Macht es einen Unterschied als Frau geboren zu sein? So soll die Frage von Jean-Paul Sartre gelautet haben, welche Simone de Beauvoir dazu veranlasste, ihr Werk „Das Andere Geschlecht“ zu schreiben.
Die Unterdrückung der Frau zeigt sich in jeder Kultur, sowie in sozialen und ökonomischen Einrichtungen. Diese Gegebenheit ist so profund, dass es sich nicht einfach mit dem Umordnen von Aufgaben und Rollen im sozialen System abschaffen lässt. Doch warum werden Frauen als das andere, beziehungsweise das zweite Geschlecht bezeichnet? Warum sind manche der Meinung, dass Frauen eher Natur und Männer eher Kultur sind?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Warum sind Frauen der Natur ähnlicher?
2.1 Sozialer Ursprung der Stellung der Frau
2.2 Physiologische Eigenschaften
2.3 Psychologische Faktoren
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die philosophische und gesellschaftliche Fragestellung, warum Frauen historisch und kulturell oft als der Natur zugehörig und damit als untergeordnetes Geschlecht wahrgenommen werden, wobei sie kritisch die Konstruktion dieser Geschlechterrollen hinterfragt.
- Die Dichotomie von Natur und Kultur im Kontext der Geschlechterrollen
- Historische und soziale Ursprünge der Unterdrückung der Frau
- Biologische Determinismen und ihre Wirkung auf die gesellschaftliche Wahrnehmung
- Die psychologische Dimension der weiblichen Identitätskonstruktion
- Kritische Analyse der Rollenbilder nach Simone de Beauvoir und Sherry Ortner
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Macht es einen Unterschied als Frau geboren zu sein? So soll die Frage von Jean-Paul Sartre gelautet haben, welche Simone de Beauvoir dazu veranlasste ihr Werk „Das Andere Geschlecht“ zu schreiben. Ich habe bewusst diese Fragestellung als meinen Titel für meine Hausarbeit gewählt, da ich mich dem Text aus dem Kurs „Is Female to Male as Nature is to Culture“, von Sherry Ortner beschäftigen möchte, der von der Meinung von Simone de Beauvoir geprägt ist. Mit meiner Hausarbeit habe ich vor eine Annäherung zu diesen beiden Texten mit Berücksichtigung der im Titel genannten Fragestellung zu erschließen.
Die Unterdrückung der Frau zeigt sich in jeder Kultur, oder sozialen und ökonomischen Einrichtungen (Rosaldo, Lamphere et al. 1974, S.282-285). Diese Gegebenheit ist so profund, dass es sich nicht einfach mit dem Umordnen von Aufgaben und Rollen im sozialen System abschaffen lässt (Rosaldo, Lamphere et al. 1974, S.67). Doch warum werden Frauen als das andere, beziehungsweise das zweite Geschlecht bezeichnet? Warum sind manche der Meinung, dass Frauen eher Natur und Männer eher Kultur sind?
Der Ursprung der Unterdrückung der Frau liegt weit zurück und doch müssen wir im 21. Jahrhundert feststellen, dass sich in dieser Tatsache zwar etwas geändert hat, jedoch diese Änderung in vielen Kulturen und Religionen noch nicht weit genug fortgeschritten ist. „Sometimes, moreover, „culture“ or „traditions“ are so closely linked with the control of women that they are virtually equated.“ (Okin 1999, S.16). Für eine Begründung der Unterdrückung der Frau reicht es jedoch nicht, sich auf die geschichtliche Entwicklung, oder die Religion zu stützen, es müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Dabei ist die Frage, ob die Frau der Natur ähnlich ist, eine Grundlage auf die man aufbauen kann, wie es Ortner auch versucht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung nach der Unterschiedlichkeit des Frauseins ein und beleuchtet die theoretischen Grundlagen basierend auf Simone de Beauvoir und Sherry Ortner.
2. Warum sind Frauen der Natur ähnlicher?: Dieses Kapitel untersucht die Gründe für die Zuschreibung einer naturhaften Rolle an die Frau, unterteilt in soziale, physiologische und psychologische Aspekte.
2.1 Sozialer Ursprung der Stellung der Frau: Hier wird der historische Materialismus und die gesellschaftliche Vermittlung von männlicher Überlegenheit durch Erziehung und Märchen analysiert.
2.2 Physiologische Eigenschaften: Dieses Kapitel betrachtet, wie biologische Funktionen wie Reproduktion und Menstruation zur Abwertung der Frau und ihrer Verordnung in den Bereich der Natur beitragen.
2.3 Psychologische Faktoren: Hier wird die weibliche Psyche im Kontext gesellschaftlicher Rollenerwartungen und die Rolle der Frau als Vermittlerin zwischen Natur und Kultur thematisiert.
3. Fazit: Das Fazit stellt die Argumente gegen eine rein biologische oder naturgegebene Unterdrückung zusammen und betont die Gleichheit der Geschlechter in ihrem Menschsein.
Schlüsselwörter
Kulturwissenschaft, Geschlechterrollen, Simone de Beauvoir, Sherry Ortner, Feminismus, Natur-Kultur-Dichotomie, Unterdrückung der Frau, Biologischer Determinismus, Identitätskonstruktion, Sozialisation, Historischer Materialismus, Patriarchat, Frau als das Andere, Geschlechterhierarchie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kulturwissenschaftlichen Analyse der Geschlechterrollen und der Frage, warum Frauen häufig als „der Natur zugehörig“ und Männer als „der Kultur zugehörig“ definiert werden.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die soziale Konstruktion der Frau, biologische Determinismen, die psychologische Prägung durch Erziehung und die philosophische Auseinandersetzung mit Simone de Beauvoir.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Gründe für die historische Unterdrückung der Frau zu hinterfragen und zu reflektieren, ob ein biologisch begründeter Unterschied eine Rechtfertigung für soziale Benachteiligung sein kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Textanalyse und Literaturarbeit, insbesondere unter Bezugnahme auf Texte von Sherry Ortner und Simone de Beauvoir.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der sozialen Ursprünge der Unterdrückung, der Bedeutung physiologischer Merkmale für die Wahrnehmung der Frau sowie der psychologischen Faktoren in der Geschlechterbeziehung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geschlechterhierarchie, Natur-Kultur-Dichotomie, Sozialisation, Feminismus und das „Andere Geschlecht“ charakterisiert.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Frau als „Vermittlerin“ zwischen Natur und Kultur?
Die Arbeit diskutiert, dass Frauen oft durch die Kindererziehung in eine Brückenrolle gedrängt werden, was paradoxerweise dazu dient, Kinder aus der „naturnahen“ Phase in die Kultur einzugliedern, die Frau selbst jedoch an der „Natur“ festhält.
Welche Bedeutung hat das Zitat „man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es“ für die Schlussfolgerung?
Dieses Zitat von Simone de Beauvoir bildet das zentrale Argument der Arbeit: Da Geschlechtlichkeit ein sozialer Prozess ist, ist Unterdrückung nicht naturgegeben, sondern durch gesellschaftliche Strukturen erzeugt und somit veränderbar.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2014, Macht es einen Unterschied als Frau geboren zu sein? Einführung in eine kulturwissenschaftliche Fragestellung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/286539