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Vaterlosigkeit und weiblicher Heroismus am Beispiel von Kleists "Penthesilea" und Schillers "Jungfrau von Orleans"

Titel: Vaterlosigkeit und weiblicher Heroismus am Beispiel von Kleists "Penthesilea" und Schillers "Jungfrau von Orleans"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 20 Seiten , Note: 1

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Begriff der „Vaterlosen Gesellschaft“ ist fester Bestandteil der deutschen Literatur seit einigen Jahrzehnten. Er tauchte erstmals in Freuds „Totem und Tabu“ im Jahr 1913 auf und wurde nach dem Ersten Weltkrieg zur Kampfparole junger Intellektueller, Schriftsteller und Künstler, die damit königlich-kaiserlichen Repräsentanten für die Grauen des Krieges anklagten. Aktuell wird die Debatte um die Vaterlosigkeit und die Vaterverwandlung in den Kontext der Krise der Familie gestellt. Dies führt zu einer Verschärfung der Debatte.
Mit der „68er Bewegung“ setzte durch die erstarkende Frauenbewegung ein fundamentales Umdenken ein, das bis heute zu neuen Vaterbildern und zu neuen Rollenverständnissen in der Familie führte. In kürzester Zeit sorgte der Kampf um die Gleichberechtigung der Frau für Veränderungen in den verfestigten patriarchalen Ordnungen in Familie, Gesellschaft und Politik. Im Zuge des damaligen Generationskonflikt und der Studentenrebellion kam es außerdem zur Thematisierung eines weiteren tabuisierten Themas: der Konflikt zwischen Vater und Tochter. Freuds Analyse des Vater-Sohn-Konflikts in der Ödipusgeschichte zielte in erster Linie auf die Identitätsbildung des Mannes ab. Erst später wurde diese auch auf das weibliche Geschlecht und dessen Identitätsentwicklung abgewandelt. Der selbstbewusste feministische Diskurs um die Vaterfigur spiegelt sich in zahlreichen „Vaterbüchern“ der letzten 50 Jahre, in denen nun auch Töchter den Konflikt mit dem Vater beschreiben oder auf „Vatersuche“ gehen. Vater-Tochter-Konzepte werden nicht mehr nur aus der Perspektive der heterosexuellen Beziehung diskutiert, sondern sie sind Teil des gegenwärtigen Generations- und Familien-Konflikts.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vaterlosigkeit – eine sozialpsychologische Bestandsaufnahme

3. Die vaterlosen Heroinnen Penthesilea und Johanna

3.1. Die Amazone - Kleists Penthesilea

3.2. Die Kriegerin - Schillers Jungfrau von Orleans

4. Die vaterlose Frau als Bild der Imagination

5. Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion weiblicher Identität und Heroismus vor dem Hintergrund der Abwesenheit oder Ablehnung der väterlichen Autorität. Anhand der Analyse von Heinrich von Kleists Penthesilea und Friedrich Schillers Jungfrau von Orleans wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Loslösung von patriarchalen Strukturen die Daseinsberechtigung und den tragischen Untergang der kriegerischen Heldinnen bestimmt.

  • Sozialpsychologische Analyse der Vaterlosigkeit und Vater-Tochter-Beziehung
  • Untersuchung weiblicher Rollenbilder im Kontext der Französischen Revolution
  • Die Figur der kriegerischen Frau als Bruch mit der „natürlichen“ Geschlechterordnung
  • Die Rolle von mystischen und göttlichen Legitimationen für weiblichen Heldentum
  • Der Konflikt zwischen individueller Selbstbestimmung und patriarchalen Erwartungen

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Amazone - Kleists Penthesilea

Penthesilea gehört zu dem Volk der Amazonen, das in der griechischen Mythologie als ein Kriegerinnen-Volk beschrieben ist, das nur Mädchen tolerierte. Es gibt verschiedene Beschreibungen über die Beschaffenheit des Amazonenstaates in der Literatur. In Kleists Penthesilea entstand der Amazonenstaat aus einem Bündnis der skythischen Frauen mit Mars. Die Männer der skythischen Frauen wurden von den männlichen Eroberern der Äthiopier getötet und zwangen die Frauen sich ihnen zu unterwerfen. Die skythischen Frauen aber töteten die Äthiopier und deren männliche Nachkommen stattdessen und wurden zum Volk der Amazonen. Penthesilea beschreibt Achill die Legitimation und Aufgaben des Frauenstaates wie folgt:

Frei, wie der Wind auf offnem Blachfeld, sind Die Frau'n, die solche Heldenthat vollbracht, Und dem Geschlecht der Männer nicht mehr dienstbar. Ein Staat, ein mündiger, sei aufgestellt, Ein Frauenstaat, den fürder keine andre Herrschsücht'ge Männerstimme mehr durchtrotzt, Der das Gesetz sich würdig selber gebe, Sich selbst gehorche, selber auch beschütze: (V. 1954 f.)

