Ziel dieser Arbeit ist es, das Anforderungs- und Kompetenzprofil an einen Coach zu definieren und - soweit möglich – auch Wege aufzuzeigen, wie diese in der Praxis erkennbar sein könnten. Denn solange diese Erkennbarkeit nicht gegeben ist, ist die Suche nach einem Coach allenfalls von Empfehlungen abhängig, aber kann nicht systematisch nach den Bedürfnissen der Klienten erfolgen, und in diesem Fall geht die Praxis an der Theorie vorbei.
Die Arbeit gliedert sich wie folgt: Im nächsten Abschnitt wird zunächst auf den Begriff des Coachings und verschiedene Formen des Coachings eingegangen. Dies ist wichtig, weil je nach Art des Coachings auch unterschiedliche Kompetenzen des Coachs gefragt sein können. So sind insbesondere auch verschiedene Formen des medialen Coaching zu nennen, wie Tele-Coaching / Call Center Coaching, Online Coaching und Email-Coaching. Im dritten Abschnitt werden dann die geforderten Kompetenzen und Anforderungsprofile eines Coachs im Hinblick auf die verschiedenen Coaching-Varianten betrachtet. Im vierten Abschnitt wird auf die Problematik der Erkennbarkeit des Anforderungsprofils für den Coaching-Suchenden. Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung mit Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Coaching
3 Kompetenzen und Anforderungsprofile eines Coachs
3.1 Charakteristika des Coaching-Prozesses
3.2 Erforderliche Kompetenzen des Coachs
3.2.1 Fachliche Kompetenzen
3.2.2 Persönliche Kompetenzen
3.3 Zusammenfassung
4 Erkennbarkeit von Kompetenzen
5 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Ziel dieser Arbeit ist es, das Anforderungs- und Kompetenzprofil eines Coachs zu definieren und Wege aufzuzeigen, wie diese Qualifikationen in der Praxis durch Klienten erkennbar gemacht werden können, um eine systematische statt zufällige Coach-Auswahl zu ermöglichen.
- Definition und Abgrenzung des Coaching-Begriffs
- Analyse verschiedener Coaching-Varianten
- Unterscheidung zwischen fachlichen und persönlichen Kompetenzen
- Bedeutung von Prozessberatung und "Hilfe zur Selbsthilfe"
- Möglichkeiten der Qualitätssicherung durch Transparenz (Datenbanken)
Auszug aus dem Buch
3.2 Erforderliche Kompetenzen des Coachs
Unter diesen Rahmenbedingungen lassen sich die Anforderungen an den Coach als fachliche und persönliche Kompetenzen beschreiben.
3.2.1 Fachliche Kompetenzen
Die fachlichen Kompetenzen beziehen sich auf betriebswirtschaftliche und psychosoziale Kompetenzen (vgl. Rauen, C., Steinhübel, A., 2005, S. 290).
Mit den betriebswirtschaftlichen Kompetenzen ist vor allem das Fachverständnis von Management-Abläufen und Entscheidungsprozessen gemeint. Dies ist in erster Line beim Coaching von Führungskräften relevant, kann aber auch beim Coaching von Mitarbeitern unterer Hierarchieebenen wichtig werden. Auch die Kenntnis von Führungskonzepten sowie des organisationalen Umfelds (z.B. Prozessorganisation) gehören zu den fachlichen Kompetenzen. Je nach Thematik sollte ein Coach auch über grundsätzliche Vorgehensweisen und Schwierigkeiten etwa bei Change Management Prozessen Bescheid wissen.
