Die im Jahre 1992 von Robert S. Kaplan und David P. Norton veröffentlichte Idee einer Balanced Scorecard (BSC) hat inzwischen nicht nur in Wirtschaftsunternehmen an Einfluss gewonnen sondern finden ihren Einsatz zunehmend auch im Gesundheits- und Bildungsbereich. Die vorliegende Publikation geht auf Basis einer Vorstellung der BSC der Frage nach, wie diese nutzbringend in einem BRK-Kompetenzzentrum für Fort- und Weiterbildung implementiert werden kann. Dabei werden, vom Leitbild ausgehend die 4 Perspektiven der BSC herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung und Themeneingrenzung
2 Ursprung und Kerngedanke der Balanced Scorecard
3 Balanced Scorecard: Überblick und Aufbau
4 Perspektiven der Balanced Scorecard
4.1 Finanzperspektive
4.2 Kundenperspektive
4.3 Interne Prozessperspektive
4.3 Lern- und Entwicklungsperspektive
4.4 Zusammenhang der Perspektiven
5 Nutzen der Balanced Scorecard
6 Wirkung der Balanced Scorecard
7 Grenzen der Balanced Scorecard
8 Verbreitung der Balanced Scorecard
9 Anwendungsbeispiel BRK-Kompetenzzentrum
9.1 Von der Mission über die Strategie zur Balanced Scorecard
9.2 Anwendung der BSC-Perspektiven
9.2.1 Finanzperspektive
9.2.2 Kundenperspektive
9.2.3 Interne Prozessperspektive
9.2.4 Lern- und Entwicklungsperspektive
10 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Eignung der Balanced Scorecard (BSC) als strategisches Managementsystem für BRK-Kompetenzzentren, um deren Entwicklungsprozesse unter Einbeziehung von Personal-, Organisations- und Unterrichtsentwicklung zielgerichtet und messbar zu gestalten.
- Grundlagen und Entstehung der Balanced Scorecard.
- Die vier klassischen Perspektiven der BSC und ihre Anwendung.
- Methoden der Implementierung in Bildungseinrichtungen.
- Analyse der Wirkung und Grenzen des Modells im Bildungssektor.
- Praktische Übertragung der BSC-Perspektiven auf ein BRK-Kompetenzzentrum.
Auszug aus dem Buch
4 Perspektiven der Balanced Scorecard
Basis der Balanced Scorecard ist eine einfache wie sinnvolle Strukturierung unternehmerischen Handelns: Vier Dimensionen, „Perspektiven” genannt, bilden dabei das Grundgerüst. Es sind dies: Finanzen, interne Prozesse, Kunden sowie Lernen und Entwickelung in Form von Innovation. (Heber et al. 2002:428) „Dieses Konzept hat grundsätzliche Gültigkeit, denn ohne Innovation, kompetitive Prozessqualität, zufriedene Kunden und ein ausgeglichenes Finanzergebnis können Unternehmungen nicht längerfristig überleben […].“ (Heber et al. 2002:428) Zur Nutzung der Balanced Scorecard werden zu jeder Perspektive strategische Ziele und entsprechende Maßnahmen festgelegt. Prinzipiell ist eine Abweichung von den „Originalperspektiven“, wie sie von Kaplan & Norton (1992:72-77) beschrieben wurden möglich, wobei dann je nach Branche, Rechtsform und Unternehmenszweck individuell Ziele und passende Maßnahmen formuliert und festgelegt werden müssen. (Güntensperger 2004:5) Die folgende Abbildung fasst die Perspektiven nochmals zusammen und setzt sie in Abhängigkeit von Mission und Vision.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung und Themeneingrenzung: Der Autor stellt das BRK-Kompetenzzentrum vor und begründet die Notwendigkeit eines strategischen Entwicklungsprozesses mittels Balanced Scorecard.
2 Ursprung und Kerngedanke der Balanced Scorecard: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der BSC durch Kaplan & Norton als Gegenentwurf zu einseitigen Finanzkennzahlensystemen.
