Die Rechtssprache umfasst eine große Menge von Rechtstexten, welche konkrete Ausformungen der Rechtssprache sind. Im Laufe der Zeit haben sich auf diesem Gebiet unterschiedliche und zahlreiche Rechtsbereiche entwickelt, wie Zivilrecht, Strafrecht, Familienrecht, Arbeitsrecht, Steuerrecht etc. In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich mich mit der Analyse eines Fachtextes aus dem Bereich Strafrecht widmen. Ich werde mich dabei ausgewählter Literatur bedienen, ebenso aber auch meines Wissens über das Recht und Gesetze, welches ich während einer dreijährigen Ausbildung erlangt habe. Dies ist auch einer der Gründe, weshalb ich mir ausgerechnet einen juristischen Fachtext zur Bearbeitung ausgesucht habe.
Zu Beginn dieser Hausarbeit werde ich der sprachwissenschaftlichen Betrachtung von Fachsprache nachgehen. Zunächst mit einer allgemeinen Definition von Fachsprache und danach die Einbettung der Rechtssprache in die Fachsprache. Es folgen dann die Eigenschaften der Rechtssprache und die Grammatik der Rechtssprache. Im zweiten Teil beschäftige ich mich mit der Analyse des § 255 StGB „Misshandlung von Schutzbefohlenen. Zunächst werde ich den Aufbau des Strafgesetzbuches darstellen, danach die Schreibweise und den Inhalt eines Gesetzestextes bzw. Paragrafen. Es folgt dann noch die Analyse des Inhalts. Den § 255 StGB habe ich ausgewählt, weil man an diesem gut die üblich Form eines Gesetzes sehen und Beispiele über den Inhalt wiedergeben kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sprachwissenschaftliche Betrachtung von Fachsprache
2.1. Definition von Fachsprache
2.2. Zuordnung der Rechtssprache in die Fachsprache
2.3. Eigenschaften der Rechtssprache
2.3.1 Grammatik der Rechtssprache
3. Analyse des § 225 StGB
3.1. Aufbau des StGB
3.2. Schreibweise und Inhalt
3.3. Inhaltliche Analyse
4. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rechtssprache als spezifische Fachsprache und analysiert beispielhaft den § 225 StGB auf seine sprachlichen Merkmale, grammatikalischen Strukturen und seine Verständlichkeit für Laien.
- Sprachwissenschaftliche Definition und Einordnung von Fach- und Rechtssprache
- Charakteristika und grammatikalische Besonderheiten juristischer Texte
- Struktureller Aufbau und inhaltliche Analyse des StGB
- Kritische Auseinandersetzung mit der Komplexität juristischer Gesetzestexte
Auszug aus dem Buch
3.3. Inhaltliche Analyse
Zunächst einmal gibt’s es in dem § 255 StGB Fachtermini, das erste wäre schon in der Überschrift „Schutzbefohlene“. Es ist ein Fachbegriff des Rechts, da jemand der sich nicht auskennt, nicht wissen kann was es bedeutet. Es ist eine Komposition, die aus den Wörtern ‚Schutz’ und ‚befohlen’ entstanden ist. Jedes Wort an sich versteht der Laie, doch in der Zusammensetzung wird es nicht nachvollziehbar. Nach universal.lexikon.de.academic.com sind Schutzbefohlene strafrechtlich gesehen besonders geschützte Personengruppen, die unter der Obhut von jemanden stehen.
Im Absatz 1 wird beschrieben was alles zum Terminus Schutzbefohlener gehört. Das ist also eine Person unter 18 Jahren oder eine Person die wegen Gebrechlichkeit oder Krankheit wehrlos ist. Wenn also eine dieser Eigenschaften zutrifft, geht es weiter mit weiteren Eigenschaften. Diese Person muss also der Obhut einer weiteren Person unterstehen, in dessen Haus leben, vom Fürsorgepflichtigen an ihn übergeben worden sein o d e r in einem Dienst- oder Arbeitsverhältnis untergeordnet sein. Diese sechs Eigenschaften sind die Bedingungen. Ebenso auch die Aussage wer eine Person mit diesen Eigenschaften quält oder roh misshandelt oder durch böswillige Vernachlässigung seine Gesundheit schädigt. Oder Formulierungen sind absolut normal in Gesetzen und kommen in fast allen vor. Dieser Paragraf besteht fast nur aus nicht-ausschließenden Disjunktionen, viermal wird hier das Wort ‚oder’ verwendet.
