Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Vermittlung im Museum, genauer mit einer der unendlich vielen Facetten und Möglichkeiten der Vermittlung, welche im Zusammenhang mit dem Seminar „Kunst und Kommunikation: Bildungsarbeit in Museen“ der Friedrich-Schiller-Universität Jena entstand. Das Seminar gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Einblick in die Arbeit der Museumspädagogik und in ihre Entwicklung bis heute.
Dabei ging es unter anderem um die Fragen: Was sind Museum und Vermittlung und was sind deren Aufgaben? Sowie: Welchen Wert hat die Originalität eines Objekts für die Vermittlung? Auch das Besucherbild und die Zielgruppen spielten eine sehr wichtige Rolle und wurden analysiert. Schließlich wurden auch die Gebiete der Öffentlichkeitsarbeit und des Marketing abgedeckt. Diese Themen werden in der hier vorliegenden Arbeit ebenfalls aufgegriffen, um das Vermittlungskonzept ausführlich beschreiben zu können.
Als Beispiel dient in dieser Arbeit die Ausstellunt "Tiere im Turm" der Stiftung Schloss Friedenstein.
Inhaltsübersicht
1 Vorwort
2 Schloss Friedenstein
3 Das naturkundliche Museum
4 Die Idee des Vermittlungskonzepts
5 Verortung im aktuellen Forschungs- und Methodenstand und Vermarktung
6 Kooperation und Förderung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit entwickelt ein inklusives museumspädagogisches Vermittlungskonzept für die Ausstellung "Tiere im Turm" der Stiftung Schloss Friedenstein, um bisher vernachlässigte Zielgruppen wie Jugendliche und sehbehinderte oder blinde Menschen aktiv in das Museumsgeschehen einzubinden.
- Museumspädagogische Konzepte und ihre gesellschaftliche Relevanz
- Barrierefreie Vermittlung und Inklusion im Museum
- Förderung von Schlüsselkompetenzen durch Partizipation
- Strategien der Kooperation mit sozialen Einrichtungen
- Qualitative Besuchererlebnisse jenseits kurzfristiger Events
Auszug aus dem Buch
4 Die Idee des Vermittlungskonzepts
Die Vielfalt an Zielgruppen ist enorm. Es wird nach Altersstufen und gesellschaftlicher Sozialstruktur differenziert. Es gibt Vermittlungsarbeiten, welche sich an Menschen richten, die bereits Besucher/innen des Museums sind und diesem verbunden bleiben sollen. Und es gibt Arbeiten, die gezielt die Nicht- oder Noch-Nicht-Besucher/innen, die an Bildung im Museum nicht selbstverständlich teilhaben, ansprechen. Das soll in dieser Arbeit auch geschehen. Denn wie oben schon, erwähnt sind einige Zielgruppen in dem Vermittlungsangebot der Stiftung Schloss Friedenstein sehr benachteiligt.
Die Konzentration wird nicht nur auf einer Zielgruppe liegen, sondern auf den beiden Zielgruppen Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren und sehbehinderten und blinden Personen ohne Altersbegrenzung. Das Konzept sieht dabei vor, dass sich Jugendliche bis zu einem festgelegten Datum im Museum bewerben. Das kann in Form einer Gruppe (min. 16 Personen) geschehen, z.B. eine Klasse oder Arbeitsgemeinschaft einer Schule. Doch auch Einzelpersonen, Geschwistern, Jugendclubs oder einem Zusammenschluss aus Freunden ist der Zugang frei.
Die Jugendlichen, die sich als Gruppe beworben haben, werden in ihrer Gruppe bleiben und arbeiten. Die Bewerber, die unabhängig einer Gruppe Interesse haben, werden untereinander neue Gruppen bilden. Jetzt kommt der Kern des Konzepts, der daraus besteht, dass sich die Gruppen im Laufe eines halben Jahres mit dem Thema Sehbehinderung und Blindheit beschäftigen und letztendlich ein Führungsprojekt für sehbehinderte Personen erstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Der Autor erläutert den Wandel der Aufgabenfelder in Museen und stellt das Ziel vor, durch ein neues Vermittlungskonzept qualitativ hochwertige und nachhaltige Bildungserlebnisse zu schaffen.
