Die Arbeits- und Lebenswelt hat sich unter dem Einfluss neuer Technologien, der Globalisierung, dem Wandel der Rollenbilder und soziostrukturellen Veränderungen wie die zunehmende Instabilität von Partnerschaften und der immer älter werdenden Gesellschaft rapide verändert.
Der Stellenabbau bei Kernbelegschaften, die Verlagerung unternehmerischer Risiken auf die Mitarbeiter, die Zunahme von befristeten Verträgen und Leiharbeit führt zu
immer höheren Produktivitätserwartungen der Unternehmen. Die Folge ist eine Zunahme der psycho- und sozio-emotionalen Störungen, die auf gestiegenem Zeitdruck, erhöhten Mobilitätsanforderungen, zunehmendem Interaktionsstress in Dienstleistungsberufen und der Angst vor Arbeitsplatzverlust beruhen.
Traditionelle Erholungsphasen wie das Wochenende oder der geregelte Feierabend werden beeinträchtigt durch die Entgrenzung der Arbeitszeiten und Schichtdienst.
Den veränderten Anforderungen der Arbeitswelt stehen Lebensentwürfe gegenüber, die auffallend die persönliche Gesundheit bzw. soziale Aspekte betonen.
Einen Ausgleich zwischen den divergierenden Anforderungen und Interessen zu schaffen, der sowohl den Unternehmen als auch den Arbeitnehmern gerecht wird, ist die Aufgabe der Konzepte und Maßnahmen, die unter dem Schlagwort „Work-Life-Balance“ subsumiert werden.
Obwohl eine gelungene Balance zwischen den Anforderungen des Berufs und dem Privatleben von jedem Individuum selbst empfunden und beeinflusst werden kann, sind auch Arbeitgeber als diejenigen beteiligt, die entsprechende WLB ermöglichende Maßnahmen in ihren Unternehmen umsetzen sollten. Dies kann auf freiwilliger Basis als Einzelmaßnahme oder durch Tarifverträge geschehen. Der Gesetzgeber gibt durch gesetzliche Regelungen Rahmenbedingungen vor, die sowohl individuelle Lebensentwürfe unterstützen als auch der Erreichung übergeordneter Ziele (z.B. Erhöhung der Geburtenrate, Entlastung des Gesundheitssystems) dienen. Auf jeder der im Folgenden dargestellten drei Ebenen finden sich spezifische Verhaltensempfehlungen, Maßnahmen und Konsequenzen. Das BMFSFJ spricht von einer dreifachen Win-Situation mit Vorteilen für die Beschäftigten, die Arbeitgeber und die gesamte Gesellschaft, sofern einer Vielzahl von Beschäftigten die Balance zwischen Berufsleben, Familie und Freizeit gelingt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung und Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Arbeit
2 Definitorische Ansätze zur Klärung des Begriffs Work-Life-Balance
2.1 WLB nach Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
2.2 WLB nach Kastner
3 Bewertung von WLB-Maßnahmen
3.1 Maßnahmen zur Erreichung der Work-Life-Balance
3.1.1 Individuelle Ebene
3.1.2 Unternehmensebene
3.1.3 Gesetzgeberische Rahmenbedingungen
3.2 WLB-Maßnahmen im Hinblick auf die Zielerreichung
4 Schlussbetrachtung
4.1 Zusammenfassendes Praxisbeispiel
4.2 Kritische Auseinandersetzung
4.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vielschichtigkeit von Work-Life-Balance (WLB) Konzepten unter Berücksichtigung individueller, unternehmerischer und politischer Ebenen, um Wege zu einer verbesserten Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben aufzuzeigen.
- Begriffsdefinitionen und theoretische Ansätze von Work-Life-Balance
- Bewertung verschiedener WLB-Maßnahmen und deren Wirksamkeit
- Analyse von Zielgruppen wie Familien, älteren Arbeitnehmern und Führungskräften
- Einfluss gesetzgeberischer Rahmenbedingungen wie Arbeitszeitgesetz und Teilzeit- und Befristungsgesetz
- Praxisbeispiel der BASF zur Umsetzung von betrieblichen Maßnahmen
- Zukunftsperspektiven und Wandel der Lebenskonzepte im 21. Jahrhundert
Auszug aus dem Buch
1.1 Einführung und Problemstellung
Die Arbeits- und Lebenswelt hat sich unter dem Einfluss neuer Technologien, der Globalisierung, dem Wandel der Rollenbilder und soziostrukturellen Veränderungen wie die zunehmende Instabilität von Partnerschaften und der immer älter werdenden Gesellschaft rapide verändert.
