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Gewalt an Schulen. Ursachen, Erscheinungsformen und Handlungsmöglichkeiten

Titel: Gewalt an Schulen. Ursachen, Erscheinungsformen und Handlungsmöglichkeiten

Bachelorarbeit , 2013 , 26 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Zeynep Ören (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Gewalt ist die Waffe des Schwachen.“
(Mahatma Gandhi).

Auf den ersten Blick scheint das Thema „Gewalt in der Schule“ allgegenwärtig zu sein. In den Medien wird oft von Gewalt von Kindern und Jugendlichen berichtet. Es scheint, als würde die „gefühlte Kriminalität“ in der Bevölkerung ansteigen und die Jugendgewalt ständig zunehmen, wobei „die Täter immer jünger und brutaler werden“ (Schubarth, 2013, S. 9). Besonders groß war die öffentliche Aufmerksamkeit, als Lehrer im März 2006 beim Berliner Bildungssenator in einem „Brandbrief“ die Schließung der Rütli-Schule verlangten, weil sie der Gewalt durch Schüler nicht mehr standhalten konnten. Dieses “Medienereignis“ löste eine bundesweite Debatte über das Thema „Gewalt an Schulen“ aus.
Bei näherer Betrachtung hingegen zeigt sich, dass „Gewalt an Schulen keine neue gesellschaftliche Enwicklung“1 ist (Klett, 2005, S. 6). Im Gegensatz zu dem Eindruck, den viele Presseberichte erweckt haben, kann von alltäglichen massiven Gewalttaten an unseren Schulen keine Rede sein (vgl. Tillmann, 2000, S. 16).
In diesem Zusammenhang scheint es von großer Bedeutung, sich ein differenziertes Bild über das Thema zu verschaffen.
Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Thema Gewalt an Schulen und untersucht Ursachen und Erscheinungsformen von Gewalt sowie mögliche Lösungsansätze. Zunächst werden die grundlegenden Begriffe Gewalt, Aggression und Mobbing definiert. Als Nächstes werden die Erscheinungsformen näher beleuchtet und die Schule als Institution ins Blickfeld genommen: „Wozu ist die Schule eigentlich da?“, „Werden etwa jugendliche Straftäter an Schulen zu ihrem Verhalten erzogen? und „ist Schule womöglich ein Nährboden für Jugendgewalt?“ (Jannan, 2008, S. 11). Anschließend werden unterschiedliche „Risikofaktoren“ für gewaltförderndes Verhalten vorgestellt. Abschließend wird die Peer-Mediation als präventive Gewaltmaßnahme näher beleuchtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen

2.1 Aggression

2.2 Gewalt

2.3 Mobbing

3. Differenzierungsmerkmale von schulischer Gewalt

3.1 Geschlecht

3.2 Schulform

3.3 Alter

3.4 Gewalt – ein neues Phänomen?

4. Ursachen von schulischer Gewalt

4.1 Sozialisationstheoretischer Ansatz

4.2 Familie

4.3 Schule

4.4 Peers

4.5 Medien

5. Der „Fall-Rütli“

6. Peer-Mediation

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit dem Phänomen Gewalt an Schulen und untersucht systematisch deren Ursachen sowie die verschiedenen Erscheinungsformen. Ziel der Arbeit ist es, ein differenziertes Verständnis für das Thema zu entwickeln, gängige mediale Mythen wissenschaftlich zu hinterfragen und effektive Handlungsmöglichkeiten, insbesondere durch Peer-Mediation, aufzuzeigen.

  • Begriffsabgrenzung von Aggression, Gewalt und Mobbing
  • Analyse von Differenzierungsmerkmalen wie Geschlecht, Alter und Schulform
  • Sozialisationstheoretische Betrachtung der Ursachen (Familie, Peers, Medien)
  • Reflexion des „Falls Rütli“ und die Rolle der Schule
  • Peer-Mediation als präventiver Lösungsansatz

Auszug aus dem Buch

2.3 Mobbing

Der Begriff Mobbing kommt vom englischen Verb „to mob“ und bedeutet „fertigmachen, anpöbeln“. Nach Olweus wird Mobbing wie folgt definiert: „Ein Schüler wird gemobbt, wenn er wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler ausgesetzt ist“ (Schubarth, 2013, S. 17). Zudem werden für Mobbing folgende Merkmale genannt:

• „zielgerichtete Schädigungshandlung: verbal (z.B. Drohen, Hänseln, Spotten, Beschimpfen), körperlich (Schlagen, Treten, Stoßen, Kneifen usw.), nonverbal (z.B. Gestik, aus Gruppe ausschließen, Ignorieren)

• Häufigkeit und Dauer: wiederholt und über eine längere Zeit

• Ungleichgewicht der Kräfte: Der Schüler ist alleine nicht in der Lage, aus der Mobbingsituation herauszukommen“ (Schubarth, 2013, S. 18).

