In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, ob das Spiel sinnvoll im Sachunterricht der Grundschule für den Kompetenzerwerb der Kinder genutzt werden kann. Um sich damit auseinanderzusetzen, ist es notwendig zu klären, was das kindliche Spiel kennzeichnet, welche Formen von Spielen es gibt und welche Merkmale sie besitzen, welche Kompetenzen im Sachunterricht gefördert werden sollen und zum Erwerb welcher Kompetenzen Spiele im Sachunterricht beitragen. Es sollen Möglichkeiten detektiert werden, wie das Spielen, speziell das darstellende Spiel, sinnvoll in den Sachunterricht eingebracht werden kann.
„Von Geburt an lieben es die Kinder, Dinge selbsttätig zu untersuchen, etwas auszuprobieren, zu bauen, zu experimentieren und zu spielen.“ (Walter 1999, 207) Wenn man kleine Kinder bis ins Vorschulalter beobachtet, sieht man sie in den verschiedensten Situationen spielen. In Gruppen, alleine, mit Gegenständen oder ohne. Sie erkunden und erfahren ihre Welt spielerisch. Dadurch entwickeln sie Persönlichkeitseigenschaften, wie „[...] sprachliche, kognitive, emotionale und soziale Fähigkeiten, Kreativität, Moral [...]“ (Giest 2009, 4). Das heißt, mit dem Spielen geht immer auch ein Lernprozess einher.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Das Spiel
1.1 Das kindliche Spiel
1.2 Formen und Merkmale des Spiels
2 Kompetenzerwerb und -förderung im Sachunterricht
2.1 Kompetenzerwerb durch Spielen im Sachunterricht
2.2 Darstellendes Spiel im Sachunterricht
3 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das pädagogische Potenzial des Spiels, insbesondere des darstellenden Spiels, als Medium für den Kompetenzerwerb im Sachunterricht der Grundschule. Dabei wird analysiert, wie spielerische Ansätze genutzt werden können, um fachliche Sachverhalte zu erschließen und gleichzeitig Methoden-, Sozial- und Personalkompetenzen zu fördern.
- Grundlagen des kindlichen Spiels und dessen Entwicklung
- Merkmale und verschiedene Formen des Spiels im pädagogischen Kontext
- Kompetenzbereiche im Sachunterricht nach dem Perspektivrahmen
- Integration des darstellenden Spiels in den Unterricht
- Kriterien für die erfolgreiche Planung und Durchführung von Lernspielen
Auszug aus dem Buch
1 Das Spiel
Das Spiel an sich ist keine Erfindung der Menschen der Neuzeit. Schon im Spiel der Tiere lassen sich bestimmte Grundzüge des menschlichen Spiels erkennen. „Sie beachten bestimmte Regeln, vollziehen festgelegte Rituale und haben offensichtlich Spaß bei der Ausführung.“ (Kirchner 1995, 13) Diese Beobachtungen treffen auch auf den Menschen zu. Bei ihnen beginnt das Spielen bei den Kleinkindern und wird bis ins hohe Alter in den verschiedensten Formen fortgeführt. Gerade in der heutigen Zeit, in der neue Medien wie Computer und Fernsehen immer mehr in vielen Bereichen vertreten sind und das Kind „[...] an Bildschirmen nur noch Knöpfe drücken muss [...]“ (Walter 1999, 211), ist es besonders wichtig, dass Kinder spielen. Es besteht u.a. durch zunehmenden Mediengebrauch eine große Gefahr sehr einseitiger und reduzierter Spielerfahrungen der Kinder, die sich langfristig auf die Entwicklung des Kindes, besonders auf dessen konkrete dingliche und soziale Erfahrungen und seine phantasievolle Kreativität, verhängnisvoll auswirken kann (vgl. Walter 1999, 211). Vor allem müssen Kinder das Spielen aber auch erst einmal lernen (vgl. Portmann 1999, 299). Auch wenn Spielen ein Grundphänomen menschlichen Lebens ist, entwickelt es sich dennoch nicht automatisch. Es wird von der Gesellschaft vermittelt und ist keine Fähigkeit, die jedes Kind besitzt (vgl. Portmann 1999, 299). Seinen Ursprung hat das Spiel allerdings in den natürlichen Trieben des Menschen. Nach Walter (1999, 207) sind es die natürliche Neugier und der damit verbundene Drang, das Unbekannte entdecken und erforschen zu wollen, sowie die Symbolisierungs-, Phantasie- und kreative Gestaltungskraft des Menschen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des spielerischen Lernens für die kindliche Entwicklung ein und formuliert die zentrale Fragestellung nach dem sinnvollen Einsatz von Spielen im Sachunterricht.
1 Das Spiel: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge und Grundzüge des menschlichen Spiels sowie die spezifischen Merkmale und Formen, die das kindliche Spiel in verschiedenen Entwicklungsstufen prägen.
2 Kompetenzerwerb und -förderung im Sachunterricht: Hier werden die im Perspektivrahmen verankerten Kompetenzbereiche dargelegt und aufgezeigt, wie diese durch das Spielen im Unterricht gezielt gefördert werden können.
3 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel führt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer didaktisch fundierten Vorbereitung und Reflexion beim Einsatz von Spielen im Schulalltag.
Schlüsselwörter
Sachunterricht, Kindliches Spiel, Kompetenzerwerb, Darstellendes Spiel, Grundschule, Rollenspiel, Lernprozesse, Sozialkompetenz, Methodenkompetenz, Spielerfahrungen, Perspektivrahmen, Pädagogische Didaktik, Selbstreflexion, Handlungsfähigkeit, Wissenserwerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwiefern das Spiel als Medium genutzt werden kann, um Lernprozesse und den Kompetenzerwerb im Sachunterricht der Grundschule zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Theorie des kindlichen Spiels, die Anforderungen des Sachunterrichts an die Schüler sowie die didaktischen Möglichkeiten, spielerische Methoden erfolgreich in den Unterricht zu integrieren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das Spielen, mit einem besonderen Fokus auf das darstellende Spiel, sinnvoll und zielgerichtet zur Förderung verschiedener Kompetenzen eingesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit gewählt?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung didaktischer Rahmenkonzepte wie dem Perspektivrahmen Sachunterricht basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Spielbegriffs, die Darstellung relevanter Kompetenzbereiche im Sachunterricht sowie die Analyse, wie Spiele (insbesondere das darstellende Spiel) zur Förderung dieser Kompetenzen beitragen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sachunterricht, Kompetenzerwerb, darstellendes Spiel, kindliche Entwicklung und didaktische Reflexion geprägt.
Warum wird das darstellende Spiel im Unterricht als besonders wertvoll hervorgehoben?
Das darstellende Spiel ermöglicht es Kindern, sich in komplexe Lebenssituationen oder historische Kontexte einzufühlen, diese spielerisch zu erproben und gleichzeitig die soziale Interaktion und Reflexionsfähigkeit zu stärken.
Welche Kriterien muss eine Lehrkraft laut der Autorin bei der Auswahl von Spielen beachten?
Es müssen unter anderem der Bildungsgehalt, der Spielverlauf, die Passung zu den Voraussetzungen der Kinder sowie eine anschließende Reflexionsphase berücksichtigt werden, um einen Lernerfolg zu gewährleisten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2013, Spielen und Kompetenzerwerb im Sachunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/338349