Die folgende Arbeit behandelt das sog. Coase’sche Problem und die für Monopolisten damit einhergehenden Konsequenzen für die Preisgestaltung. Ziel dieser Arbeit ist es, eine Übersicht der gängigen Lösungsstrategien zu geben, die darauf abzielen, die Marktmacht des Monopolisten zu erhalten und das Coase’sche Problem zu lösen oder zu umgehen.
Monopolisten sind aufgrund ihrer Macht über das Angebot am Markt in der Lage, ihre Preise so weit zu übererhöhen, dass diese die Grenzkosten überschreiten, sie dabei aber nicht gleichzeitig alle Kunden verlieren. Damit einher geht ein sog. dead-weight wellfare loss (Wohlfahrtsverlust), der einen volkswirtschaftlichen Schaden darstellt. Auf der anderen Seite sind Monopolisten im Falle, dass sie dauerhafte Güter produzieren, ihre eigenen Konkurrenten, indem sie die Nachfrage nach ihrem Gut in der nächsten Periode reduzieren. Kunden, die ein dauerhaftes Gut heute kaufen, werden in der nächsten Periode nicht wieder nach dem Gut nachfragen, obwohl dieses u.U. sogar günstiger sein könnte, sofern der Monopolist Preisdifferenzierung betreibt. Gerade dieser Umstand stellt jedoch ein wirtschaftliches Problem für einen Monopolisten dar, dessen Lösung über den Fortbestand seiner Stellung am Markt entscheidet: rationell handelnde Kunden, können nämlich die Preissenkung des Monopolisten in ihre Kaufentscheidung einkalkulieren und ihre Käufe in die nächste Periode aufschieben, so dass die Nachfrage in der ersten Periode nachlässt. Das Erschließen neuer Konsumentengruppen auf dem Wege der Preissenkung stellt sich für Monopolisten demnach als Nachteil dar. Das Worst-Case-Szenario für den Monopolisten wäre in diesem Fall, dass der Gewinn gegen null konvergiert. Wie kann der Monopolist also erreichen, Gewinne zu erwirtschaften und in der Folge seine Stellung am Markt beizubehalten? Zur Lösung dieses Problems haben sich unterschiedliche Strategien etabliert, von denen vier (Haupt-)Ansätze im Folgenden skizziert und bewertet werden sollen, um im Anschluss daran auf der Basis der hier gewonnenen Erkenntnisse, eine eigene Differenzierung vorzunehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemaufriss
2. Monopole und dauerhafte Güter
2.1. Monopoldefinition und Differenzierung nach Monopoltypen
2.2. Dauerhafte Güter
2.3. Das Coase-Theorem
2.3.1. Veranschaulichung
2.3.2. Schlussfolgerungen von Coase
2.3.3. Konkurrenz durch Secondhand- und Recyclingmärkte
3. Problemlösung
3.1. Vermietung und Leasing
3.2. Selbstverpflichtung des Monopolisten zu konstanten Preisen
3.3. Verkauf mit qualitativer Obsoleszenz
3.4. Marktausstieg und Limited Edition
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Seminararbeit untersucht das sogenannte Coase’sche Problem, bei dem ein Monopolist für dauerhafte Güter durch sein eigenes Verhalten (zukünftige Preissenkungen) seine Marktmacht untergräbt. Ziel ist es, verschiedene Lösungsstrategien zu analysieren, mit denen Monopolisten ihre Marktmacht erhalten und ihre Gewinne maximieren können.
- Das Coase’sche Problem bei langlebigen Gütern
- Einfluss von Secondhand- und Recyclingmärkten auf die Preisstrategie
- Vermietung und Leasing als Strategie zur Monopolerhaltung
- Qualitative Obsoleszenz und geplanter Verschleiß
- Künstliche Angebots- und Zeitverknappung (Limited Editions)
Auszug aus dem Buch
2.3. Das Coase-Theorem
Coase geht in seinem 1972 erschienenen Aufsatz von der folgenden Situation aus: Der Monopolist der ein Gebrauchsgut verkauft, habe weniger Marktmacht als der, der ein Verbrauchsgut verkauft. Um diese Aussage zu belegen, geht Coase von folgendem Beispiel aus. Es wird angenommen, dass eine einzige Person das gesamte Land der Vereinigten Staaten in ihrem Eigentum innehabe, d.h. der Monopolist stellt den einzigen Anbieter von Land dar. Auch werde der Einfachheit halber unterstellt, dass der gesamte Boden des Landes in gleich große Grundstücke aufgeteilt sei und dass diese Grundstücke alle eine einheitliche Qualität aufwiesen. Der Eigentümer des Landes bearbeite das Land nicht, auch bringe es ihm keinen Nutzen, aber gleichzeitig entstünden ihm auch keine Kosten daraus, was von Vorteil ist. Er könnte nun mit dem Gedanken spielen, jeweils die einzelnen Grundstücke an eine an solchem Land interessierte Gruppe von Käufern zu verkaufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemaufriss: Einführung in das Coase’sche Problem und die wirtschaftliche Herausforderung für Monopolisten, die dauerhafte Güter anbieten.
2. Monopole und dauerhafte Güter: Definition von Monopoltypen sowie Erläuterung des Coase-Theorems und der Konkurrenz durch Sekundärmärkte.
3. Problemlösung: Untersuchung von Strategien wie Leasing, Selbstverpflichtung, Obsoleszenz und Marktausstieg zur Sicherung des Monopolgewinns.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Lösungsansätze unter besonderer Berücksichtigung der Glaubwürdigkeit und notwendiger Reputationserhaltung.
Schlüsselwörter
Monopol, Coase-Theorem, dauerhafte Güter, Marktmacht, Preisgestaltung, Vermietung, Leasing, qualitative Obsoleszenz, Limited Edition, Secondhand-Markt, Gewinnmaximierung, Konsumentenrente, Wettbewerb, Angebotsverknappung, Preissenkungsdruck.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Schwierigkeiten von Monopolisten, die dauerhafte Güter verkaufen, und wie sie versuchen, ihre Gewinne trotz des sogenannten Coase’schen Problems zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Preisstrategien bei langlebigen Gütern, die Analyse von Sekundärmärkten und die Methoden der Bindung von Konsumenten bei gleichzeitiger Marktmachtsicherung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, eine Übersicht über gängige Lösungsstrategien zu geben, die darauf abzielen, die Marktmacht des Monopolisten trotz des Preissenkungsdrucks langfristig zu erhalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die bekannte ökonomische Modelle (insbesondere das Coase-Modell) auf verschiedene Szenarien anwendet und kritisch bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert vier Hauptansätze: Vermietung/Leasing, die Selbstverpflichtung zu konstanten Preisen, den Verkauf mit qualitativer Obsoleszenz sowie den Marktausstieg und Limited Editions.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Monopol, Coase-Theorem, dauerhafte Güter, Marktmacht, Preisgestaltung, Leasing und qualitative Obsoleszenz.
Warum ist das Coase’sche Problem für einen Monopolisten so gefährlich?
Weil Konsumenten antizipieren, dass der Monopolist in der nächsten Periode die Preise senkt, und deshalb ihren Kauf aufschieben, was den aktuellen Gewinn gegen Null konvergieren lassen kann.
Wie kann eine "qualitative Obsoleszenz" den Gewinn des Monopolisten stützen?
Indem das Produkt technologisch schnell veraltet, wird der Sekundärmarkt unattraktiv, und die Konsumenten werden eher dazu bewegt, in der aktuellen Periode das neue Modell zu erwerben.
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- Julia von Heese (Author), 2014, Monopole dauerhafter Güter, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/288456