Ziel der Arbeit ist es, das Publikum der Krimi-Reihe „Tatort“ anhand einer explorativen Forschung zu analysieren, um aufzuzeigen, welche Motive für die Zuschauer entscheidend sind, den „Tatort“ in Public-Viewing-Form zu schauen.
Insbesondere soll hinterfragt werden, inwieweit Emotionen und die Identifikation der Zuschauer mit dem „Tatort“ ausschalgebend sind. Zuletzt sollen die Ergebnisse der explorativen Untersuchung dargestellt und zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2. Ziel der Arbeit
1.3. Aufbau der Arbeit
2 Begriffsverständnis und -abgrenzung von Public Viewing
3 Konzeptionelle und theoretische Grundlagen des Public Viewing
3.1 Emotion
3.2 Identifikation und Gemeinschaft
4 Empirischer Teil der Untersuchung
4.1 Untersuchungsdesign und Ziel der Untersuchung
4.2 Untersuchungsgegenstand
4.3 Forschungsmethodik und Datenerhebungsinstrumente
4.4 Durchführung der Untersuchung und Beschreibung der Datenbasis
5 Ergebnisse der Untersuchung
5.1 Allgemeine Erkenntnisse der Untersuchung
5.1.1 Grüner Jäger, Hamburg-St. Pauli
5.1.2 „Tatort“-Viewing, Hamburg-Altona
5.2 Einstellung der Zuschauer
5.3 Erwartungen, Wünsche und Bedürfnisse der Zuschauer
5.4 Emotionen und Identifikationen
5.5 Kommunikationen und Partizipationen
5.5.1 Gruppendiskussion
5.5.2 Interaktive Medien (Facebook und Twitter)
6 Schlussbetrachtung und Limitationen der Untersuchung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht explorativ die Motive, warum Zuschauer die ARD-Krimireihe „Tatort“ in Form eines Public Viewings an öffentlichen Orten verfolgen. Im Fokus steht dabei die Analyse, inwieweit Emotionen, soziale Identifikation mit der Zuschauergemeinschaft und das Bedürfnis nach Diskurs über gesellschaftlich relevante Themen die Teilnahme an diesen kollektiven Rezeptionsereignissen beeinflussen.
- Phänomenologie und Begriffsbestimmung von Public Viewing
- Emotionale Rezeptionsprozesse bei Fernsehereignissen
- Theoretische Grundlagen zu kollektiver Identität und Gemeinschaftsbildung
- Empirische Untersuchung von Zuschauermotiven an verschiedenen Hamburger Standorten
- Rolle interaktiver Medien (Facebook und Twitter) für den Zuschauerdiskurs
Auszug aus dem Buch
3.1 Emotionen
Krimis gehören zu den Fernsehformaten, die durch ihre Handlungen Emotionen bei den Zuschauern auslösen können und diesbezüglich vorwiegend auf Stilelementen der „Angst, Wut und Trauer“ aufbauen, um das Publikum emotional zu berühren. Die dabei weiteren wichtigen Elemente bzw. Handlungen im „Tatort“, stellen der Mord, die Detektion durch Ermittlung sowie Aufklärung durch die Festnahme des Täters sowie der Täter/Täterin dar.
Unter Emotionen können dabei, „[...] zeitlich datierte, konkrete einzelne Vorkommnisse von zum Beispiel Freude, Traurigkeit, Ärger, Angst , Eifersucht, Stolz, Überraschung, Mitleid, Scham, Schuld, Neid, Enttäuschung, Erleichterung sowie weitere Arten von psychischen Zuständen, die den genannten genügend ähnlich sind“, verstanden werden. Der „Tatort“ kann dabei als Kommunikations- und Interaktionsmittel betrachtet werden, das kollektive Emotionen bei den Zuschauern entstehen lässt. Faktoren wie eine besondere dramatische Spannung zwischen der Opfer- und der Detektiv-Rolle können wichtige Emotionen hervorrufen. Fischer formuliert dies wie folgt: „[Die Zuschauer] soll[en] zum Weinen gebracht werden“, z.B. bei der Überbringung der Todesnachricht an die Angehörigen des Opfers. Neben diesen latenten Elementen soll Spannung, Unterhaltung und Identifikation aufseiten der Zuschauer entstehen. Nach Barbalet können Emotionen je nach Persönlichkeit unterschiedlich ausfallen und in Abhängigkeit von Status, Macht und Position des Individuums in der Gesellschaft unterschiedliche Ausprägungen zeigen. Der Austausch von Emotionen innerhalb einer Gruppe kann eine bedeutende Rolle bei der Erkennung von Wirklichkeiten nicht nur in Bezug auf das im jeweiligen „Tatort“ Gezeigte, sondern auch im realen Leben spielen, zum Beispiel wenn dort verhandelte politische Themen aufseiten der Zuschauer mit der Realität verglichen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Bedeutung des „Tatorts“ als kulturelles Ritual ein und definiert die Problemstellung sowie die zentralen Forschungsfragen zur Untersuchung des Public-Viewing-Phänomens.
