Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Forschungsfrage: „Inwieweit unterscheiden sich die Lebenslagen von Migrantenfamilien gegenüber Familien ohne Migrationshintergrund?“.
Seit der gezielten Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte, die Ende der 1950er Jahre begann, hat sich Deutschland von einem sogenannten „Gastarbeiterland“ zu einem der bedeutendsten Einwanderungsländer der modernen Welt entwickelt. Dieser Wandel wird insbesondere in der Familienstruktur ersichtlich. Demnach lebt mittlerweile etwa jedes dritte Kind in einer Familie mit Migrationshintergrund.
Angesichts des fortschreitenden demografischen Wandels stellt der Migrationsprozess eine wichtige Chance für die Zukunftssicherung Deutschlands dar, denn aufgrund der sinkenden Bevölkerungszahl repräsentieren die Nachkommen der Migranten die derzeit einzig wachsende Bevölkerungsgruppe. Doch trotz des großen Migrationspotentials ist es der Bundesregierung bislang nicht gelungen, eine offenere Willkommenskultur zu etablieren. Zwar lässt sich im Hinblick auf die deutsche Integrationspolitik ein leichter Trend der Verbesserung konstatieren, doch zeigen sich nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen den Lebenslagen von Migrantenfamilien und Familien ohne Migrationshintergrund.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Bezüge
2.1 Familiale Lebensformen und Pluralisierung
2.2 Familien mit Migrationshintergrund als Lebensform
2.3 Lebenslagenansatz
3. Vergleich zentraler Lebenslagendimensionen von Migrantenfamilien und Familien ohne Migrationshintergrund
3.1 Bildung und beruflicher Abschluss
3.2 Erwerbsbeteiligung
3.3 Einkommen und Einkommensverteilung
3.4 Lebensunterhalt und Transferbezug
3.5 Wohnsituation
3.6 Subjektive Bewertung der Lebensbedingungen
4. Ergebnisse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, inwieweit sich die Lebenslagen von Familien mit Migrationshintergrund von den Lebenslagen von Familien ohne Migrationshintergrund in Deutschland unterscheiden. Hierbei wird ein besonderer Fokus auf die Auswirkungen sozioökonomischer Faktoren gelegt, um das Armutsrisiko der jeweiligen Familiengruppen vergleichend zu bewerten.
- Analyse der familialen Lebensformen und Pluralisierungstendenzen in Deutschland.
- Vergleich objektiver Dimensionen wie Bildungsabschluss, Erwerbsbeteiligung und Einkommenssituation.
- Untersuchung der Wohnsituation und der Inanspruchnahme von staatlichen Transferleistungen.
- Betrachtung der subjektiven Lebenszufriedenheit und Einschätzung der Lebensbedingungen.
- Ableitung der Relevanz eines mehrdimensionalen Lebenslagenansatzes für die Integrationspolitik.
Auszug aus dem Buch
3.1 Bildung und beruflicher Abschluss
In der deutschen Gesellschaft gilt Bildung als eine der effektivsten Ressourcen zur Vermeidung von Armut. Ein guter Bildungsabschluss wird heutzutage als Grundvoraussetzung für das Erreichen eines qualifizierten Berufsabschlusses und den Übergang in den Arbeitsmarkt angesehen (Becher 2008: 42). Mit zunehmender beruflicher Qualifikation steigt auch das Einkommen eines Individuums. Damit wird der Beruf als bedeutendste Determinante sozialer Ungleichheit erfasst, da er eine Vielzahl von Aspekten der Lebenslage maßgeblich bestimmt (Huinink / Schröder 2008: 146). Doch gerade im Hinblick auf den Bildungsstand und den beruflichen Abschluss wird ein signifikanter Unterschied zwischen Migrantenfamilien und Familien ohne Migrationshintergrund ersichtlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel skizziert den Wandel Deutschlands zum Einwanderungsland und stellt die Forschungsfrage nach den Unterschieden in den Lebenslagen von Familien mit und ohne Migrationshintergrund.
2. Theoretische Bezüge: Hier werden die Konzepte des familialen Wandels, der Lebensform und der mehrdimensionale Lebenslagenansatz theoretisch fundiert und verknüpft.
3. Vergleich zentraler Lebenslagendimensionen von Migrantenfamilien und Familien ohne Migrationshintergrund: In diesem Kapitel werden empirische Daten zu Bildung, Arbeit, Einkommen, Wohnen und subjektiver Zufriedenheit direkt miteinander verglichen.
4. Ergebnisse: Die Ergebnisse fassen die identifizierten Benachteiligungen von Migrantenfamilien in den analysierten Dimensionen zusammen und identifizieren diese als strukturelle Merkmale.
5. Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage durch Bestätigung des erhöhten Armutsrisikos bei Migrantenfamilien und fordert spezifische politische Unterstützungskonzepte.
Schlüsselwörter
Migrationshintergrund, Lebenslage, Familienstruktur, Bildung, Armutsrisiko, Integration, Erwerbsbeteiligung, Einkommensverteilung, Wohnsituation, soziale Ungleichheit, Lebensform, Transferbezug, Demografischer Wandel, Lebenszufriedenheit, Familienpolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Unterschiede in den Lebenslagen von Familien mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland unter Berücksichtigung verschiedener sozioökonomischer Faktoren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören Bildung, berufliche Qualifikation, Erwerbsbeteiligung, Einkommenssituation, Wohnverhältnisse sowie die subjektive Zufriedenheit der Familien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, wie stark sich die Lebensbedingungen von Migrantenfamilien von denen von Familien ohne Migrationshintergrund unterscheiden und ob ein höheres Armutsrisiko besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen vergleichenden Ansatz, der auf der Analyse bereits vorhandener statistischer Daten (z. B. Mikrozensus, European Social Survey) basiert, um den Lebenslagenansatz empirisch zu fundieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem detaillierten Vergleich der Lebenslagendimensionen, wobei sowohl objektive Faktoren wie Einkommen und Bildung als auch subjektive Bewertungsparameter herangezogen werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Migrationshintergrund, Lebenslage, soziale Ungleichheit, Integration, Armutsrisiko und familiensoziologische Ansätze.
Wie unterscheiden sich die Wohnsituationen konkret?
Studien zeigen, dass Familien mit Migrationshintergrund durchschnittlich über weniger Wohnfläche pro Person verfügen und häufiger zur Miete wohnen als Familien ohne Migrationshintergrund.
Welche Rolle spielt die Bildung für das Armutsrisiko?
Bildung wird als eine der wichtigsten Ressourcen zur Armutsvermeidung identifiziert. Da Migrantenfamilien im Durchschnitt niedrigere Bildungsabschlüsse aufweisen, steigt ihr Risiko für eine prekäre ökonomische Lebenslage.
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- Mascha Matri (Author), 2015, Familiale Lebensformen und Lebenslagen der Migrantenfamilien in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/318732