzung und Notwendigkeit differenzierter Beurteilung
Auszug aus dem Buch
3.1 Beziehungen und Teams
Für inklusive Schule muss sich das Berufsprofil der Lehrer_innen ändern. Die Kenntnisse einer Lehrkraft müssen dabei weit über ihr eigenes Fach hinausgehen. Sie brauchen nun auch Kenntnisse in den Bereichen der Pädagogik, Psychologie, sowie Sonderpädagogik und müssen sich in multiprofessionelle Teams einbringen und fachübergreifend arbeiten. Natürlich sollte sich die Lehramtsausbildung auch verändern und mehr Grundlagenausbildung und Praxisnähe vermittelt werden, um die Lehrkräfte auf Kommendes vorzubereiten. Durch regelmäßige Weiter- und Fortbildungen sollen Lehrer_innen unterstützt werden.
Um im Klassenraum voranzukommen, benötigen Lehrkräfte vor allen Dingen eine gute Beziehungskultur. Laut Hattie (2009, S. 117) sind folgende Beziehungsaspekte grundlegend für ein funktionierendes Schulsystem: Lehrende setzten angemessene und herausfordernde Ziele für den Lernenden, sie überprüfen kontinuierlich ihre Annahmen über den Erfolg ihres Unterrichts, sie haben ein tiefes Verständnis über ihren Unterricht und seine Wirkungen auf das Lernen, sie sind in der Lage, kontrollierend einzugreifen, sie haben eine hohe Leidenschaft für das Unterrichten und Lernen, sie verfügen über ein tiefes Verständnis ihres Stoffes, sie sind in der Lage zu improvisieren, sie bevorzugen problemlösende Verfahren, sie schaffen ein positives Lernklima, um Lernen zu ermöglichen, sie haben Respekt vor den Lernenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung legt den Grundstein, indem sie Inklusion als zentrales Leitmotiv deutscher Schulen nach der Ratifizierung der UN-BRK 2009 definiert und die Forschungsfrage nach den Bedingungen für eine inklusive Schulentwicklung stellt.
2 Begriffsklärungen: Dieses Kapitel liefert eine fundierte theoretische Basis, indem es Begriffe wie Inklusion, Exklusion, die UN-Behindertenrechtskonvention, verschiedene Definitionen von Behinderung sowie den Kern von inklusiver Bildung erläutert.
3 Inklusive Didaktik: Basierend auf den 10 Bausteinen von Reich (2014) werden hier konkrete Aspekte wie Beziehungskultur, Schulstruktur, Ganztagsrhythmisierung, Schularchitektur und diagnostische Aspekte für eine inklusive Praxis detailliert beschrieben.
4 Diskussion: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit, betont die Komplexität des Aufbaus inklusiver Schulen und plädiert für differenzierte, kompromissbereite Lösungen zur Minimierung von Risiken für Lernende.
Schlüsselwörter
Inklusion, Inklusive Didaktik, UN-Behindertenrechtskonvention, Schule für alle, Schulentwicklung, Behinderung, Ganztagsschule, Beziehungskultur, multiprofessionelle Teams, Differenzierung, Förderbedarf, Chancengerechtigkeit, Schularchitektur, inklusive Bildung, Lehrkräfte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen und praktischen Anforderungen einer inklusiven Schule im deutschen Bildungssystem.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die inklusive Didaktik, die UN-Behindertenrechtskonvention, die Gestaltung von Lernumgebungen und die veränderten Anforderungen an pädagogisches Personal.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit zielt darauf ab, zu untersuchen, unter welchen Bedingungen inklusive Schulen Kinder mit Behinderung gewinnbringend fördern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis von Fachliteratur (insbesondere Kersten Reich) die Bausteine inklusiver Didaktik analysiert und diskutiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition zentraler Begriffe sowie die detaillierte Vorstellung von zehn Bausteinen, die für den Auf- oder Umbau einer inklusiven Schule entscheidend sind.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Inklusion, inklusive Didaktik, Chancengerechtigkeit, Förderbedarf und Schulentwicklung.
Welche Rolle spielt die Schularchitektur bei der Inklusion?
Eine geeignete Schularchitektur bietet nicht nur Lernräume, sondern differenzierte Aktions- und Rückzugsflächen, die den vielfältigen Bedürfnissen aller Lernenden gerecht werden.
Warum ist eine "Rhythmisierung" im Ganztag essenziell?
Die Rhythmisierung sorgt für einen strukturierten Wechsel zwischen selbstständigem Arbeiten, Instruktionsphasen und freien Lernzeiten, was sowohl die Persönlichkeitsentwicklung als auch die Selbstwirksamkeit fördert.
- Arbeit zitieren
- Katharina Sommer (Autor:in), 2016, Inklusion in Schulen. Gewinnbringende Förderung für Kinder mit Behinderung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/368589