2 Begriffsverständnis und -abgrenzung von Public Viewing: Es erfolgt eine theoretische Einordnung und Definition des Begriffs Public Viewing als öffentliche Präsentation von Medienereignissen jenseits der Privatsphäre.
3 Konzeptionelle und theoretische Grundlagen des Public Viewing: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Aspekte von Emotionen sowie Identifikation und Gemeinschaft, die für das Verständnis der Zuschauermotivation essenziell sind.
4 Empirischer Teil der Untersuchung: Hier wird das explorative Forschungsdesign vorgestellt, welches Beobachtungen, Fragebögen, Gruppendiskussionen sowie die Analyse interaktiver Medien zur Datenerhebung nutzt.
5 Ergebnisse der Untersuchung: Die erhobenen Daten aus den Hamburger Lokalitäten werden ausgewertet, wobei insbesondere Zuschauereinstellungen, Motive und Kommunikationsformen im Fokus stehen.
6 Schlussbetrachtung und Limitationen der Untersuchung: Das Kapitel fasst die zentralen Motive zusammen und reflektiert kritisch die methodischen Grenzen sowie die Aussagekraft der explorativen Untersuchung.
Schlüsselwörter
Tatort, Public Viewing, Zuschauermotive, Emotionen, Gemeinschaft, Kollektive Identität, Fernsehereignis, Explorative Forschung, Mediensoziologie, Gruppendiskussion, Soziale Interaktion, Rezeptionsforschung, Politische Themen, Hamburg, Interaktive Medien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Untersuchung von Zuschauermotiven beim „Tatort“-Public-Viewing an verschiedenen öffentlichen Orten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Rolle von Emotionen, kollektive Identitätsbildung, die Bedeutung von Gemeinschaft bei Medienereignissen und die Art der Kommunikation unter Zuschauern.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist es, durch explorative Forschung aufzuzeigen, welche individuellen und sozialen Motive Zuschauer dazu bewegen, den „Tatort“ gemeinsam in Bars oder öffentlichen Räumen zu schauen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein qualitativer, explorativer Forschungsansatz gewählt, der auf Beobachtungen, leitfadengestützten Fragebögen sowie der Analyse von Gruppendiskussionen und interaktiven Medien basiert.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Der Hauptteil widmet sich den theoretischen Grundlagen von Emotion und Identifikation sowie der praktischen Durchführung der Befragung an ausgewählten Hamburger Standorten und der Auswertung dieser Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Public Viewing, Zuschauermotive, kollektive Identität, Mediensoziologie, Emotionsteilung und Rezeptionsforschung.
Warum spielt die Anonymität laut der Arbeit bei Facebook und Twitter eine Rolle?
Die Anonymität in virtuellen Medien wird als Faktor identifiziert, der es Zuschauern erleichtern kann, ihre Zurückhaltung abzulegen und Meinungen freier zu äußern.
Gibt es Unterschiede in der Rezeption an den untersuchten Orten?
Ja, die Arbeit stellt fest, dass sich das Zuschauerverhalten, beispielsweise bezüglich der Konzentration während der Sendung oder der Intensität der Gruppendiskussion, je nach Ort unterscheiden kann.
- Quote paper
- Angelica Maria Cruz (Author), 2015, "Tatort"-Viewing. Eine explorative Untersuchung zu den Zuschauermotiven beim Public-Viewing, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/358720