Die Textform der Kurzgeschichte hat sich längst im Englischunterricht etabliert. Dies zeigen nicht nur die plakativen Äußerungen in der Fachliteratur, es handle sich bei dieser Gattung um die „populärste“ Gattung des Englischunterrichts, sondern auch ihre Dominanz in Sekundärwerken oder Unterrichtsmaterialien. So sind in einem Unterrichtswerk für Lehrer zu kreativen Methoden des Englischunterrichts in der Oberstufe elf von 19 aufgeführten Methoden am Beispiel von verschiedenen englischsprachigen Kurzgeschichten erklärt. Dieser Dominanz der Kurzgeschichte im Englischunterricht geht diese Arbeit nach, indem sie zunächst einen Überblick zum literarischen Lernen schafft und schließlich das Potential von Kurzgeschichten in einem modernen kompetenzorientierten Fremdsprachenunterricht Englisch aufzeigt. Anschließend soll eine Unterrichtsstunde vorgestellt werden, wie eine Kurzgeschichte im Unterricht aufbereitet und unterrichtet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Literarisches Lernen im Fremdsprachenunterricht
3. Kurzgeschichten im Englischunterricht der Sekundarstufe
4. Kurzgeschichten im Unterrichtsverlauf
4.1 Pre-reading Activities
4.2 While-reading Activities
4.3 Post-reading Activities
4.4 Hörverständnis im Literaturunterricht
5. Schlussfolgerung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die didaktische Relevanz und den Stellenwert von Kurzgeschichten im Englischunterricht der gymnasialen Sekundarstufe II. Dabei liegt der Fokus darauf, wie diese Textgattung in einen modernen, kompetenzorientierten Fremdsprachenunterricht integriert werden kann, um sowohl literarisches Lernen als auch kommunikative Handlungskompetenzen zu fördern.
- Methodische Gestaltung von Unterrichtsphasen (Pre-, While-, Post-reading).
- Förderung überfachlicher Kompetenzen durch Literaturarbeit.
- Integration von handlungs- und produktionsorientierten Verfahren.
- Nutzung von Kurzgeschichten zur Vermittlung von Fremdverstehen.
- Verknüpfung von Literaturunterricht mit kommunikativer Sprachpraxis.
Auszug aus dem Buch
4.1 Pre-reading Activities
Eine sehr verbreitete Methode gerade den Einstieg in einen neuen Text zu erleichtern ist die Präsentation von „visuellen und/oder akustischen Medien“ (Nünnung & Surkamp, 2010: 72), wie Bildern, Fotos, Gegenständen, Filmsequenzen oder Musik. Dies kann zunächst als stummer Impuls erfolgen oder beispielsweise über die sog. „Think! Pair! Share! Methode“ (Grieser-Kindel et al, 2006: 186) bereits hier den Lernenden die Möglichkeit zum kooperativen und kommunikativen Austausch gibt. In der ersten Phase dieser Methode setzt sich jeder einzelne Schüler mit einer von der Lehrkraft gestellten Aufgabe auseinander (= Think), darauf folgt in der nächsten Phase ein Austausch mit einem oder mehreren Partnern (= Pair) und schließlich findet in der letzten Phase ein Austausch der Gruppen statt (= Share).