Die Amazonen leben daher ohne die Gesellschaft von Männern. Sie ziehen in den Krieg um Erzeuger für ihre Kinder zu finden. Die männlichen Nachkommen werden dann entweder zu den Vätern geschickt, getötet oder so verstümmelt, dass sie keine Waffen mehr tragen können. Ein besonderes Merkmal der Amazone Penthesilea bei Kleist ist das Fehlen der rechten Brust, die den jungen Mädchen entfernt wird um besser mit Pfeil und Bogen schießen zu können. Gerade das Bild der fehlenden Brust soll ein deutliches Zeichen der entfremdeten Weiblichkeit und zugleich die dafür unnatürlichen Gesetze des Frauenstaates darstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung verortet das Thema der Vaterlosigkeit in der Literaturgeschichte und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Figur der vaterlosen kriegerischen Frau.

2. Vaterlosigkeit – eine sozialpsychologische Bestandsaufnahme: Das Kapitel beleuchtet psychoanalytische Ansätze zur Vaterrolle und zum Vaterverlust sowie deren Auswirkungen auf die Identitätsbildung.

3. Die vaterlosen Heroinnen Penthesilea und Johanna: Der Hauptteil analysiert die Entsagung der väterlichen Ordnung durch Penthesilea und Johanna und das daraus resultierende Dilemma zwischen Existenzauftrag und weiblicher Identität.

3.1. Die Amazone - Kleists Penthesilea: Hier wird die spezifische Mythologie des Amazonenstaates und Penthesileas Kampf gegen Achill als Konflikt zweier Geschlechter- und Vaterordnungen beleuchtet.

3.2. Die Kriegerin - Schillers Jungfrau von Orleans: Dieses Kapitel betrachtet Johannas Rebellion gegen den leiblichen Vater Thibault und ihre göttliche Berufung zur Kriegerin, die letztlich an ihrer aufkommenden Weiblichkeit scheitert.

4. Die vaterlose Frau als Bild der Imagination: Es wird diskutiert, wie die weibliche Kriegerin als heroische Imagination fungiert, die zur Legitimierung ihrer Macht auf mystische Unterstützung angewiesen ist.

5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die „selbstbestimmte Frau“ in diesen Dramen untrennbar mit der Unvereinbarkeit von gesellschaftlicher Ordnung und persönlicher Identitätskrise verknüpft bleibt.

Schlüsselwörter

Vaterlosigkeit, Vater-Tochter-Konflikt, Penthesilea, Jungfrau von Orleans, weiblicher Heroismus, Identitätskrise, patriarchale Ordnung, Amazone, Kriegerin, psychoanalytische Literaturanalyse, Geschlechterdiskurs, Emanzipation, Selbstbestimmung, Heldenideal, Ödipuskomplex.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, wie weibliche Heldinnen in den Dramen von Kleist und Schiller durch die Abwesenheit einer gelebten Vater-Tochter-Beziehung geprägt werden und wie sie versuchen, sich außerhalb traditioneller patriarchaler Ordnungen zu definieren.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Zentrale Themen sind die Sozialpsychologie der Vaterlosigkeit, die Konstruktion von weiblichem Heroismus, das Verhältnis von Geschlechteridentität und Macht sowie die historische Einordnung dieser Figuren um 1800.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu ermitteln, inwiefern die Loslösung von männlichen Ordnungshütern und väterlichen Strukturen für die Daseinsfunktion der Protagonistinnen als kriegerische Heldinnen bestimmend ist und warum dies zwangsläufig in eine Identitätskrise führt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die durch sozialpsychologische und psychoanalytische Theorien – unter anderem von Freud, Jung und Mitscherlich – gestützt wird, um das Verhalten der Figuren zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Betrachtung von Penthesilea und Johanna. Dabei werden ihre spezifischen mythologischen oder göttlichen Berufungen sowie ihre jeweiligen Kämpfe gegen gesellschaftliche Normen und gegen die eigenen emotionalen Bindungen analysiert.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Vaterlosigkeit, Penthesilea, Johanna, weiblicher Heroismus, patriarchale Ordnung, Identitätskrise, Geschlechterdiskurs und Emanzipation.

Wie unterscheidet sich Penthesileas Situation von der Johannas in Bezug auf ihren Vater?

Penthesilea wächst als Königin eines Amazonenstaates gänzlich ohne Vaterfigur auf, während Johanna einen leiblichen Vater hat, von dem sie sich jedoch radikal emanzipieren muss, um ihrer göttlichen Berufung zu folgen.

Warum endet der Weg der beiden Protagonistinnen laut der Arbeit in einer Illusion?

Die Autorin argumentiert, dass die Existenz der kriegerischen Frau nur als Schein möglich ist, da sie zur wahren Selbstbestimmung die patriarchale Ordnung nicht nur herausfordern muss, sondern – in ihrer psychischen Zerrissenheit – an der Unvereinbarkeit von Gewalt und Weiblichkeit scheitert.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vaterlosigkeit und weiblicher Heroismus am Beispiel von Kleists "Penthesilea" und Schillers "Jungfrau von Orleans"
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
20
Katalognummer
V288014
ISBN (eBook)
9783656881186
ISBN (Buch)
9783656881193
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vaterlosigkeit Amazone Kleist Jungfrau von Orleans
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2013, Vaterlosigkeit und weiblicher Heroismus am Beispiel von Kleists "Penthesilea" und Schillers "Jungfrau von Orleans", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/288014
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Leseprobe aus  20  Seiten
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