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Von der Négritude zur Créolisation. Ein Vergleich der Philosophie von Édouard Glissant und Aimé Césaire

Titel: Von der Négritude zur Créolisation. Ein Vergleich der Philosophie von Édouard Glissant und Aimé Césaire

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 26 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Micha Luther (Autor:in)

Französische Philologie - Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Aimé Césaire, geboren im Jahr 1913 in Basse-Pointe, Martinique, war in seiner Rolle als Politiker, aber auch als Dichter und vor allem als Vordenker einer antikolonialistischen Bewegung (la Négritude) prägend für die kulturelle und politische Entwicklung der Antillen. Édouard Glissant, geboren 1928 in Bezaudin, ebenfalls Martinique, entwickelte eine eigene Philosophie, die sich unter anderem auch an Césaire orientierte. Dabei geht es nicht nur im begrenzten Rahmen um die Frage der kulturellen Identitätssuche in der Karibik, sondern um eine Kulturtheorie, die Glissant auf die ganze Welt anwendet und dabei zum Teil die heutige Auffassung von Identität gänzlich in Frage stellt. In seinen zentralen Werken, wie etwa "Le Discours antillais" (1981) oder "Poétique de la Relation" (1990) prägt Glissant neue Begriffe, wie etwa die der Créolisation, Relation, Identité, Rhizom und Chaos-monde. Auch wenn die Begriffe und Theorien Glissants weitergehend sind und teilweise den Ansätzen Césaires möglicherweise sogar widersprechen, kann von einer gegenseitigen Beeinflussung beider Autoren ausgegangen werden. [...]
Im Folgenden sollen nun zunächst die zentralen Begriffe Édouard Glissants anhand von ausgewählten Abschnitten seiner Werke erläutert werden. Hierzu orientiere ich mich in erster Linie an der 1996 erschienenen Introduction à une poétique du Divers, eine Zusammenfassung einer Vortragsreihe Glissants, bestehend aus vier Vorträgen, die sich insbesondere mit dem Thema Kultur und Identität auseinandersetzen. Hinzu kommen zentrale Werke wie der Discours antillais (1981) und Poétique de la Relation (1990). Anschließend wende ich mich Césaires Négritude zu, die der Antillanité und Créolisation Glissants vorausging. Zur Verdeutlichung wird ein Theaterstück Césaires, eine Bearbeitung von Shakespeares "The Tempest" (1623) mit dem Titel "Une Tempête" (1969), herangezogen und schließlich Ansätze zu Glissants Theorien in Césaires Werk untersucht. Es soll unter anderem beobachtet werden, inwieweit Césaire die theoretische Grundlage für Glissants Überlegungen lieferte, welche Gemeinsamkeiten vorhanden sind, aber auch in welcher Weise sich die philosophischen Überlegungen beider Autoren unterscheiden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Glissants Ausgangspunkt: Die Karibik und der amerikanische Kontinent

I.1. Meso-, Euro- und Neo-Amerika und die Besiedlung

I.2. Die Kreolisierung in der Karibik

I.3. Das Denken der Spur

I.4. Kreolisierung und Vielfalt: Gleichwertige Elemente werden in Beziehung zueinander gesetzt

I.5. Kreol und Kreolsprachen

I.6. Alteingesessene und komplexe Kulturen

I.7. Das Rhizom als Gegenstück zur einzelnen Wurzel

I.8. Konflikte im Zuge der verschiedenen Auffassung von Identität

I.9. Die Chaos-Welt

I.10. Das Systemdenken gegenüber dem poetischen Denken

II. Aimé Césaire und die Négritude

II.1. Une tempête: ein Theaterstück der Négritude

III. Césaire als Vordenker für Glissants Antillanité

Resumée

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld und die theoretische Verbindung zwischen Aimé Césaires Konzept der Négritude und Édouard Glissants Philosophie der Créolisation, um zu ergründen, wie sich kulturelle Identität in postkolonialen Räumen, insbesondere der Karibik, konstituiert und transformiert.

  • Die kritische Auseinandersetzung mit der Identitätssuche in der Karibik.
  • Die Analyse zentraler Begriffe Glissants wie Rhizom, Relation und Chaos-monde.
  • Die Untersuchung von Aimé Césaires Négritude als antikolonialistischer Ansatz.
  • Die interpretative Anwendung von Césaires Theaterstück "Une tempête".
  • Der Vergleich zwischen dem "Systemdenken" und dem "Denken der Spur".