3 Balanced Scorecard: Überblick und Aufbau: Hier wird die BSC als dynamisches Kommunikations- und Lernsystem definiert, das Strategien in messbare Aktionen übersetzt.
4 Perspektiven der Balanced Scorecard: Detaillierte Beschreibung der vier Kernbereiche (Finanzen, Kunden, Prozesse, Lernen/Entwicklung) und deren gegenseitige Abhängigkeiten.
5 Nutzen der Balanced Scorecard: Analyse des Mehrwerts der BSC für die operative Umsetzung der Unternehmensstrategie und die Motivation der Mitarbeiter.
6 Wirkung der Balanced Scorecard: Untersuchung der systemischen Veränderungen, die durch die Implementierung der BSC in Organisationen angestoßen werden.
7 Grenzen der Balanced Scorecard: Kritische Reflexion, die betont, dass die BSC kein allgemeingültiges Wundermittel ist und hohen Aufwand erfordert.
8 Verbreitung der Balanced Scorecard: Ein Überblick über empirische Studien zur Nutzung und zum Erfolg des Konzepts in der Wirtschaft.
9 Anwendungsbeispiel BRK-Kompetenzzentrum: Konkrete Anwendung des BSC-Modells auf ein BRK-Bildungszentrum, inklusive Strategieableitung und Definition spezifischer Kennzahlen.
10 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Fazit des Autors, das die BSC als wertvolles, aber arbeitsintensives Führungsinstrument für BRK-Kompetenzzentren einstuft.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, BRK-Kompetenzzentrum, Strategische Unternehmensführung, Bildungsmanagement, Finanzperspektive, Kundenperspektive, Interne Prozessperspektive, Lern- und Entwicklungsperspektive, Kennzahlen, Qualitätsmanagement, Organisationsentwicklung, Personalentwicklung, Strategieumsetzung, Gemeinnützige Organisationen, Wissensmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die Methode der Balanced Scorecard als strategisches Führungsinstrument in BRK-Kompetenzzentren eingesetzt werden kann, um eine Brücke zwischen der Mission des Roten Kreuzes und dem operativen Tagesgeschäft zu schlagen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf dem strategischen Management in Bildungseinrichtungen, der methodischen Anwendung der BSC-Perspektiven und der Operationalisierung von Qualitäts- und Bildungszielen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, den Nutzen der Balanced Scorecard für BRK-Kompetenzzentren darzustellen und aufzuzeigen, wie diese Zentren ihre strategischen Entwicklungsziele messbar und transparent gestalten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung der Literatur zur Balanced Scorecard sowie auf eine praxisnahe Übertragung der theoretischen Konzepte auf das spezifische Umfeld der BRK-Kompetenzzentren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der BSC dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Beschreibung der vier Perspektiven und der spezifischen Anwendung dieser auf das Bildungsmanagement des Bayerischen Roten Kreuzes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Balanced Scorecard, Bildungsmanagement, strategische Steuerung, Kennzahlensysteme und BRK-Kompetenzzentren.
Wie unterscheidet sich die Kundenperspektive in einem BRK-Kompetenzzentrum?
Da es sich um Fortbildungsangebote handelt, agieren hier sowohl Teilnehmer als auch die entsendenden Pflegeeinrichtungen in der Rolle des Kunden, was eine differenzierte Betrachtung erforderlich macht.
Warum ist die BSC kein "Standardrezept" für Bildungszentren?
Jedes BRK-Kompetenzzentrum besitzt durch sein spezifisches Leistungsprofil und lokale Gegebenheiten individuelle Anforderungen, die eine maßgeschneiderte Entwicklung der Balanced Scorecard zwingend erforderlich machen.
- Arbeit zitieren
- BA, MSc, MA Horst Siegfried Kolb (Autor:in), 2016, Die Balanced Scorecard im Entwicklungsprozess. Implementierung in einem BRK-Kompetenzzentrum, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/323360