Das letzte Merkmal zeigt, wie wichtig die Rolle von Außenstehenden wie Mitschülern, Lehrern oder Eltern ist. Vor allem Lehrer müssen Signale frühzeitig wahrnehmen.

Jedoch stellt sich die Frage: „Verfügen Lehrer über die erforderlichen Qualifikationen, um solche Situationen wahrzunehmen, zu thematisieren und erfolgreich zu bearbeiten?“ (Gebauer, 2005, S. 28).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das mediale Bild von Schulgewalt und setzt sich kritisch mit der Wahrnehmung zunehmender Kriminalität auseinander, um den Fokus auf eine wissenschaftlich fundierte Analyse zu lenken.

2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel präzisiert die zentralen Termini Aggression, Gewalt und Mobbing, indem es zwischen engem und weitem Begriffsverständnis sowie destruktiven und konstruktiven Ausprägungen unterscheidet.

3. Differenzierungsmerkmale von schulischer Gewalt: Hier wird der Forschungsstand hinsichtlich beeinflussender Faktoren wie dem Geschlecht der Schüler, der besuchten Schulform und dem Alter in Bezug auf Gewaltanwendung und Gewaltarten untersucht.

4. Ursachen von schulischer Gewalt: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Entstehungsbedingungen von Gewalt unter Einbeziehung des sozialisationstheoretischen Ansatzes und beleuchtet die Einflüsse von Familie, Schule, Peer-Groups und Medien.

5. Der „Fall-Rütli“: Anhand des bekannten Fallbeispiels der Rütli-Schule wird veranschaulicht, wie öffentliche Debatten um Schulgewalt entstehen und welche Belastungen das Lehrerkollegium im Schulalltag erfahren kann.

6. Peer-Mediation: Als präventive Maßnahme wird das Konzept der Peer-Mediation vorgestellt, bei dem Jugendliche durch Gleichaltrige lernen, Konflikte gewaltfrei und konstruktiv zu lösen.

7. Resümee: Das Resümee fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass es keine einfache Patentlösung gibt, sondern Gewalt als komplexes soziales Problem verstanden werden muss, das bereits in der Grundschule präventives Handeln erfordert.

Schlüsselwörter

Schulgewalt, Aggression, Mobbing, Sozialisation, Peer-Mediation, Erziehungswissenschaft, Gewaltprävention, Schulform, Jugendgewalt, Konfliktlösung, Identitätsfindung, Mediensozialisation, Lehrerrolle, Fall-Rütli, Schulentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen Gewalt an Schulen, analysiert die Ursachen für gewaltförmiges Verhalten bei Kindern und Jugendlichen und bewertet Präventionsmöglichkeiten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten gehören die begriffliche Definition von Gewalt, die Identifikation von Risikofaktoren im sozialen Umfeld sowie die Darstellung von Lösungsstrategien im schulischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein differenziertes Bild von Schulgewalt zu vermitteln, das über mediale Berichterstattung hinausgeht, und aufzuzeigen, wie Institutionen durch gezielte Maßnahmen wie Peer-Mediation intervenieren können.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung aktueller erziehungswissenschaftlicher sowie kriminologischer Erkenntnisse zum Thema Schulgewalt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Differenzierungsmerkmalen, die sozialisationstheoretische Ursachenforschung sowie die praktische Betrachtung von Fallbeispielen und Mediationsprogrammen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Schulgewalt, Aggression, Mobbing, Sozialisation, Peer-Mediation und Gewaltprävention.

Warum ist das Thema Peer-Mediation in dieser Arbeit so wichtig?

Es dient als praxisorientierter Lösungsansatz, da es Jugendlichen die Verantwortung für ihre Konfliktkultur überträgt und durch die Kommunikation unter Gleichaltrigen oft effektiver ist als externe Interventionen.

Welche Rolle spielt der „Fall Rütli“ in der Argumentation des Autors?

Der „Fall Rütli“ wird als Beispiel für die mediale Fokussierung auf Schulgewalt genutzt und dient dazu, die Überforderung der Institution Schule sowie die Notwendigkeit von präventivem Handeln zu verdeutlichen.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gewalt an Schulen. Ursachen, Erscheinungsformen und Handlungsmöglichkeiten
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2,0
Autor
Zeynep Ören (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
26
Katalognummer
V281053
ISBN (Buch)
9783656747666
ISBN (eBook)
9783656747673
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gewalt schulen ursachen erscheinungsformen handlungsmöglichkeiten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Zeynep Ören (Autor:in), 2013, Gewalt an Schulen. Ursachen, Erscheinungsformen und Handlungsmöglichkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/281053
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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