Bei einer Kurzgeschichte können auch einzelne Zitate oder Schlüsselwörter ausgegeben werden, die zu Vermutungen über Inhalt, Figuren, Konflikte sowie zum Setting der Geschichte anregen sollen. Bei der weiteren Lektüre können die Lernenden ihre Vermutungen dann an der Textgrundlage überprüfen. Ausgehend von der Beschaffenheit der Zitate oder Passagen kann auch Spracharbeit erfolgen, sodass im Vorfeld bereits wichtige bzw. sprachlich schwierige Begrifflichkeiten oder Zusammenhänge geklärt werden können. Pre-reading Activities können daher sowohl einer thematisch-inhaltlichen Reduktion aber auch einer sprachlichen dienen. Nünning und Surkamp weisen trotz des Aktivierungspotential solcher Aktivitäten explizit darauf hin, dass diese nicht zu viel Raum einnehmen sollen, da die Kurzgeschichte immer noch im Vordergrund stehen sollte. Außerdem ist bei der Auswahl der Textstellen oder anderer Impulse darauf zu achten, dass diese die Deutung des Textes nicht vorwegnehmen, um die Motivation der Lernenden auch während der anderen Phasen möglichst hoch zu halten. (vgl. Nünnung & Surkamp, 2010).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet die Kurzgeschichte als populäre Gattung im Englischunterricht und beschreibt das Ziel der Arbeit, deren Potential im Rahmen des kompetenzorientierten Unterrichts aufzuzeigen.
2. Literarisches Lernen im Fremdsprachenunterricht: Es wird die historische Entwicklung des Literaturunterrichts nachgezeichnet und begründet, warum dieser heute wieder einen essenziellen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und Kompetenzentwicklung leistet.
3. Kurzgeschichten im Englischunterricht der Sekundarstufe: Hier werden die spezifischen Vorteile der Kurzgeschichte, wie ihre Kürze und motivierende Thematik, für den Einsatz in der gymnasialen Oberstufe erläutert.
4. Kurzgeschichten im Unterrichtsverlauf: Das Kapitel bietet einen methodischen Überblick über das Drei-Phasen-Modell (Pre-, While-, Post-reading) sowie das Hörverständnis zur aktiven Gestaltung des Unterrichts.
5. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Bedeutung der Kurzgeschichte als vielseitiges Instrument zusammen, das trotz seiner Kürze komplexe Lernziele im Englischunterricht bedienen kann.
Schlüsselwörter
Kurzgeschichte, Englischunterricht, Sekundarstufe II, Literaturunterricht, kompetenzorientierter Unterricht, Fremdsprachenunterricht, Pre-reading, While-reading, Post-reading, literarisches Lernen, Handlungsorientierung, Produktionsorientierung, Fremdverstehen, Lesemotivation, Sprachlernkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem didaktischen Einsatz und dem Stellenwert von Kurzgeschichten im Englischunterricht der Sekundarstufe II.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das literarische Lernen, die Förderung kommunikativer Kompetenzen und die methodische Aufbereitung von Kurzgeschichten im Unterrichtsalltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kurzgeschichten als motivierende und effiziente Textform zur Erreichung moderner, kompetenzorientierter Bildungsstandards beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die auf aktueller Literatur zur Fremdsprachendidaktik basiert, um unterrichtspraktische Methoden theoretisch zu fundieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung des literarischen Lernens und die detaillierte Darstellung methodischer Verfahren für die verschiedenen Phasen einer Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kurzgeschichte, Kompetenzorientierung, literarisches Lernen, Fremdverstehen und prozessorientierte Unterrichtsgestaltung.
Warum ist gerade die Kürze der Kurzgeschichte didaktisch relevant?
Die Kürze ermöglicht eine methodische Handhabbarkeit innerhalb des 45-Minuten-Takts und senkt die Hemmschwelle für den Einstieg in komplexe literarische Themen.
Welche Rolle spielt das "Drei-Phasen-Modell"?
Es dient dazu, den Umgang mit fremdsprachlichen Textbarrieren abzubauen und das Textverständnis schrittweise von Vorwissen über die Lektüre bis zur kreativen Nachbereitung zu entwickeln.
Inwiefern fördern Kurzgeschichten das interkulturelle Lernen?
Durch die Begegnung mit unterschiedlichen Charakteren und Perspektiven in den Texten gewinnen Lernende Einblicke in fremde Lebensweisen, Werte und Normen.
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- Christian Haas (Author), 2014, Short Stories. Die Bedeutung von Kurzgeschichten im Englischunterricht der Sekundarstufe II, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/303481