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Volksheim und Wohlfahrtsstaat Schweden. Das Sozialismuskonzept von Gunnar Myrdal

Titel: Volksheim und Wohlfahrtsstaat Schweden. Das Sozialismuskonzept von Gunnar Myrdal

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Marcus Helwing (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Um die Sozialismuskonzeption Gunnar Myrdals in ihrer Gänze zu erfassen, werden verschiedene Faktoren betrachtet und verknüpft, die das Leben und die politische Entwicklung des schwedischen Wirtschaftsnobelpreisträgers, Ökonomen, VN-Kommissars und Politikers umfassen. Als solche kristallisierten sich Myrdals Werdegang in der Ausbildung, die spezielle "Schwedische Mentalität", seine Hinwendung zur Sozialdemokratie sowie die schwedischen Konzepte eines Volksheims und der Wohlfahrtsstaatlichkeit heraus.

In der Schlussbetrachtung werden diese Punkte zusammengeführt, verdichtet und in Beziehung gesetzt. Die Sozialismuskonzeption Gunnar Myrdals spiegelt sowohl seine Vielschichtigkeit wie auch Scharfsinnigkeit wider. Sie ist als eine Melange verschiedener auf ihn einwirkender Einflüsse zu verstehen, welche ihn schließlich dazu befähigte, kritisch auf die Probleme der Zeit und der Welt zu blicken und Lösungsansätze für sie zu entwickeln.

Besonders durch den von der Sozialdemokratie Schwedens vorangetriebenen Ausbau des Wohlfahrtsstaates erhoffte sich Myrdal stärkere demokratische Partizipation vormals ausgegrenzter Schichten und die Entwicklung einer Graswurzeldemokratie. Regulierende staatliche Eingriffe erachtete er nicht als Gefahr und in ökonomischer Gleichheit sah er keinen Widerspruch zu individueller Freiheit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausbildung

3. Die "Schwedische Mentalität"

4. Hinwendung zur Sozialdemokratie

5. Folkhemmet och välfärdsstat (Volksheim und Wohlfahrtsstaat)

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Sozialismuskonzeption von Gunnar Myrdal unter Berücksichtigung seiner persönlichen Prägung, seines akademischen Werdegangs und des spezifisch schwedischen gesellschaftlichen Kontexts. Dabei wird analysiert, wie Myrdal wirtschaftswissenschaftliche Ansätze mit wohlfahrtsstaatlichen Vorstellungen verknüpfte und das Modell des "Folkhemmet" maßgeblich mitgestaltete.

  • Biografische Einflüsse und akademische Ausbildung Myrdals
  • Bedeutung der schwedischen Mentalität für politische Reformen
  • Myrdals Entwicklung zum demokratischen Sozialisten
  • Das Konzept des "Folkhemmet" und der schwedische Wohlfahrtsstaat
  • Verhältnis von ökonomischer Planung, Freiheit und Demokratie

Auszug aus dem Buch

5. Folkhemmet och välfärdsstat (Volksheim und Wohlfahrtsstaat)

Die Idee des Volksheims entsprang zwar Anfang des 20. Jahrhunderts aus national-konservativen Kreisen, wurde aber schnell von der schwedischen Sozialdemokratie aufgegriffen. Die grundlegende Idee dahinter ist eine soziale, ökonomische und erzieherischen Partnerschaft aller Teile der Bevölkerung, um zusammen in Einheit und Freiheit zu leben. Die vorherrschende, von Individualismus dominierte Gesellschaft sollte in eine harmonische Gemeinschaft überführt werden, in der nicht nur für sich selbst und die eigenen Angehörigen, sondern für alle Mitglieder der Gesellschaft Sorge getragen wird. Dass dieser Transformationsprozess ebenfalls Zeit bedürfen würde, war einkalkuliert. Der Wandel sollte nicht durch eine Revolution erzwungen werden, sondern sich in bestehenden Institutionen vollziehen, ausgelöst durch die Wirkung der erzieherischen Anstrengungen.

An diesem Punkt kam ein klassisches Element sozialistischer Gesellschaftsmodelle hinzu, denn eines der Mittel dies zu erreichen war Bildung bzw. Erziehung. Hierbei sollten die Kinder – wenngleich auch der Erwachsenenbildung Bedeutung beigemessen wird – bereits frühzeitig zu sozialen Wesen erzogen werden, welche Empathie für ihre Mitmenschen aufbringen konnten. Gleichmacherei war hierbei ausdrücklich nicht intendiert, jedes Kind sollte den Stärken und Schwächen entsprechend gefördert werden. Darüber hinaus wurde ihnen ein gesellschaftliches Rüstzeug mit an die Hand gegeben, welches sie in die Lage versetzte, ihre Talente nicht ausschließlich für eigennützige Interessen einzusetzen, sondern sie auch der Gemeinschaft bereitzustellen. Etzemüller spricht in diesem Zusammenhang gar von "social engeneering".