Psychosoziale Kompetenzen beziehen sich zunächst auf allgemeine psychologische und sozialwissenschaftliche Kenntnisse und Kenntnisse der Arbeits- und Organisationspsychologie sowie der Psychologie über Menschen und Gruppen wie z.B. gruppendynamische Prozesse. Des Weiteren ist Methodenwissen in Bezug auf Gesprächsführung, Selbstmanagement und Zeitmanagement erforderlich. Wichtig ist, dass diese Kenntnisse breit gefächert sind, also nicht etwa nur aus dem Blickwinkel einer bestimmten Methodenschule heraus erfolgen. Aber auch bestimmte oft eher unbewusst wirkende Voreinstellungen und Vorurteile wie eine einseitige Parteinahme für die Mitarbeiter oder die Führungskräfte sind ungünstig. Es ist also eine hohe ideologische Offenheit und intellektuelle Flexibilität des Coachs erforderlich (vgl. Schreyögg, A., 2003, S. 135-136).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Komplexität in der Arbeitswelt und die wachsende Bedeutung von Coaching als Instrument zur individuellen Unterstützung von Führungskräften und Mitarbeitern.
2 Coaching: Dieses Kapitel definiert Coaching als zeitlich begrenzten, professionellen Beratungsprozess und grenzt ihn von anderen Verfahren wie Supervision, Therapie oder Organisationsberatung ab.
3 Kompetenzen und Anforderungsprofile eines Coachs: Hier werden die zentralen fachlichen und persönlichen Anforderungen an einen Coach erarbeitet, wobei der Fokus auf der Prozessberatung und der notwendigen Flexibilität liegt.
4 Erkennbarkeit von Kompetenzen: Dieses Kapitel behandelt die praktische Problematik für Klienten, einen passenden Coach auszuwählen, und zeigt Möglichkeiten der Vorklärung und Informationsrecherche auf.
5 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Anforderungen zusammen und stellt fest, dass eine strukturierte Auswahl des Coachs durch Datenbanken möglich ist, auch wenn eine letzte Restunsicherheit in der zwischenmenschlichen Interaktion verbleibt.
Schlüsselwörter
Coaching, Kompetenzprofil, Prozessberatung, Fachliche Kompetenz, Persönliche Kompetenz, Hilfe zur Selbsthilfe, Coaching-Auswahl, Coaching-Datenbank, Führungskräfte, Personalentwicklung, Systemische Beratung, Qualitätssicherung, Klientenbedarf, Arbeitswelt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Anforderungen an einen Coach sowie die Frage, ob die Auswahl eines geeigneten Coachs in der Praxis systematisch erfolgen kann oder ob sie an der Theorie vorbeigeht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Coaching, der Analyse notwendiger fachlicher und psychosozialer Kompetenzen und der Transparenz im Coaching-Markt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Anforderungs- und Kompetenzprofil für Coachs zu definieren und Wege aufzuzeigen, wie Klienten dieses in der Praxis erkennen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Systematisierung von Coaching-Wirkfaktoren basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition von Coaching, gliedert die Kompetenzen des Coachs in fachliche und persönliche Kategorien und diskutiert die Erkennbarkeit dieser Merkmale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Coaching, Kompetenzprofil, Prozessberatung, Systemische Beratung, Coaching-Datenbank und Qualitätssicherung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen fachlichen und persönlichen Kompetenzen wichtig?
Diese Differenzierung ist entscheidend, da Coaching sowohl betriebswirtschaftliches Wissen als auch psychosoziale Fähigkeiten wie Empathie, Flexibilität und kritische Loyalität voraussetzt.
Welche Rolle spielt die "kritische Loyalität" im Coaching?
Sie ist eine wesentliche persönliche Kompetenz, die bedeutet, dass der Coach zwar loyal gegenüber dem Klienten handelt, aber auch in der Lage ist, unangenehme Sachverhalte direkt anzusprechen.
Wie kann die Praxis "an der Theorie vorbeigehen"?
Dies passiert laut Autor dann, wenn die Auswahl eines Coachs rein zufallsgesteuert erfolgt und Klienten keine Kriterien haben, um die tatsächliche Eignung eines Coachs im Vorfeld zu prüfen.
Kann man die Eignung eines Coachs heute sicher beurteilen?
Der Autor stellt fest, dass durch Datenbanken eine fundierte Vorauswahl möglich ist, jedoch eine "Restunsicherheit" bleibt, da Coaching ein zwischenmenschliches Geschehen ist.
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- Ludwig von Düsterlohe (Author), 2009, Kompetenzen als Coach. Didaktik der Erwachsenenbildung bei Kommunikationstrainings, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/286363