Die Arbeit behandelt die Gestaltung von Handlungsspielräumen für Mitarbeiter und stellt verschiedene Modelle dazu vor. Zudem werden Theorien und Konzepte zum "Unternehmer im Unternehmen" und zum "Mitunternehmer" vorgestellt.
Der stetige Wandel der Märkte erfordert auch bei der innerbetrieblichen Organisation und im Personalwesen eine Anpassung auf die äußeren, immer höheren Ansprüche. Auch werden in den letzten Jahren die Auswirkungen der Globalisierung deutlicher. Die Märkte wachsen zusammen. Dies ermöglicht es den Konsumenten, umfassendere Informationen zu erhalten, Produkte besser vergleichen und auf eine deutlich höhere Zahl von Lieferanten und deren Angebote zugreifen zu können.
Die Unternehmen sehen sich einem sehr starken Käufermarkt gegenübergestellt und stehen zusätzlich durch größer werdende internationale Konzerne unter einem enormen Wettbewerbsdruck. Diesem äußeren Druck versuchen viele Unternehmen zu begegnen, indem sie den Druck an ihre Mitarbeiter weitergeben und gleichzeitig massiv Kosten einsparen. Zu diesem Zweck wurde vielfach Personal abgebaut und die Leistung des noch verbleibenden Personals meist anhand von Kennzahlen beurteilt.
Übersehen wurde, dass durch ein solches Vorgehen die Motivation der Mitarbeiter sinkt und somit auch deren Produktivität. Es ging zudem noch das verloren, was die Unternehmen groß gemacht hatte: ihre Innovationskraft. Diesem Defizit wird mit teilweise sehr freien und radikalen Konzepten begegnet. Den Mitarbeitern werden Freiräume gegeben, innerhalb derer sie sich entfalten können.
Die Wirtschaftswissenschaften, die Soziologie und auch die Organisationspsychologie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Konzepten und Theorien, die darauf abzielen, die Motivation der Mitarbeiter zu erhöhen. Gleichzeitig sollen diese aber auch entsprechend der Unternehmensziele erfolgreich arbeiten. Ein beabsichtigter Nebeneffekt ist dabei meist, dass gleichzeitig Fachwissen und Kompetenz der Mitarbeiter zunehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Personalführung im Wandel der Zeit
2. Handlungsspielraum – Definition und Möglichkeiten
3. Modelle zur Erweiterung des individuellen Handlungsspielraums
4. Grundlegende Ansätze zum Unternehmer im Unternehmen
4.1 Schumpeters Theorie des „Unternehmers“
4.2 Wunderers Konzept des „Mitunternehmers“
5. Konzepte und Theorien – zwischen Anspruch und Wirklichkeit
6. Der Unternehmer im Unternehmen – ein Praxisbeispiel
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungsmöglichkeiten des Konzepts „Unternehmer im Unternehmen“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Erweiterung des individuellen Handlungsspielraums die Motivation, Innovationskraft und Eigenverantwortung von Mitarbeitern innerhalb moderner Unternehmensorganisationen gestärkt werden können.
- Dimensionen und Merkmale des individuellen Handlungsspielraums
- Personalentwicklungskonzepte zur Steigerung der Mitarbeitermotivation
- Theoretische Fundierung durch Schumpeter und Wunderer
- Praxisbeispiel zur Implementierung unternehmerischer Arbeitsatmosphären
- Bedeutung der Unternehmenskultur und Führungskompetenz
Auszug aus dem Buch
4. Grundlegende Ansätze zum Unternehmer im Unternehmen
In den Stellenanzeigen liest man immer häufiger: „Sie fühlen sich als Unternehmer im Unternehmen“ oder Schlüsselqualifikationen wie „unternehmerisches Denken und Handeln sind für Sie selbstverständlich“. Die Frage, die man sich dabei stellt, ist: Was genau ist damit gemeint? Was erwarten die Unternehmen von den Bewerbern? Und vor allem: Was für ein Umfeld wird von den Unternehmen im Gegenzug geboten?