Auszug aus dem Buch

I.7. Das Rhizom als Gegenstück zur einzelnen Wurzel

Glissant vertritt hingegen eine dieser Betrachtungsweise völlig entgegen gerichtete These, die, wie er sagt, auch die vorherrschende Sicht innerhalb der komplexen Kulturen ist. Hier wird die Identität nicht als eine einzelne Wurzel verstanden, sondern vielmehr als ein Rhizom, ein Wurzelgeflecht, aus dem im Prozess der Kreolisierung dann eine unvorhersehbare, neue Kultur entstehen kann. Dieser Prozess ist also das Zusammenwirken von ganz unterschiedlichen Wurzeln, die sich einander begegnen und sozusagen in Beziehung gesetzt werden. Das Problem, das dabei entsteht und das an vielen Orten heutzutage große Ängste auslöst, ist, dass dadurch ein Gefühl der Verwässerung des Eigenen entsteht. Es wird befürchtet: Wenn ich mich zu sehr auf den Anderen ausrichte, bin ich nicht mehr ich selbst, dann bin ich verloren! Laut Glissant stellt sich also im gegenwärtigen Szenario der Welt die Frage: Wie kann ich selbst sein, ohne mich für den Anderen zu verschließen, und wie kann ich mich für den Anderen öffnen, ohne mich selbst zu verlieren?

Glissant selbst gibt auf diese Frage keine direkte Antwort, jedoch sagt er, dass eben diese Frage aufrecht erhalten werden muss, wenn man die tödlichen, blutigen Gegensätze der Welt vermeiden will.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der beiden Autoren und deren Bedeutung für die Identitätssuche in der Karibik sowie Skizzierung der methodischen Vorgehensweise.

I. Glissants Ausgangspunkt: Die Karibik und der amerikanische Kontinent: Analyse der sozio-kulturellen Bedingungen in der Karibik und Einführung zentraler theoretischer Konzepte Glissants wie Kreolisierung und Rhizom.

II. Aimé Césaire und die Négritude: Darstellung des Konzepts der Négritude als antikolonialistisches Selbstfindungsinstrument und dessen literarische Umsetzung.

III. Césaire als Vordenker für Glissants Antillanité: Kritische Gegenüberstellung von Césaires afrikazentrierter Perspektive und Glissants weiterführender Theorie der Antillanité.

Resumée: Synthese der Forschungsergebnisse über die notwendige, aber begrenzte Rolle der Négritude im Vergleich zur universellen Theorie der Kreolisierung.

Schlüsselwörter

Édouard Glissant, Aimé Césaire, Négritude, Créolisation, Antillanité, Karibik, Identität, Rhizom, Postkolonialismus, Kulturtheorie, Chaos-Welt, Systemdenken, Dekolonisierung, Identitätssuche, Poetik der Beziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die kulturellen und philosophischen Ansätze von Édouard Glissant und Aimé Césaire zur Identitätsfindung in der Karibik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die antikolonialistische Bewegung (Négritude), die Theorie der Kreolisierung, das Konzept des Rhizoms und die Kritik an einer auf "einzelnen Wurzeln" basierenden Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Glissant auf Césaires Theorien aufbaut, sich aber durch sein Konzept der Kreolisierung über die bloße Rückbesinnung auf afrikanische Wurzeln hinausbewegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und kulturphilosophische Analyse durchgeführt, die Glissants theoretische Schriften und Césaires Theaterstück "Une tempête" vergleichend untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert Glissants Theorie der Kreolisierung im Detail und analysiert anschließend Césaires Rolle als Vordenker sowie die Anwendung seiner Ideen im Theater.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Kreolisierung, Négritude, Rhizom, Postkolonialismus und das Spannungsfeld zwischen Einheitsidentität und kultureller Vielfalt.

Inwiefern unterscheidet sich Glissants "Chaos-Welt" von klassischen Ordnungsmodellen?

Glissant betrachtet das Chaos nicht als negativ, sondern als notwendigen Raum für unvorhersehbare kulturelle Begegnungen, im Gegensatz zum starren Systemdenken, das eine einzige, reine Identität erzwingen will.

Welche Bedeutung hat das Theaterstück "Une tempête" für die Argumentation?

Es dient als Fallbeispiel, um die antikolonialistische Haltung Césaires zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wo sich dessen Fokus auf eine afrikanische Wurzel von Glissants Ansatz der offenen, vernetzten Relation unterscheidet.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Von der Négritude zur Créolisation. Ein Vergleich der Philosophie von Édouard Glissant und Aimé Césaire
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
2,0
Autor
Micha Luther (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
26
Katalognummer
V283195
ISBN (eBook)
9783656827399
ISBN (Buch)
9783656828556
Sprache
Deutsch
Schlagworte
négritude créolisation vergleich philosophie glissant aimé césaire
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Micha Luther (Autor:in), 2013, Von der Négritude zur Créolisation. Ein Vergleich der Philosophie von Édouard Glissant und Aimé Césaire, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/283195
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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