2 Schloss Friedenstein: Es wird ein Überblick über die historisch bedeutsame Einrichtung und ihre vielfältigen musealen Abteilungen gegeben, wobei der Fokus auf dem Veränderungsprozess der Ausstellungspräsentationen liegt.
3 Das naturkundliche Museum: Dieses Kapitel beschreibt die räumliche Neuordnung der Sammlungen und führt spezifisch in die Dauerausstellung "Tiere im Turm" ein, die als Basis für das neue Konzept dient.
4 Die Idee des Vermittlungskonzepts: Das Kernkapitel entwirft einen partizipativen Ansatz, bei dem Jugendliche durch ein halbjähriges Projekt Führungen für sehbehinderte und blinde Besucher entwickeln.
5 Verortung im aktuellen Forschungs- und Methodenstand und Vermarktung: Es wird dargelegt, wie das Konzept soziale Inklusion, Kompetenzförderung und neue Perspektiven in der Museumsarbeit methodisch fundiert umsetzt.
6 Kooperation und Förderung: Abschließend werden notwendige Partner aus dem sozialen Bereich und potenzielle Stiftungen identifiziert, um die praktische Umsetzung und Finanzierung des Projekts zu sichern.
Schlüsselwörter
Museumspädagogik, Schloss Friedenstein, Inklusion, Sehbehinderung, Blindheit, Vermittlungskonzept, Partizipation, Jugendbildung, Barrierefreiheit, Kompetenzförderung, Ausstellung, Museum, Kooperation, Bildungsauftrag, Kulturvermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwirft ein spezielles museumspädagogisches Vermittlungskonzept, das darauf abzielt, durch inklusive Ansätze neue Besuchergruppen für die Stiftung Schloss Friedenstein zu gewinnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die soziale Inklusion von Randgruppen, die aktive Teilhabe von Jugendlichen, Barrierefreiheit für Menschen mit Sehbehinderung sowie die Kooperation zwischen Kultur- und Sozialeinrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, durch die Erarbeitung von Teilführungen durch Jugendliche für Menschen mit Sehbehinderung ein nachhaltiges Bildungserlebnis zu schaffen, das Barrieren abbaut und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch aktuelle museumspädagogische Fachliteratur und verknüpft diese mit einer praxisorientierten Projektplanung, die durch Evaluation und Reflexion gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beschreibt die institutionellen Rahmenbedingungen des Schlosses Friedenstein, die Konzeption des Vermittlungsprojekts, pädagogische Kompetenzziele sowie die notwendigen organisatorischen Schritte und Kooperationspartner.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Museumspädagogik, Inklusion, Partizipation, Zielgruppenorientierung und Barrierefreiheit definiert.
Welche Rolle spielen die Jugendlichen in diesem Projekt?
Die Jugendlichen agieren nicht als bloße Empfänger, sondern als aktive Gestalter, die über einen Zeitraum von einem halben Jahr in Teams Führungen für sehbehinderte Personen konzipieren.
Wie werden die Bedürfnisse sehbehinderter Menschen im Konzept berücksichtigt?
Das Konzept setzt auf multisensorische Vermittlung (Tasten, Hören, Beschreiben), um den Museumsbesuch für sehbehinderte und blinde Menschen unabhängig von visuellen Eindrücken erlebbar zu machen.
Warum ist die Kooperation mit anderen Institutionen so wichtig?
Da das Museum allein nicht über alle notwendigen Ressourcen und sozialen Kontakte verfügt, sind Kooperationen essenziell, um Expertise einzubinden und die Zielgruppen zielgerichtet anzusprechen.
- Quote paper
- Hilke Räuschel (Author), 2012, Tiere im Turm. Das museumspädagogische Vermittlungskonzept einer Ausstellung der Stiftung Schloss Friedenstein, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/308153