Die rechtliche Konsequenz aus diesem Tatbestand ist die Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis 10 Jahren. Auch diese unbestimmten Formulierungen „Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren“ sind typisch und üblich bei Gesetzen. Es muss erst einmal genau geprüft werden wie schwerwiegend die Tat im Detail war, bevor der Richter im Urteil fällt wie viel genau Freiheitsstrafe der Täter bekommt. „Freiheitsstrafe“ ist eine Komposition die ein Laie durch logisches Denken verstehen kann. Aus ‚Freiheit’ mit ‚Strafe’ kann nur geschlussfolgert werden, dass Gefängnis droht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin legt die Motivation für die Themenwahl dar und skizziert den Aufbau der Untersuchung von der allgemeinen Fachsprachtheorie hin zur praktischen Paragrafenanalyse.
2. Sprachwissenschaftliche Betrachtung von Fachsprache: Dieses Kapitel definiert Fachsprache, ordnet die Rechtssprache darin ein und beleuchtet ihre spezifischen Eigenschaften sowie die zugrunde liegende Grammatik.
3. Analyse des § 225 StGB: Hier erfolgt eine detaillierte Untersuchung des gewählten Straftatbestands hinsichtlich seines strukturellen Aufbaus, der juristischen Schreibweise und des inhaltlichen Regelungsgehalts.
4. Schlusswort: Das Fazit reflektiert die Komplexität der Rechtssprache und diskutiert, warum diese trotz Kritik an der mangelnden Verständlichkeit für Laien in ihrer Form als notwendig und fachspezifisch erhalten bleibt.
Schlüsselwörter
Fachsprache, Rechtssprache, StGB, Strafrecht, Schutzbefohlene, Nominalstil, Gesetzestexte, Juristensprache, Rechtswissenschaft, Sprachwissenschaft, Paragrafenanalyse, Fachtermini, Syntax, Grammatik, Rechtslaie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung der Rechtssprache als Ausprägung einer Fachsprache und deren Anwendung in Gesetzestexten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Fachsprachen, der Identifikation von Merkmalen der Rechtssprache und der praktischen Analyse eines konkreten Paragrafen aus dem Strafgesetzbuch.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die sprachlichen Strukturen und die Komplexität juristischer Texte zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie diese Formulierungen für Laien wahrgenommen werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine textsortenlinguistische Analyse, kombiniert mit juristischer Exegese und einer Untersuchung der grammatikalischen Eigenheiten (wie Nominalstil) des untersuchten Textes.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen der Fachsprache erörtert und anschließend der § 225 StGB hinsichtlich seines Aufbaus, seiner Terminologie und seiner inhaltlichen Bedingungen seziert.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Kernbegriffe sind Fachsprache, Rechtssprache, StGB, Schutzbefohlene, Nominalstil und juristische Fachterminologie.
Warum wurde ausgerechnet der § 225 StGB für die Analyse ausgewählt?
Der Paragraph wurde gewählt, da er sich besonders gut eignet, um sowohl die typische Struktur eines Gesetzestextes als auch die darin verwendeten spezifischen Fachbegriffe und juristischen Formulierungen zu veranschaulichen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Verständlichkeit von Gesetzen?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Rechtssprache bewusst komplex und veraltet gehalten wird, um Präzision zu gewährleisten, was jedoch eine Hürde für Rechtslaien darstellt.
- Arbeit zitieren
- Julia Dering (Autor:in), 2013, Analyse ausgewählter Fachtextsorten und juristischer Texte, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/283322