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Leben und Wirken Gunnar Myrdals als Universalgelehrter und verdeutlicht die Vielseitigkeit seiner Interessen, die von der Wirtschaftswissenschaft bis zur Friedensforschung reichten.

2. Ausbildung: Das Kapitel beleuchtet die biografischen Hintergründe Myrdals, einschließlich seiner konservativen Erziehung in Schweden und seines späteren Wechsels von der Rechtswissenschaft zur Ökonomie unter dem Einfluss der Stockholmer Schule.

3. Die "Schwedische Mentalität": Hier wird der Einfluss kultureller Faktoren, wie der korporatistischen Tradition und des schwedischen Gesellschaftsverständnisses, auf die Entwicklung von Myrdals politischen Ansichten analysiert.

4. Hinwendung zur Sozialdemokratie: Dieses Kapitel beschreibt Myrdals ideologische Transformation zum demokratischen Sozialisten während der Weltwirtschaftskrise und seine Rolle als Architekt des "Folkhemmet" sowie sein kurzes Engagement in der Regierung.

5. Folkhemmet och välfärdsstat (Volksheim und Wohlfahrtsstaat): Der Fokus liegt hier auf der theoretischen Konzeption des Volksheims als soziales Projekt sowie auf den praktischen Maßnahmen zur Etablierung des schwedischen Wohlfahrtsstaates durch Bildung, Planung und Umverteilung.

6. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst zusammen, wie Myrdal in seiner Sozialismuskonzeption praktische Vernunft mit Idealismus vereinte und dabei stets an der kritischen Gestaltung eines demokratischen Wohlfahrtsstaates festhielt.

Schlüsselwörter

Gunnar Myrdal, Sozialismuskonzeption, Schweden, Volksheim, Folkhemmet, Wohlfahrtsstaat, Sozialdemokratie, Stockholmer Schule, Gesellschaftsplanung, Wirtschaftswissenschaft, Soziale Gerechtigkeit, Demokratie, Bildung, Sozialpolitik, Politische Theorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Sozialismuskonzeption von Gunnar Myrdal und setzt diese in den Kontext seiner persönlichen Entwicklung und der soziopolitischen Gegebenheiten Schwedens.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen zählen die Biografie Myrdals, die schwedische Kultur und Mentalität, die Entwicklung des Sozialstaatsmodells sowie Myrdals ökonomische und politische Theorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Myrdal durch seine spezifischen Erfahrungen und sein Denken die schwedische Sozialdemokratie und das Konzept des "Folkhemmet" beeinflusst hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer ideengeschichtlichen und biografischen Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und Schriften von Myrdal basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Myrdals Ausbildung, den Einfluss der schwedischen Gesellschaft, seine Hinwendung zur Sozialdemokratie und die konkrete Ausgestaltung des Volksheims.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Folkhemmet, Wohlfahrtsstaat, Sozialismuskonzeption, Gesellschaftsplanung und schwedische Mentalität gekennzeichnet.

Welche Rolle spielt Alva Myrdal für Gunnar Myrdals Arbeit?

Alva Myrdal fungierte als wichtige intellektuelle Wegbegleiterin, die Gunnar Myrdal sowohl in seiner beruflichen Ausrichtung als auch in seiner politischen Passion maßgeblich lenkte und unterstützte.

Wie stand Myrdal zum Marxismus?

Myrdal lehnte den marxistischen Determinismus zeit seines Lebens ab, nutzte jedoch in seiner ökonomischen Analyse durchaus marxistische Konzepte zur Untersuchung widerstreitender Klasseninteressen.

Warum wird Myrdal mit der "Schwedischen Mentalität" in Verbindung gebracht?

Die Arbeit betont, dass Myrdals politische Ansichten eng mit der spezifisch schwedischen Bereitschaft zum Kompromiss und einem starken, kollektiven Gesellschaftsverständnis verwoben sind.

Welche Kritik musste Myrdal für seine Ideen einstecken?

Myrdal wurde zeitweise von bürgerlichen Kritikern stark angegriffen und von ehemaligen Weggefährten für seine angeblich marxistische oder kommunistische Ausrichtung sowie seine Rolle in der aktiven Politik kritisiert.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Volksheim und Wohlfahrtsstaat Schweden. Das Sozialismuskonzept von Gunnar Myrdal
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Forschungscolloquium
Note
2,0
Autor
Marcus Helwing (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V336881
ISBN (eBook)
9783668265851
ISBN (Buch)
9783668265868
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gunnar Myrdal Schweden Parlamentarismus Erleuchtungsphilosophie Sozialismus Marxismus Wirtschaftsnobelpreis Ökonom VN-Kommissar Schwedische Mentalität Sozialdemokratie Volksheim Folkhemmet Wohlfahrtsstaat Välfärdsstat Appleqvist Daun Etzemüller Gustafsson O'Toole
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcus Helwing (Autor:in), 2016, Volksheim und Wohlfahrtsstaat Schweden. Das Sozialismuskonzept von Gunnar Myrdal, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/336881
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Leseprobe aus  18  Seiten
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