Der Stellenabbau bei Kernbelegschaften, die Verlagerung unternehmerischer Risiken auf die Mitarbeiter, die Zunahme von befristeten Verträgen und Leiharbeit führt zu immer höheren Produktivitätserwartungen der Unternehmen. Die Folge ist eine Zunahme der psycho- und sozio-emotionalen Störungen, die auf gestiegenem Zeitdruck, erhöhten Mobilitätsanforderungen, zunehmendem Interaktionsstress in Dienstleistungsberufen und der Angst vor Arbeitsplatzverlust beruhen. Traditionelle Erholungsphasen wie das Wochenende oder der geregelte Feierabend werden beeinträchtigt durch die Entgrenzung der Arbeitszeiten und Schichtdienst.
Den veränderten Anforderungen der Arbeitswelt stehen Lebensentwürfe gegenüber, die auffallend die persönliche Gesundheit bzw. soziale Aspekte betonen.
Einen Ausgleich zwischen den divergierenden Anforderungen und Interessen zu schaffen, der sowohl den Unternehmen als auch den Arbeitnehmern gerecht wird, ist die Aufgabe der Konzepte und Maßnahmen, die unter dem Schlagwort „Work-Life-Balance“ subsumiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der veränderten Arbeitswelt ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, einen Überblick über WLB-Konzepte zu geben.
2 Definitorische Ansätze zur Klärung des Begriffs Work-Life-Balance: Es werden zwei wissenschaftliche Perspektiven auf WLB vorgestellt, wobei insbesondere der Ansatz von Kastner zur Klassifizierung von Tätigkeiten hervorgehoben wird.
3 Bewertung von WLB-Maßnahmen: Dieses Kapitel analysiert konkrete Handlungsmöglichkeiten auf individueller, unternehmerischer und gesetzlicher Ebene und evaluiert deren Erfolgsaussichten.
4 Schlussbetrachtung: Anhand einer Fallstudie der BASF wird die praktische Umsetzung beleuchtet, kritisch hinterfragt und ein Ausblick auf zukünftige Lebenskonzepte gegeben.
Schlüsselwörter
Work-Life-Balance, WLB, Arbeitswelt, Familienfreundlichkeit, Mitarbeiterbindung, Arbeitszeitflexibilisierung, Gesundheitsprävention, BASF, Lebenskonzepte, Personalpolitik, Dienstleistungsgesellschaft, Arbeitnehmer, Stressmanagement, Teilzeitarbeit, Fachkräftemangel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Herausforderungen und Konzepten zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben in einer sich wandelnden Arbeitswelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition von Work-Life-Balance, die Bewertung betrieblicher und individueller Maßnahmen sowie der Einfluss politischer Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Vielschichtigkeit von WLB-Konzepten aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie verschiedene Ebenen (Politik, Unternehmen, Individuum) zusammenwirken müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie die Untersuchung einer Fallstudie (BASF), um die praktische Umsetzbarkeit theoretischer WLB-Konzepte zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, welche Maßnahmen Unternehmen zur Unterstützung ihrer Mitarbeiter ergreifen können und wie sich gesetzliche Regelungen darauf auswirken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen WLB, Familienfreundlichkeit, Mitarbeitergesundheit und Flexibilisierung der Arbeitszeit.
Welche Rolle spielen ältere Arbeitnehmer in der Untersuchung?
Die Arbeit betrachtet ältere Arbeitnehmer als eine Zielgruppe, deren Leistungsfähigkeit durch gezielte Reorganisation von Tätigkeiten erhalten und gefördert werden kann.
Warum ist das Praxisbeispiel der BASF so wichtig?
Es dient als Fallstudie, um aufzuzeigen, wie ein Großkonzern durch breite Angebote (Kinderbetreuung, Gesundheitsprogramme) versucht, die WLB seiner Mitarbeiter aktiv zu verbessern.
Was bedeutet der "ROI von 1:3" im Kontext der Mitarbeitergesundheit?
Dies bezieht sich auf eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, bei der für jeden investierten Euro in die Mitarbeitergesundheit drei Euro durch vermiedene Kosten (z.B. Krankenstand) eingespart werden.
Welche neuen Lebenskonzepte identifiziert die Arbeit für das 21. Jahrhundert?
Die Arbeit nennt das gesundheitsorientierte und das sozialorientierte Lebenskonzept, bei denen die Sinnorientierung weg von der reinen Arbeitswelt hin zum sozialen Wohlbefinden führt.
- Quote paper
- Annika Mohn-Granser (Author), 2013, Work-Life-Balance. Bewertung und Ausblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/278399