Zunächst sollen hier die Theorien, auf die die heutigen Konzepte zurückgehen, vorgestellt werden. Im Weiteren soll aber auch die praktische Umsetzung erörtert sowie auch die Grenzen aufgezeigt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Personalführung im Wandel der Zeit: Erläutert den Anpassungsdruck auf Unternehmen durch Globalisierung und Käufermärkte sowie die Notwendigkeit, durch neue Personalansätze Innovationskraft und Mitarbeitermotivation zu sichern.
2. Handlungsspielraum – Definition und Möglichkeiten: Definiert den Handlungsspielraum durch Tätigkeits-, Entscheidungs- und sozialen Interaktionsspielraum und beschreibt dessen Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung und Leistungsbereitschaft.
3. Modelle zur Erweiterung des individuellen Handlungsspielraums: Stellt Instrumente wie Job Enrichment, Job Enlargement, Job Rotation, Management by Objectives und teilautonome Arbeitsgruppen zur aktiven Einbindung der Mitarbeiter vor.
4. Grundlegende Ansätze zum Unternehmer im Unternehmen: Analysiert die theoretischen Wurzeln des internen Unternehmertums basierend auf Joseph Schumpeters Unternehmertheorie und Rolf Wunderers Konzept des Mitunternehmers.
5. Konzepte und Theorien – zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Diskutiert die praktischen Hürden bei der Umsetzung von Führungskonzepten und beleuchtet Konflikte zwischen starren Qualitätsmanagement-Vorgaben und freier Entfaltung.
6. Der Unternehmer im Unternehmen – ein Praxisbeispiel: Analysiert die Maßnahmen eines Kunststoff verarbeitenden Betriebs zur Förderung einer unternehmerischen Arbeitsatmosphäre, inklusive Kommunikation, Zielvereinbarungen und Management-Schulungen.
7. Fazit: Fasst zusammen, dass eine erfolgreiche Implementierung des unternehmerischen Denkens eine konsequente Philosophie, ein förderliches Umfeld sowie die gezielte Qualifizierung und Vorbereitung der Mitarbeiter erfordert.
Schlüsselwörter
Unternehmer im Unternehmen, Handlungsspielraum, Mitarbeitermotivation, Mitunternehmertum, Personalentwicklung, Innovation, Job Enrichment, Job Rotation, Unternehmensphilosophie, Führungskompetenz, Organisationsentwicklung, Eigenverantwortung, Change Management, Innovationskraft, Management by Objectives.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Konzeption und der praktischen Umsetzung des Modells „Unternehmer im Unternehmen“, welches darauf abzielt, Mitarbeitern mehr Eigenverantwortung und Handlungsspielraum zu übertragen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen Arbeits- und Organisationspsychologie, moderne Ansätze der Personalführung, Methoden zur Motivationssteigerung sowie die Analyse von Unternehmenskulturen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Untersuchung, wie durch erweiterte Handlungsspielräume und spezifische Führungsinstrumente Mitarbeiter dazu befähigt werden können, unternehmerisch zu denken und zu handeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Fundierung durch Literaturanalyse mit der praktischen Untersuchung eines konkreten Industriebetriebs als Fallbeispiel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl klassische Theorien von Schumpeter und Wunderer als auch konkrete Instrumente wie Job Rotation, Qualitätszirkel und das Vorschlagwesen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen internes Unternehmertum, Handlungsspielraum, Eigenverantwortung, Innovationskraft und Mitarbeiterentwicklung.
Wie unterscheidet sich Schumpeters Verständnis vom modernen „Unternehmer im Unternehmen“?
Während Schumpeter den Unternehmerbegriff primär auf Innovationsleistung und Führungskräfte fokussierte, betont der moderne Ansatz die Einbeziehung einer breiten Masse an Mitarbeitern aller Hierarchieebenen.
Warum spielt das Vertrauen im Modell von Wunderer eine zentrale Rolle?
Vertrauen bildet laut Wunderer die Basis für die Sozialkompetenz und das nötige Selbstvertrauen der Mitarbeiter, um Risiken bei der Umsetzung von neuen Ideen und Projekten einzugehen.
- Quote paper
- Roland Derenbach (Author), 2007, Unternehmer im Unternehmen. Ansätze zur Erweiterung des individuellen Handlungsspielraums, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/324260