Die Heterogenität der SchülerInnen in Bezug auf ihre Merkmale und Fähigkeiten, im Speziellen soziale und kulturelle Herkunft, kulturelle und sprachliche Kompetenzen, die Geschlechtszugehörigkeit sowie individuelle Lernbiografien und Leistungsfähigkeit (Schneider 2008, S.18), stellt viele PädagogInnen vor eine große Herausforderung.
Um dieser Vielfalt gerecht zu werden, müssen subjektive Bedürfnisse und Interessen den Ausgangspunkt pädagogischer Praxis bilden (Buholzer & Kummer Wyss 2010, S.8). Besonders bewährt haben sich dazu auch verschiedene Modelle des eigenständigen Lernens, weil die dadurch mögliche Binnendifferenzierung individuelle Lernmerkmale der SchülerInnen berücksichtigt und als Chance zu mehr Vielfalt sieht. Beispiele dazu sind die Planarbeit, der Werkstattunterricht, das Stationenlernen bzw. der Lernzirkel oder der Projektunterricht, die Differenzierung hinsichtlich Thema, Sozialform, Zeiteinteilung (Lerntempo) und Arbeitsweisen ermöglichen. (Joller-Graf 2010, S.127ff) Diese nehmen jedoch weniger Bedacht auf personale Aspekte des Lernens und sind daher nur als begrenzt begabungsfördernd anzusehen.
Als Modell, welches nicht nur individualisierend, sondern vor allem personalisierend arbeitet, soll in dieser Arbeit das Konzept des dialogischen Lernens vorgestellt werden und dessen Vereinbarkeit mit Begabungs- und Begabtenförderung im Sinne personalen Lernens beleuchtet werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Berücksichtigung von Heterogenität durch dialogisches Lernen
Arbeitsphasen dialogischen Unterrichts
Methodische Instrumente des dialogischen Unterrichts
Ziele des dialogischen Lernens
Conclusio
Referenzen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept des dialogischen Lernens als einen personalisierenden Ansatz zur Bewältigung von Heterogenität im Unterricht und analysiert dessen Potenzial für die Begabungs- und Begabtenförderung.
- Heterogenität als pädagogische Herausforderung
- Theoretische Fundierung des dialogischen Lernmodells
- Phasenmodell der Kommunikation im Unterricht
- Methodische Gestaltungselemente (z. B. Lernjournal, Autographensammlung)
- Zweidimensionale Leistungsbewertung
Auszug aus dem Buch
Methodische Instrumente des dialogischen Unterrichts
Im Folgenden sollen die methodischen Instrumente in Anlehnung an Ruf (2008, S.21ff) zusammengefasst vorgestellt werden.
KERNIDEE: Ausgangspunkt des Unterrichts ist die Kernidee der Lehrperson, das bedeutet, wie sie die Inhalte interpretiert (Fachliches), was sie daran motiviert (Personales), wie sie Schwierigkeiten überwindet (Metakognitives), welchen Bezug sie zum Fachlichen hat (Biografisches) und welche Rolle dabei LernpartnerInnen gespielt haben (Soziales). Die Kernidee soll als gedankliches Konstrukt für die SchülerInnen den Zugang zum Fach eröffnen.
OFFENER AUFTRAG: Der offene Auftrag trägt dazu bei, dass jede/r SchülerIn seinen/ihren Lernvoraussetzungen entsprechend arbeiten und seine Stärken einsetzen kann, um gute oder sogar sehr gute Leistungen auf verschiedenem Niveau zu erbringen. Es geht nicht um das Endprodukt, sondern um den Prozess der Begegnung fachlicher Aufgaben, der unter personalen, sozialen und metakognitiven Gesichtspunkten beleuchtet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen durch Heterogenität in Schulklassen und führt das dialogische Lernen als personalisierenden Ansatz zur Begabungsförderung ein.
Berücksichtigung von Heterogenität durch dialogisches Lernen: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Basis, nach der Unterricht als dynamisches System von Angebot und Nutzung zwischen Lehrenden und Lernenden betrachtet wird.
Arbeitsphasen dialogischen Unterrichts: Hier werden die drei Kernphasen – individuelle Bestandsaufnahme, Austausch und gemeinsame Einigung – als Basis des dialogischen Prozesses beschrieben.
Methodische Instrumente des dialogischen Unterrichts: Das Kapitel stellt zentrale Werkzeuge wie das Lernjournal, die Autographensammlung und die zweidimensionale Leistungsbewertung zur praktischen Umsetzung des Konzepts vor.
Ziele des dialogischen Lernens: Es wird dargelegt, wie durch Dialog und Reflexion die individuelle Zone proximaler Entwicklung jedes Einzelnen gefördert werden soll.
Conclusio: Die Conclusio fasst zusammen, dass dialogisches Lernen durch offene Aufgaben und stetige Rückmeldung eine wertschätzende Umgebung schafft, die individuelle Leistungsunterschiede produktiv nutzt.
Schlüsselwörter
Dialogisches Lernen, Heterogenität, Begabungsförderung, Unterrichtsentwicklung, Personales Lernen, Lernjournal, Offener Auftrag, Leistungsbewertung, Kommunikation, Lernbiografie, Selbstbestimmung, Handlungskompetenz, Reflexion, Lernpartner, Prozessqualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Herausforderung, heterogene Schülergruppen durch das Konzept des „dialogischen Lernens“ individuell zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen der Umgang mit Heterogenität, die Gestaltung von Unterricht als Kommunikationsprozess und die Möglichkeiten der personalisierten Begabtenförderung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Konzept des dialogischen Lernens vorzustellen und zu beleuchten, wie es durch Personalisierung zur individuellen Förderung von Begabungen beitragen kann.
Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf theoretische Modelle wie das Modell der Handlungskompetenz nach Weinert, die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan, Habermas’ Rationalitätsbegriff sowie Fends systemisches Unterrichtsmodell.
Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Arbeitsphasen (Bestandsaufnahme, Austausch, Einigung) und die Vorstellung methodischer Instrumente wie Lernjournale und Autographensammlungen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Dialogisches Lernen, Heterogenität, Lernjournal, Offener Auftrag, Prozessqualität, Personalisierung und Leistungsbewertung.
Warum ist das Lernjournal ein wesentliches Instrument?
Es ermöglicht den Schülern, eine reflexive Position einzunehmen und ihren eigenen Lernprozess zu dokumentieren, worauf die Lehrperson durch Feedback gezielt reagieren kann.
Wie unterscheidet sich die zweidimensionale Leistungsbewertung von konventionellen Methoden?
Sie unterscheidet zwischen Prozessqualität (Umgang mit offenen Aufträgen) und Produktqualität (geschlossene Aufgaben), um Entwicklungschancen statt nur Defizite in den Fokus zu rücken.
- Arbeit zitieren
- Bianca Lehner (Autor:in), 2011, Das Dialogische Lernkonzept als Methode personalen Lernens, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/308714