In dieser Studie wird der Zusammenhang zwischen den beiden "Self-Conscious Emotions" Schuld und Scham sowie authentischem und anmaßendem Stolz, wie auch den beiden Komponenten von Narzissmus "Admiration" und "Rivalry" untersucht. 203 Versuchspersonen beantworteten drei Fragebögen zur Erfassung dieser Persönlichkeitseigenschaften.
Anmaßender Stolz korreliert sowohl mit "Admiration", als auch mit "Rivalry". Authentischer Stolz und "Admiration" stehen in signifikant positivem Zusammenhang. Die Korrelationen zwischen den jeweils adaptiven und maladaptiven Komponenten von Stolz und Narzissmus sind signifikant größer als die Korrelation zwischen authentischem Stolz und "Rivalry". Allerdings ist der Zusammenhang zwischen anmaßendem Stolz und "Admiration" größer als zwischen "Admiration" und dem authentischen Stolz. Scham und "Rivalry" sind unkorreliert, wohingegen Schuld negativ mit "Admiration" korreliert.
Die Ergebnisse stützen die Annahme, dass Stolz und Narzissmus weitestgehend in positiver Beziehung zueinander stehen. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen den "Self-Conscious Emotions" Scham und Schuld zu den Narzissmuskomponenten eher gering und müsste zukünftig weiter erforscht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Theoretischer Hintergrund
1.1 Hypothesen
2. Methode
2.1 Versuchspersonen
2.2 Versuchsmaterial
2.3 Versuchsdurchführung
3. Ergebnisse
4. Diskussion
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Forschungsfragen
Diese Untersuchung analysiert den Zusammenhang zwischen den "Self-Conscious Emotions" (Schuld und Scham), den beiden Stolz-Facetten (authentisch und anmaßend) sowie den Narzissmus-Dimensionen "Admiration" und "Rivalry". Ziel ist es zu prüfen, inwieweit adaptive und maladaptive Komponenten dieser Persönlichkeitseigenschaften systematisch miteinander korrelieren.
- Untersuchung der Struktur von Stolz (authentisch vs. anmaßend).
- Analyse der Narzissmus-Dimensionen nach Back et al. (2013).
- Differenzierung zwischen Scham und Schuld im Kontext selbstbezogener Emotionen.
- Überprüfung der Zusammenhänge zwischen adaptiven und maladaptiven Persönlichkeitsfacetten.
- Erfassung geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Ausprägung dieser Emotionen.
Auszug aus dem Buch
Theoretischer Hintergrund
Self-Conscious Emotions entstehen aus den Schlüssen über Bewertungen anderer bezüglich der eigenen Person, teilweise in Bezug auf ihre soziale Akzeptanz. Schuld und Scham gehören zu den Self-Conscious Emotions und wurden in der Vergangenheit auf verschiedene Arten differenziert. Aus emotionspsychologischer Sicht werden Scham und Schuld durch die unterschiedliche Rolle des Selbst im Erleben dieser Emotionen unterschieden (Tangney & Dearing, 2002). Bei Scham ist es das Selbst direkt, das global negativ bewertet wird. Demnach empfinden Personen Scham, wenn sie denken, sie wären ein schlechter Mensch. Hier zeigt sich also ein internales und stabiles Attributionsmuster.
Schuldgefühle hingegen zeichnen sich durch eine Fokussierung auf eine negative Bewertung der Handlung aus. Demnach empfinden Personen Schuld, wenn sie denken, sie hätten etwas Schlechtes getan. Bei Schuld wird also entsprechend internal und variabel attribuiert. Schuld ist in diesem Vergleich die weniger schmerzhafte und adaptive Emotion: Personen empfinden typischerweise Reue, sind empathisch gegenüber denen, die sie verletzt haben und neigen zu Entschuldigung und Verhalten, welches auf Wiedergutmachung ausgerichtet ist. Im Gegensatz dazu, ist Scham eine schmerzhaftere, dysfunktionalere und somit eine maladaptive Emotion, die mit Gefühlen von Wertlosigkeit, Leugnung bzw. Verlassen der Situation, Defensivität und Ärger einhergeht (Leary, 2007).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoretischer Hintergrund: Einführung in die psychologischen Konstrukte von Schuld, Scham, Stolz und Narzissmus sowie Herleitung der Forschungsfragen und Hypothesen.
