Dass Menschen bis heute an Hunger sterben, kann man als unbequeme Tatsache, oder schlicht als Schande für die Zivilisation bezeichnen. Insbesondere, wenn eine Kausalität zwischen dem Hunger der Bevölkerung in Entwicklungsländern und dem Profitstreben von finanzstarken ausländischen Akteuren, egal ob ganze Länder oder private Investoren, vermutet werden darf. Natürlich sind die Gründe für Hunger nicht eindimensional zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Beteiligte
2.1 Investoren
2.1.1 Private Investoren
2.1.1.1 Multinationale Konzerne
2.1.1.2 Fonds
2.1.2 Staatliche und halbstaatliche Investoren
2.2 Positive und negative Folgen von Landkäufen und –pachten
3. Fazit
6. Nachweise
6.1 Literatur
6.2 Internet
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Hunger in Entwicklungs- und Schwellenländern und großflächigen Landkäufen sowie Landpachtungen durch ausländische Investoren, um zu klären, inwieweit diese Investitionen die Nahrungsmittelsicherheit beeinflussen und am Hunger eine Mitschuld tragen.
- Analyse der verschiedenen Akteure (private Investoren vs. staatliche Akteure)
- Untersuchung der Motive für Landnahmen im globalen Kontext
- Bewertung der ökologischen und sozialen Auswirkungen von Landgrabbing
- Diskussion der Rolle von Politik und Regierungen in den Zielländern
- Darstellung der Problematik von Biokraftstoffen und Nahrungsmittelkonkurrenz
Auszug aus dem Buch
2.1.1.1 Multinationale Konzerne
Zahlreiche Multinationale Unternehmen sind beispielsweise an dem Anbau des Jatropha-Baums interessiert. In der Datenbank „Landmatrix“ sind 85 Landkäufe oder –pachten verzeichnet, die den Anbau dieser Ölpflanze zum Ziel haben. Zu diesen Unternehmen zählt beispielsweise auch das Unternehmen Jatro Solutions, welches in Madagaskar investiert, enorme Wachstumsraten für den Biomassenanbau prognostiziert und in den Produktionsprozess für „Bio-Kerosin“ für die Luftfahrtbranche einbezogen ist.
Die Samen des Jatropha-Baums sind mit einem Anteil von 30-35% sehr ölhaltig. Aus diesem Grund besteht die Möglichkeit, sie zu Biodiesel zu verarbeiten. Auch die Tatsache, dass sie wenig Wasser benötigt und damit auf Boden wächst, der andernfalls nicht agrarisch genutzt werden kann, ist eine nützliche Eigenschaft. Diese Feststellung trifft die Acazis AG, die selbst in den Anbau des Jatropha-Baums involviert ist, auf ihrer Internetpräsenz. Das Gewächs wird in Form von Hecken schon mit einer langen Tradition von Kleinbauern als Schutz vor Tieren genutzt, da die Samen nicht nur ölhaltig sondern auch giftig sind. Probleme ergeben sich erst mit dem Schritt zum Massenanbau und der Errichtung von Plantagen. Studien haben gezeigt, dass die Pflanze zwar auch längere Dürreperioden durchstehen kann, jedoch in diesem Fall sehr unproduktiv wird und nicht mehr den angestrebten Ertrag bringt. Daraus folgt, dass die Pflanze, wenn sie vor dem Hintergrund der Biospritproduktion in großen Mengen und effektiv angebaut werden soll, wieder in Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau tritt. Die Landkäufe und –pachten im Bereich Jatropha-Anbau stehen also ebenfalls unter Verdacht, die Nahrungsmittelsicherheit zu gefährden, schließlich werden für einen Liter Biodiesel aus den Jatropha-Samen 20.000 Liter Wasser benötigt, das auch zum Anbau anderer Nahrungsmittel dienen könnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Problematik des Hungers in Verbindung mit Landgrabbing dar und formuliert die zentrale These über den Zusammenhang zwischen ausländischen Landinvestitionen und Nahrungsmittelunsicherheit.
2. Beteiligte: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Investorentypen, unterteilt in private Konzerne und staatliche Akteure, sowie eine Abwägung der positiven und negativen Folgen der Landnahmen.
3. Fazit: Das Fazit bestätigt die These der Arbeit und unterstreicht die Notwendigkeit politischer Regulierungen sowie einer transparenteren Landpolitik, um Menschenrechtsverletzungen und soziale Not zu verhindern.
6. Nachweise: Dieses Kapitel umfasst die verwendete Fachliteratur sowie die zahlreichen Internetquellen, die der Argumentation der Arbeit als Datenbasis dienen.
Schlüsselwörter
Landgrabbing, Nahrungsmittelsicherheit, Landwirtschaft, Investoren, Subsistenzwirtschaft, Biokraftstoffe, Hunger, Landkäufe, Landpachten, Entwicklungsländer, Schwellenländer, Agrotreibstoffe, Landrechtskonflikte, Agrarinvestitionen, Politische Ökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen großflächiger Landkäufe und -pachtungen (Landgrabbing) durch ausländische Akteure auf die lokale Bevölkerung und die Nahrungsmittelsicherheit in Entwicklungs- und Schwellenländern.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit thematisiert Investitionsmotive von Konzernen und Staaten, die Konkurrenz zwischen Nahrungsmittelanbau und der Produktion von Energiepflanzen (Biokraftstoffe) sowie die Auswirkungen auf Menschenrechte und ökologische Ressourcen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern ausländische Landinvestitionen die lokale Ernährungssituation negativ beeinflussen und am Hunger der betroffenen Bevölkerung eine Mitschuld tragen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die durch aktuelle Daten aus Monitoring-Plattformen wie „Landmatrix“ sowie fallbezogene Berichte von Nichtregierungsorganisationen gestützt wird.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Akteuren wie multinationalen Konzernen und staatlichen Investoren sowie eine kritische Abwägung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Landnahme.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Landgrabbing, Nahrungsmittelsicherheit, Investoren, Biokraftstoffe, Hunger und Landrechte.
Welche Rolle spielen Biokraftstoffe im Kontext der Untersuchung?
Biokraftstoffe werden als einer der Haupttreiber für großflächige Landnahmen identifiziert, da der hohe Wasserverbrauch und die Konkurrenz zu Grundnahrungsmitteln die lokale Versorgungssicherheit gefährden.
Warum ist das Beispiel Äthiopien für die Arbeit relevant?
Äthiopien dient als exemplarisches Fallbeispiel für die staatliche Unterstützung von Großinvestorenprojekten, die häufig zu Vertreibungen führen und soziale Konflikte befeuern.
Was schlägt der Autor zur Lösung des Problems vor?
Der Autor plädiert für eine strikte politische Regulierung, die Dokumentation von Landrechten durch Kataster sowie die Einführung von Abgabesystemen für Investoren zugunsten der lokalen Bevölkerung.
- Arbeit zitieren
- Simon Jung (Autor:in), 2014, Gründe und Folgen von Landkäufen und -pachten in Entwicklungs- und Schwellenländern, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/281794