1.1 Hypothesen: Auflistung der zwölf spezifischen Annahmen über die Korrelationen zwischen den untersuchten Persönlichkeitskomponenten.
2. Methode: Beschreibung der Stichprobe, der verwendeten psychologischen Fragebögen (TOSCA-3, Authentic and Hubristic pride scale, NARQ) sowie des Ablaufs der Online-Erhebung.
2.1 Versuchspersonen: Darstellung der demographischen Daten der 203 Teilnehmer.
2.2 Versuchsmaterial: Detaillierte Erläuterung der eingesetzten Messinstrumente zur Erfassung von Scham, Schuld, Stolz und Narzissmus.
2.3 Versuchsdurchführung: Dokumentation des onlinebasierten Vorgehens bei der Datenerhebung unter Verwendung einer Coverstory.
3. Ergebnisse: Statistische Auswertung der Korrelationsanalysen sowie Geschlechtervergleiche mittels t-Tests.
4. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf die Hypothesen, kritische Würdigung der Stichprobe und Ausblick auf zukünftige Forschung.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung aller im Bericht verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Self-Conscious Emotions, Schuld, Scham, Stolz, Authentischer Stolz, Anmaßender Stolz, Narzissmus, Admiration, Rivalry, Korrelationsanalyse, Persönlichkeitspsychologie, Selbstwert, Adaptiv, Maladaptiv, Empirische Untersuchung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen selbstbezogenen Emotionen (Schuld und Scham), verschiedenen Ausprägungen von Stolz und den zwei Narzissmus-Dimensionen "Admiration" und "Rivalry".
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Differenzierung zwischen adaptiven und maladaptiven Persönlichkeitskomponenten sowie das Zusammenspiel von emotionalen Selbstbewertungsprozessen und narzisstischen Strategien.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das primäre Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob und wie Stolz und Narzissmus in positiver Beziehung zueinander stehen und welche Rolle Schuld und Scham dabei spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Online-Befragung mit 203 Probanden durchgeführt, deren Daten mittels Korrelationsanalyse und t-Tests ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung der Begriffe, die methodische Vorgehensweise bei der Testauswahl und Durchführung sowie die statistische Auswertung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Narzissmus, Admiration, Rivalry, Stolz, Scham, Schuld und Persönlichkeitspsychologie.
Wie unterscheiden sich "authentischer" und "anmaßender" Stolz?
Authentischer Stolz basiert auf internalen und variablen Attributionen eines Erfolgs, während anmaßender Stolz durch internale und stabile Attributionen sowie ein Gefühl von genereller Großartigkeit gekennzeichnet ist.
Warum korreliert Schuld entgegen der Erwartung negativ mit Admiration?
Die Studie konnte dies nicht abschließend erklären, stellt jedoch fest, dass dies im Widerspruch zur Annahme steht, dass beide Komponenten adaptive Ausprägungen repräsentieren.
Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede in den Ergebnissen?
Ja, Frauen erzielten höhere Werte bei Scham und Schuld, während Männer signifikant höhere Ausprägungen in Rivalry, Admiration und anmaßendem Stolz zeigten.
Was ist die Schlussfolgerung bezüglich der Theorie von Back et al.?
Die Ergebnisse stützen die Differenzierung des Narzissmus in die Dimensionen "Admiration" (adaptiv) und "Rivalry" (maladaptiv), wobei die maladaptiven Komponenten von Stolz und Narzissmus besonders stark korrelieren.
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- Anonym (Author), 2015, Stolz wie Oskar. "Self-Conscious Emotions" und Narzissmus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/293380